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Offenbach – Gestern Abend hatte die Polizei in Offenbach einen größeren Einsatz wegen einer angeblichen Entführung einer jungen Frau, der sich hinterher als schlechter „Scherz“ herausstellte.

Die Polizei schreibt dazu folgendes:

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“Aber gerade dieser „Scherz“ ärgert uns sehr und wird auch für die handelnden Personen ein Nachspiel haben.

Aber der Reihe nach:

Gestern Abend um kurz nach 21 Uhr stand ein Mann an einer Tankstelle am Fuße des Bieberer Bergs und tankte sein Auto, als ein Kleinwagen vorbei fuhr. Aus dem geöffneten Beifahrerfenster rief eine junge Frau mehrmals „Hilfe, ich werde entführt!“. Dabei war ihr Blick ernst, weswegen der Mann an der Tankstelle von einer wirklichen Notlage ausging, sich das Kennzeichen notierte und uns informierte.

Aufgrund seiner Schilderung nahmen WIR wiederum die Sache ernst und schickten sofort einige Streifen los, um nach dem Auto zu fahnden.

Fast zwei Stunden später, nach mehreren Befragungen von Zeugen und Angehörigen des Fahrzeughalters, einer sehr aufwändigen Handyortung und diversen weiteren Maßnahmen konnte der Fahrer des Wagens, ein 18-jähriger Rodgauer, zusammen mit dem vermeintlichen „Entführungsopfer“, einer 20-jährigen Freundin, in einer Spielothek angetroffen werden. Die junge Frau war wohlauf und beide erklärten, dass sie sich einen „Spaß“ erlaubt hatten.

War das wirklich lustig??

Wir sagen: Nein!!

Und zwar aus einem einfachen Grund: wir nehmen jeden Hinweis auf eine schwerwiegende Straftat ernst und treffen unsere teilweise sehr weitreichenden Maßnahmen.

Wir können es uns nämlich nicht leisten, vorher zu orakeln, ob es sich nun um einen Scherz oder tatsächlich um eine Straftat handelt. Gerade wenn es um Leib oder Leben von Menschen geht (wie bei einer Entführung) zählt jede Minute!

Deswegen fahren wir in so einem Fall „den großen Bahnhof“ mit allen verfügbaren Kräften.

Diese Kräfte fehlen dann natürlich an anderer Stelle.

Aber was, wenn sie an dieser „anderen Stelle“ vielleicht tatsächlich gebraucht werden? Wenn jemand dort WIRKLICH Hilfe benötigt?

Das ist es, was uns an solchen „Scherzen“ am meisten ärgert! Wir üben unseren Beruf aus, um anderen Menschen zu helfen. Wir machen das mir Herzblut und Leidenschaft.

Und dann können wir für Bürger, die unsere Hilfe brauchen, nicht da sein, weil ein paar (verzeiht den Ausdruck) „Scherzkekse“ uns über zwei Stunden mit unnötigen Suchmaßnahmen beschäftigen?

Das kann’s irgendwie nicht sein, oder?

Deswegen wird die Aktion für die beiden jungen Erwachsenen auch ein Nachspiel haben – der Einsatz wird ihnen in Rechnung gestellt. Und das kann ein recht teurer „Spaß“ in vierstelliger Höhe werden.

Warum erzählen wir Euch diese Geschichte?

Wir wollen Euch einfach darauf aufmerksam machen, dass nicht jeder „Scherz“ so lustig ist, wie ihr vielleicht im ersten Moment glaubt. Mit Straftaten scherzt man nicht.

Das alles wäre mit etwas „Hirn einschalten“ vermeidbar, weniger ärgerlich und weniger teuer gewesen.

Also vor Scherzen „Hirn einschalten“. Mehr wollen wir nicht. “

Quelle: Polizei Südosthessen

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