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Kein Fake, aber „Lockartikel“: Wegen WLAN-Passwort Welpen das Genick gebrochen

Ralf Nowotny, 3. September 2018

Manche Themen sind eher unaufregend für viele Nutzer, beispielsweise Versicherungen. Also müssen emotionale Themen bei, um Besucher auf eine Seite zu locken.

Ein aktuelles Beispiel haben wir hier:

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook

„25-Jähriger bricht Genick des Welpen – aus Rache, weil er das WLAN-Passwort nicht erhält“

Ist das wahr?

Ja. Tatsächlich brach der damals 25-jährige Christopher David Vogel aus Des Moines in Iowa/USA das Genick des Hundes eines Nachbarn seines Freundes, weil er deren WLAN-Passwort nicht bekam. Mit damals meinen wir 2017, denn das ganze geschah im August 2017, am 20. August 2017 wurde der junge Mann verhaftet.

Warum diese alte Meldung?

Um dies besser beleuchten zu können, werfen wir einmal einen Blick auf die Facebook-Seite, welche diese und ähnliche Meldungen mehrmals am Tag teilt. Dabei fallen uns mehrere Dinge auf:

  1. Sämtliche Links der Seite „Ein Herz für Tiere“ führen auf ein- und dieselbe Seite namens „istgesund.net“.
  2. Unter jedem Artikel auf dieser Seite findet sich ein weiterer Artikel über eine bestimmte Versicherungsform, beispielsweise private Kranken-, Renten oder Unfallversicherung.
  3. Die Tierartikel sind samt und sonders immer von anderen Seiten, meist von „newsner.com“ kopiert wurden.
Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Die Methode

Die Artikel, welche von der Facebook-Seite „Ein Herz für Tiere“ geteilt werden, sind also per se nicht falsch. Sie sind aber eher als Lockmittel gedacht, um Nutzer auf eine Seite zu bekommen, welche sich mit Versicherungen und Gesundheitstipps befasst. Die Tierartikel selbst sind auch nicht selbst verfasst worden, sondern komplett von anderen Seiten kopiert worden, ohne diese als Quelle zu nennen.
Zudem sind diese Artikel dann oftmals auch noch älterer Natur und somit gar nicht mehr aktuell.

Fazit

Sowohl der obige Artikel der Seite als auch andere Artikel sind kein Fake. Sie sind aber eine Lockmethode, so wie anscheinend die komplette Facebook-Seite von „Ein Herz für Tiere“, um möglichst zeitsparend und effektiv Tierfreunde auf eine Gesundheitsseite zu locken, die ansonsten nichts mit Tierschutz zu tun hat, sondern über Versicherungsformen berichtet und Gesundheitstipps gibt.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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