Achtung: Diese Webshops stehlen Ihre Kreditkartendaten

Tom Wannenmacher, 28. Mai 2019
Artikelbild: Shutterstock / Von Alexander Geige
Artikelbild: Shutterstock / Von Alexander Geige

Die verlockenden Technik-Angebote bei sendlein.net, reipel.net, kleimer.net oder lieberg24.com sind leider zu schön, um wahr zu sein!

Wie unser Kooperationspartner der Watchlist-Internet rechechiert hat, handelt es sich hierbei um betrügerische Shops, die nicht liefern. Sie verlieren Ihr Geld und geben Kreditkartendaten preis, die für Online-Einkäufe verwendet werden könnten!

Bei teuren Neuanschaffungen wie Fernsehgeräten, Smartphones oder Staubsaugern lohnt es sich, im Internet nach dem günstigsten Angebot zu suchen. Aber aufgepasst, oftmals wird das Schnäppchen zur teuren Internetfalle! Es gibt jedoch einige Merkmale, wie Sie betrügerische Shops, wie sendlein.net, reipel.net, kleimer.net und lieberg24.com entlarven.

Der Fake-Shop lieberg24.com wirkt auf dem ersten Blick seriös.

Suchen Sie im Internet nach Erfahrungen

Tippen Sie die Adresse des Shops und „Erfahrung“ in Ihre Suchmaschine ein. Für die Suchanfrage „lieberg24.com Erfahrung“ spuckt die Suchmaschine bereits eine Warnung, dort nicht einzukaufen, aus. Auch für reipel.net und sendlein.net gibt es bereits warnende Hinweise! Finden sich keine Einträge zu einem Shop, bedeutet das nicht unbedingt, dass er seriös ist. Fehlende Beiträge können ebenfalls ein Indiz für betrügerische Zwecke sein.

Vergleichen Sie den Preis

Ein Argument bei sendlein.net, reipel.net, kleimer.net oder lieberg24.com einzukaufen, ist natürlich der Preis, der deutlich unter dem Marktniveau liegt! Eine Produktsuche auf geizhals.at oder idealo.at lässt Sie erkennen, dass die Produkte bei anderen, seriösen Shops über 100 Euro teurer sind. Derartige Preisunterschiede sind höchst unrealistisch und nur dazu da, Sie zu einem unüberlegten Kauf zu bewegen!

Finger weg bei Vorkassen-Zahlung

In der Regel erkennen Sie Fake-Shops daran, dass Zahlungsmethoden beworben werden, die im Endeffekt nicht zur Verfügung stehen. In Fake-Shops finden sich Logos von bekannten Zahlungsdienstleistern, die den Eindruck vermitteln, Sie könnten die Ware per PayPal, Klarna oder Kreditkarte bezahlen. Tatsächlich können Sie jedoch nur per Sofortüberweisung bezahlen, weil die Alternativen aus irgendeinem Grund angeblich gerade nicht funktionieren. Bei sendlein.net, reipel.net, kleimer.net und lieberg24.com stehen die beworbenen Optionen jedoch tatsächlich zur Verfügung! Warum?

sendlein.net, reipel.net und lieberg24.com stehlen Kreditkartendaten

Bei der Bezahlung angelangt, können Sie zwischen drei Optionen wählen: Zahlpause, Kreditkarte oder Vorkasse/Banküberweisung. Unabhängig davon, für welche Sie sich entscheiden, die Ware wird Sie trotz Zahlung nie erreichen! Sie überweisen an Betrüger/innen oder spielen sensible Daten in ihre Hände, denn Ihre Kreditkarten-Daten werden nie an den Zahlungsdienstleister übermittelt. Die Betrüger/innen werden sie vermutlich für Käufe bei amazon oder anderen Shops ohne 3D Secure-Verfahren missbrauchen.

Sie haben Ihre Kreditkarten-Daten eingetippt?

Kontaktieren Sie Ihr Kreditkarten-Institut und schildern das Problem. Da Betrüger/innen über Ihre Daten verfügen und z.B. amazon-Käufe auf Ihre Rechnung tätigen könnten, werden Sie die Karte höchstwahrscheinlich sperren müssen.

Tipps für Kreditkarten-Zahlung

  • Geben Sie Ihre Kreditkarten-Daten nur bekannt, wenn Sie von der Seriosität des Shops 100 Prozent überzeugt sind.
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kreditkarten-Abrechnungen und beeinspruchen Sie fehlerhafte Abbuchungen so schnell wie möglich.
  • Nutzen Unternehmen 3D Secure-Verfahren wie Verified by Visa, Mastercard SecureCode, Maestro SecureCode oder J-Secure, können Sie sicher sein, dass Ihre Zahlung vertrauensvoll abgewickelt wird. Nähere Informationen zu den 3D Secure-Verfahren finden Sie beispielsweise bei PayLife und card complete.

So überprüfen Sie seriöse Gütezeichen und Zertifikate:

Damit echte Online-Shops seriöse Gütezeichen auf ihren Websites darstellen dürfen, müssen sie strenge Prüfverfahren durchlaufen und gewisse Kriterien erfüllen. Betrügerische Online-Shops versuchen daher häufig, über gefälschte oder erfundene Zertifikate und Gütezeichen Vertrauen zu stiften. Bei seriösen Gütezeichen wie dem Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen, Trusted Shops oder Trustmark Austria können Sie daher durch Klick auf das Gütezeichen Logo ganz einfach überprüfen, ob es sich um ein echtes Zertifikat handelt. Sollte kein Klick auf ein Gütezeichen möglich sein oder eine Verlinkung ins Leere führen, können Sie auf den Websites der Zertifikatsstellen nach den zertifizierten Shops suchen. Z.B. unter www.guetezeichen.at/zertifizierte-websites. Finden Sie auch dort keinen Hinweis auf die Echtheit eines Gütezeichens, so ist Vorsicht geboten. Achten Sie auch darauf, dass Sie tatsächlich auf der Seite der jeweiligen Zertifikatsstellen landen und nicht nur auf einer gefälschten Seite, die ebenso von den Kriminellen eingerichtet wurde.

Klicken Sie auf das Logo des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens und sehen Sie sich das Beispielzertifikat an:

Quelle: Watchlist-Internet


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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