We <3 Fake News! Oder zumindest deren Analyse.

Andre Wolf, 12. September 2017

Fake News, welche auf kommerzielle Weise betrieben werden, haben am Ende immer ein einziges Ziel: die Verfasser wollen damit Geld verdienen.

Und um dieses Mittel zu erreichen, basteln nicht weiter bekannte Autoren fröhlich falsche News und die dazu gehörigen Newswebseiten. Damit diese völlig frei erfundenen Geschichten eine gewisse Glaubwürdigkeit haben, lehnen sich diese Fake News dann gerne an bestehende Formate an. Bilder werden gebastelt, Logos und Namen werden unautorisiert genutzt und somit entsteht zudem ein Reputationsschaden für die echten Formate.
Um dem Ganzen ein Sahnehäubchen aufzusetzen, kaufen sich die Verfasser dieser Fake News auf Facebook Reichweite. Leicht daran zu erkennen, dass man diesen gesponserten Bullshit in der eigenen Timeline (Startseite) eingeblendet bekommt mit dem Hinweis „Vorgeschlagener Beitrag”. So auch jüngst wieder gesichtet: Fake News, die sich auf Facebook als Tagesschau24 ausgeben.
Bild könnte enthalten: 1 Person

Auch hier gilt:

Es handelt sich hierbei um kommerziell betriebene Fakenews. Diese kann man an bestimmten Merkmalen erkennen. Diese Fake News haben einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinerlei Wahrheitsgehalt hat und auch gar nicht die Intention hat, wahr zu sein. Hinter der Teasergeschichte um Anonymous und den Reichtum für alle verbirgt sich eine Fake News Webseite, die sich dann als ONLINE24 ausgibt. Hier wird eine pseudoredaktionelle Geschichte serviert, die an den Teaser auf Facebook anknüpft.

In diesem frei erfundenen Text wird massiv ein sogenanntes „Grand Mondial Casino” beworben. Diese Werbung ist in Form von Affiliate-Links eingebaut in den Text eingebaut. Die einzelnen Links sind somit nicht als Werbelinks zu erkennen und schmiegen sich sanft an den Gesamtkontext.
Kein automatischer Alternativtext verfügbar.
Klickt man auf einen dieser im Text angepriesenen Links, erscheint eine Casinowebseite. Und dahin soll die Reise ja auch gehen: Dies geschieht mit Hilfe der eingebauten Affiliate-Links, die zur Registrierung bei einem Online-Casino leiten (Grand Mondial). Meldet sich jemand an dieser Stelle an, bekommt der Inhaber des Affiliate-Codes aus dem Link eine Provision. Das ist auch der Grund, warum derartige Fake News konstruiert werden: Es geht darum, Werbung anzuzeigen bzw. Werbelinks wirksam einzubauen. Dem Verfasser der Fake News ist es somit schlichtweg egal, ob der eigene Inhalt korrekt ist. Und man kann auch davon ausgehen, dass der Verfasser dieser Fake News derselbe ist, wie der Inhaber des Provisionslinks.

So erkennst du kommerzielle Fake News!

Bis es überall sitzt, wiederholen wir diese kurzen Faustregeln. Man kann sich für diese Art der kommerziellen Fake News immer merken: Es handelt sich um …

  • einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinerlei Wahrheitsgehalt hat.
  • eine Darstellung in Form einer News/Nachrichtenwebseite, die jedoch letztendlich keine ist.
  • einen Inhalt, der ein Verlangen/eine Angst (in diesem Falle nur Verlangen) anspricht.
  • einen Verfasser, dem der Inhalt egal ist. Es geht darum, Werbung anzuzeigen bzw. Werbelinks wirksam einzubauen.

Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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