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Facebook treibt derzeit Überlegungen voran, wie auf WhatsApp neue Wege zur Gewinnoptimierung gegangen werden können.

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Gemeint ist damit, dass es aus Sicht von Facebook durchaus denkbar ist, dass WhatsApp-Nutzer Werbenachrichten oder sogar Werbeanrufe bekommen könnten.

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Nach Aussage von Facebooks Finanzchef David Wehner sei man der Überzeugung, dass ein B2C-Messaging auf WhatsApp neue Geschäftspotentiale mit sich bringe.

B2C

B2C steht für “Business to Consumer”. Gemeint ist damit eine Kommunikation oder Handelsbeziehung zwischen Gewerbetreibenden und Privatkunde (Endverbraucher). Parallel dazu gibt es B2B, (Business to Business), was eine Handelsbeziehung zwischen zwei Gewerbebetreibenden beschreibt.

Wenn Facebook nun in Betracht zieht, das Firmen auf lange Frist auf WhatsApp Werbenachrichten versenden oder sogar Werbeanrufe tätigen, dürfte das wohl auf heftige Kritik stoßen, da gerade in Österreich und Deutschland Privatpersonen in einem B2C Verhältnis besonders geschützt sind und ungewollte Werbeanrufe, oder auch Kaltanrufe genannt, in Deutschland nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verboten sind, wenn sie nicht mit ausdrücklicher Genehmigung des Kunden erfolgen.

Zunächst nur eine von mehreren Ideen

Wie genau nun Facebook die Ideen zur Gewinnoptimierung durchführen wird, steht noch nicht fest. Werbenachrichten stellen dabei einen Teil der Möglichkeiten dar, sind jedoch keine spruchreife Variante, sondern eines der Beispiele, wie Facebook das Geschäftspotential von WhatsApp ausschöpfen könnte.

Man wird jedoch davon ausgehen können, das auf lange Sicht hin die eigene plakativ propagierte Philosophie nicht gehalten werden kann:

Warum wir keine Anzeigen verkaufen

Advertising has us chasing cars and clothes, working jobs we hate so we can buy shit we don’t need.
– Tyler Durden, Fight Club

Brian und ich verbrachten zusammengerechnet 20 Jahre bei Yahoo!. Wir arbeiteten hart, um die Seite am Laufen zu halten. Und ja, wir arbeiteten hart daran, Anzeigen zu verkaufen, weil das das war, was Yahoo! tat. Yahoo! sammelte Daten, lieferte Websites aus und verkaufte Anzeigen.

Wir sahen zu, wie Yahoo! von Google in den Schatten gestellt wurde … Google war einfach der effizientere und rentablere Anzeigen-Verkäufer. Google wusste, wonach Nutzer suchten, konnten so Nutzerdaten effizienter sammeln und deshalb bessere Anzeigen verkaufen.

Heutzutage wissen Unternehmen buchstäblich alles über dich – über dich persönlich, deine Freunde und deine Interessen. Dieses Wissen dient zu einem nicht geringen Teil dazu, Anzeigen zu verkaufen.

Als wir uns vor drei Jahren zusammensetzten, um etwas Eigenes zu machen, wollten wir etwas aufbauen, das nicht nur eine weitere Werbeplattform sein sollte. Wir wollten unsere Zeit damit verbringen, einen Dienst zu entwickeln, den Menschen deshalb nutzen wollten, weil er funktionierte, Geld sparte und das Leben ein wenig einfacher machte. Wir wussten, dass wir die Menschen einen Betrag dafür bezahlen lassen könnten, wenn unser neuer Dienst genau diese Erwartungen erfüllen würde. Wir wussten auch, dass wir genau das tun könnten, was die meisten Menschen sowieso jeden Tag versuchen: Dem konstanten Strom von Werbebotschaften zu entfliehen.

Niemand stellt sich einen Wecker, um ja nicht einen bestimmten Werbespot zu verpassen. Niemand geht schlafen und macht sich Gedanken darüber, welche Werbung er morgen sehen wird. Wir wissen, dass Menschen schlafen gehen und aufgeregt darüber nachdenken, mit wem sie heute gechattet haben (und enttäuscht darüber sind, mit wem sie nicht gechattet haben). Wir wollen, dass WhatsApp ein Produkt ist, das dich wach hält … und nach dem du morgens greifst. Und niemand steht extra früh auf, nur, um sich eine Werbung anzusehen.

Werbung ist nicht nur die Störung der Ästhetik, die Beleidigung deiner Intelligenz und die Unterbrechung deines Gedankengangs: Bei jedem Unternehmen, das Anzeigen verkauft, verbringt ein erheblicher Teil des Engineering-Teams seinen Tag damit, die Datenanalyse zu optimieren, besseren Datensammel-Code zu schreiben, die Server, auf denen alle diese Daten gespeichert sind, zu aktualisieren und dafür zu sorgen, dass alles protokolliert, sortiert, in Scheiben geschnitten, verpackt und verschickt wird. Und am Ende des Tages ist das Ergebnis des Ganzen ein etwas anderes Werbebanner in deinem Browser oder auf deinem Smartphone.

Sobald Werbung im Spiel ist, bist du, die Nutzerin, der Nutzer, das Produkt.

Hier bei WhatsApp verbringen unsere Ingenieure ihre ganze Zeit damit, Fehler zu beheben, neue Funktionen hinzuzufügen und komplexe Probleme zu lösen. Und das mit dem Ziel, einen reichhaltigen, erschwinglichen und zuverlässigen Messenger auf jedem Handy der Welt zu bieten. Das ist unser Produkt. Das ist unsere Leidenschaft. Daten über dich persönlich, deine Interessen oder dein Kaufverhalten spielen für uns keine Rolle. Wir sind einfach nicht daran interessiert.

Auf die Frage, warum WhatsApp kostenpflichtig ist, antworten wir immer mit der Gegenfrage: „Hast du die Alternative in Betracht gezogen?“

https://blog.whatsapp.com/245/Warum-wir-keine-Anzeigen-verkaufen?