DNA-Schäden durch Lachs aus dem Supermarkt?

Jens | ZDDK | MIMIKAMA, 30. Mai 2016

Eine von Markt in Auftrag gegebene Laboruntersuchung hat ergeben, dass Zuchtlachsprodukte aus Discountern und Supermärkten hohe Mengen eines Stoffes enthalten können, der als gesundheitlich bedenklich gilt.

In allen stichprobenartig gekauften Produkten, darunter tiefgefrorenes Zuchtlachsfilet, geräucherter Zuchtlachs und frisches Zuchtlachsfilet, wurden Ethoxyquin und die Variante Ethoxyquin – Dimer gefunden.

Die untersuchten Produkte waren:

von Aldi: tiefgefrorener und geräucherter Lachs für jeweils 3,29 Euro
von Rewe: geräucherter Lachs für 3,29 Euro und tiefgefrorener Lachs für 3,39 Euro
von Edeka: echter Räucherlachs, trockengesalzen, vom Hersteller Norfisk Wismar und tiefgefrorener Lachs für jeweils 3,29 Euro
von Real: frischer Lachs unter Schutzatmosphäre verpackt von Profish für 3,99 Euro und geräucherter Lachs für 3,29 Euro

Was ist Ethoxyquin?

Diese Substanz macht Futtermittel haltbarer und es ist anzunehmen, dass sie auf diese Weise in die Fische gelangt. Lange Jahre wurde es auch im Pflanzenschutz benutzt, jedoch 2011 durch die Europäische Union verboten, weil sich Zweifel an der Unbedenklichkeit von Ethoxyquin ergaben.


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Die Ergebnisse der Tests der Produkte liegt über der festgelegten Höchstmenge für zum Beispiel Fleisch, aber irgendwie wurde verabsäumt eine Rückstandshöchstmenge für Fisch auf EU-Ebene zu erlassen und als Zusatzstoff im Futter ist es in bestimmten Dosen weiterhin erlaubt.

Es gibt Hinweise auf Schädigungen

Auch, wenn sie umstritten sind, Tierversuche legen nahe, dass Ethoxyqiun DNA-Schäden hervorrufen kann. Es gibt Studien, die eine Veränderung des Leberstoffwechsels durch Ethoxyqiun dokumentieren. „Wir sind als Mensch einer Unzahl von Chemikalien ausgesetzt, die wir zum Beispiel über Lebensmittel oder andere Aufnahmepfade in unseren Körper bringen. Und da müssen wir mit Additionseffekten rechnen.“ So der Toxikologe Prof. Edmund Maser, von der Kieler Christian-Albrechts-Universität.

Einen Höchstwert des Ethoxyqiun Gehaltes in Fisch wird jetzt von der Ernährungsexpertin Silke Schwartau im Gespräch mit Markt gefordert.

Aussagen der Hersteller

++Real verweist auf die Verkehrsfähigkeit der beiden dort gekauften Produkte. Das Unternehmen räumt allerdings ein, dass bei der letzten Untersuchung des Profish-Lachsfilets ein mit dem Ergebnis des NDR vergleichbarer Wert ermittelt worden sei. Real kündigte an, die Rückstandsgehalte der gelieferten Ware nach Möglichkeit zu reduzieren.

Edeka teilt mit, dass rein rechtlich der Nachweis von Ethoxyquin im Enderzeugnis nicht zu beanstanden sei. Man verfolge jedoch losgelöst von der rechtlichen Situation das Ziel, den Gehalt von Ethoxyquin in Futtermitteln zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.

Was kann man tun?

Wenn man Ethoxyqiun vermeiden möchte, könnte man Biolachs oder Wildlachs kaufen. Wildlachs wird nicht gezüchtet und hat deshalb keinen Zugang zu belastetem Futter und Biolachs wird auf andere Weise gemästet. Bisherige Laboruntersuchungen von Biolachs haben nur sehr geringe Mengen von Ethoxyqiun und Ethoxyqiun  – Dimer nachweisen können.

Quelle: NDR: Gefährlicher Stoff in Zuchtlachs nachgewiesen


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