Vorsicht vor Webshop „Mundt-Musik”

Andre Wolf, 3. Mai 2018

Kein Impressum, keine transparenten Inhaberdaten, jedoch günstige Preise: Der Webshop Mundt-Musik weist alle typischen Merkmale eines Fakeshops auf!

Optisch ist diese Webseite auf den ersten Blick seriös aufgebaut, wir haben es hierbei auch mit einer Webseite zu tun, die sich komplett auf Deutsch zeigt und zudem auch eine .de Domain besitzt. Das mag alles im ersten Moment überzeugend wirken, doch wir müssen deutlich warnen, denn auf den zweiten Blick finden sich viele Ungereimtheiten.

Achtet man auf die typischen Merkmale von Fakeshops, findet man diese bestätigt. Der vermeintliche Webshop bietet Markenwaren zu sehr günstigen Preisen an. Technisch laufen die Bestellungen völlig normal ab. Wenn es zur Zahlung kommt, akzeptiert der Fake-Shop jedoch ausschließlich eine Bezahlung im Voraus via Kreditkarte.

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Legt man sich nun die vermeintlich günstigen Artikel in den Warenkorb, wird am Ende beim Kassiervorgang nur eine Vorauszahlung über Kreditkarte verlangt. Es gibt keine alternativen Zahlungsmöglichkeiten, eine Zahlung per Rechnung oder Nachnahme ist gar nicht erst möglich.

Falsche Inhaberdaten!

Zudem bietet der Webshop keine transparenten Inhaberdaten an. Man findet kein Impressum vor, welches für Webshops mit .de Domain jedoch verpflichtend ist. Eine Abfrage bei der Denic bringt dann letztendlich Gewissheit: Die offiziell hinterlegten Inhaberdaten der Registrierung für diese Domain sind falsch. Die eingetragene Adresse existiert nicht.

Man kann also davon ausgehen, dass nach der getätigten Vorkasse eine erfolgreiche Kontaktaufnahme mit dem Anbieter nicht mehr möglich sein wird. Das Geld ist verloren, denn die bestellte Ware gibt es nicht. Es kommt hinzu, dass Kriminelle nun über persönliche Informationen ihrer Opfer verfügen. Sie können diese für Verbrechen unter fremdem Namen nützen.

Wie immer an dieser Stelle unser Hinweis: Die Verbraucherzentrale NRW und das Landeskriminalamt (LKA) NRW haben eine Infoliste zu Fakeshops erstellt, die wir hier gerne teilen:

Untrügliche Erkennungszeichen: Fehlanzeige

  • Ob es bei den Angeboten im Online-Handel immer mit rechten Dingen zugeht, ist selbst für Experten kaum auf den ersten Blick erkennbar. Internet-Fälscher, die Kunden nur ans Geld wollen, gehen bei ihren Fakes immer perfekter und perfider ans Werk: Durch das Kopieren oder Fälschen von Produktbildern und Informationen aus realen Internetseiten wirkt ein Fake-Shop im Internet oftmals täuschend echt. Um Seriosität vorzugaukeln, sind das Impressum mit der Händleradresse oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ebenfalls von anderen Seiten abgekupfert beziehungsweise frei erfunden.

Alle Angaben prüfen

  • Käufer sollten vor einer Bestellung folgende Punkte in einem Internet-Shop genau checken: Gibt es mehrere – darunter auch kundenfreundliche – Zahlungsarten und eine überprüfbare Anbieteradresse im Impressum? Werden Angebot und Preis mit allen erforderlichen Details – etwa der Beschaffenheit des Produkts – angegeben? Werden Lieferbedingungen und –kosten ausreichend dargestellt? Sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und darin Hinweise zum Widerruf vorhanden? Wird mit einem vertrauenswürdigen Gütesiegel wie „Trusted Shop Guarantee“ (Trusted Shops), „s@fer-shopping“ (TÜV Süd) und „Geprüfter Onlineshop EHI“ (EHI Retail Institute GmbH) geworben? Eine zuverlässige Orientierung bieten solche Siegel jedoch nur, indem man auf das Logo klickt und dadurch auf die Homepage des Prüfunternehmens weitergeleitet wird.

Vorsicht bei Vorkasse

  • Kunden werden bis zum Drücken des Kaufbuttons mehrere – auch kundenfreundliche – Zahlungsweisen angeboten. Sind sie bei der Kasse angelangt, haben Kunden plötzlich keine Wahl mehr: Dort wird nur noch eine umgehende Überweisung des geforderten Betrags verlangt. Auf der sicheren Seite sind Kunden, wenn sie Artikel nur bei Online-Händlern ordern, die mehrere kundenfreundliche Zahlungsarten bis zum Klick auf den Kauf-Button zur Verfügung stellen. Sicher sind Zahlungen auf Rechnung oder per Lastschrift. Bei der Zahlung auf Rechnung müssen Kunden erst bezahlen, wenn sie die Ware erhalten haben. Bei Zahlung per Lastschrift kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen rückgängig gemacht werden.

Fälscher zocken unerkannt ab

  • Wenden sich Reingefallene über die angegebenen Kontaktdaten an das Unternehmen, um die richtige Ware oder ihr gezahltes Geld zurück zu erhalten, werden sie immer wieder vertröstet. Briefe mit Rückzahlungsaufforderungen kommen als unzustellbar zurück oder bleiben unbeantwortet. In den meisten Fällen sind Betroffene um eine schlechte Erfahrung reicher, aber haben das Nachsehen.

Fake-Shop-Opfer sind nicht wehrlos

  • Wer schon Geld überwiesen hat, sollte umgehend seine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Wenige Stunden nach einer Onlinebestellung ist dies oft noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten kann eine Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden. Inwieweit dies gilt, weiß die Bank. Grundsätzlich sollten sämtliche Belege von Online-Bestellungen gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.

Betroffene können die ausgedruckten Unterlagen in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW prüfen lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen.

Tipps via Verbraucherzentrale NRW


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