Porno-Portal xHamster für deutsche Nutzer gesperrt

Nicole Mühl, 5. März 2022
Porno-Bann für Handy's in Utah
Artikelbild von Tero Vesalainen / Shutterstock.com

Das Porno-Portal xHamster wird in Deutschland gesperrt. Das frei verfügbare pornografische Angebot von xHamster sei ein Verstoß gegen den Jugendschutz und damit rechtswidrig, befand die KJM.

Die Pornoseite „xHamster“ hat von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der deutschen Landesmedienanstalten eine Netzsperre verhängt bekommen. Begründet wurde dies damit, dass der Anbieter gegen den Jugendschutz verstoße und keine hinreichenden Vorkehrungen getroffen hat, um die Seite vor dem Zugriff Minderjähriger zu schützen. Die KJM gibt an, dass dies gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) verstoße. In einem ersten Schritt müssen die fünf größten deutschen Anbieter das Porno-Portal xHamster nun sperren. „Die Bescheide mit der Aufforderung, das Angebot „de.xhamster.com“ für den Abruf aus Deutschland zu sperren, seien den fünf größten deutschen Netzbetreibern bereits zugestellt worden. Diese könnten dagegen noch Rechtsmittel einlegen“, heißt es in der Süddeutschen Zeitung. (Quelle) Zu den Internetanbietern zählen beispielsweise die Telekom und Vodafone.

Dr. Marc Jan Eumann, Vorsitzender der KJM:

„Pornos sind kein Kinderprogramm. Unser gesetzlicher Auftrag ist es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht ihrem Entwicklungsstand entsprechen. Pornografie stellt eine erhebliche Gefahr für ihre seelische und sexuelle Entwicklung dar. Ein Porno-Angebot für Erwachsene ist so lange kein Problem, wie technische Schutzvorkehrungen die gesetzlichen Standards zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sicherstellen. Da xHamster das nicht tut, greifen wir als letztes Mittel auf Sperrverfügungen zurück. Wir schützen Kinder, nicht das Geschäftsmodell der Pornoindustrie.“ (Quelle)

Kein Jugendschutz – kein Porno-Portal

Hintergrund ist, dass auf dem Portal xHamster pornografische Inhalte ohne jegliche Zugangsbeschränkungen für Kinder und Jugendliche angeboten werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass das Alter der Nutzer*innen überprüft wird, heißt es in einer Erklärung von Albrecht Bähr, Vorsitzender der Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten und Vorsitzender der Versammlung der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. Die Anbieterin von xHamster mit Sitz in Zypern habe sich geweigert, ein sogenanntes Altersverifikationssystem einzusetzen. Die Landesanstalt für Medien NRW hatte die Betreiber des Portals vergeblich aufgefordert, eine Altersüberprüfung der Nutzer einzuführen. Laut Süddeutscher Zeitung habe xHamster mitgeteilt: „Netzsperren seien ‚weit von einer optimalen Lösung entfernt‘. Durch sie würden junge Menschen lediglich auf kleinere Seiten ausweichen, bei denen sie extremeren Inhalten ausgesetzt seien. Das Unternehmen sei bereit, mit den deutschen Behörden zusammenzuarbeiten und eine Altersverifikation einzusetzen. Dies müsse aber branchenweit geschehen.“ (Quelle)
Da xHamster der Aufforderung einer Altersverifikation nicht nachgekommen ist, stehen der KJM und den Landesmedienanstalten als Ultima Ratio Sperrverfügungen gegen Internetanbieterinnen zur Verfügung. „Wenn xHamster sich an die Gesetzgebung hält und eine Altersüberprüfung vornimmt, kann es sein Angebot weiterverbreiten.“ Die Sperrverfügung sei das letzte Mittel. (Quelle)
Hinter xHamster steckt das von zwei Russen geführte Unternehmen Hammy Media Ltd. mit Sitz in Zypern. Der Sperrung ging ein jahrelanger Spießrutenlauf voraus. (Mehr dazu lesen Sie HIER)


Quellen:

Kommission für Jugendmedienschutz (kam): Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV)

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Pornoportal xHamster wird im Netz gesperrt

Kommission für Jugendmedienschutz (kjm): KJM beschließt Sperrung von xHamster

Die Medienanstalten: GVK begrüßt Vorgehen der Kommission für Jugendmedienschutz gegen Porno-Portal

Süddeutsche Zeitung: Aus für Pornoportal


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