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Warnung vor dem Schreiben der Generaldirektion der Staatspolizei

Vorsicht, wenn man ein Schreiben der Generaldirektion der Staatspolizei bekommt, wo einem unter anderem Pädophilie vorgeworfen wird. Solle man sich nicht innerhalb von 72 Stunden melden, dann werden die Kontaktdaten veröffentlicht und man würde in allen europäischen Behörden als Sexualstraftäter registriert werden.

Tom Wannenmacher, 5. September 2022

Bereits im Frühjahr 2022 gab es eine Welle an unzähligen Erpresser-Mails, bei denen meistens die Polizei, Interpol oder auch Europol angegeben wurde. Die Anschuldigungen standen immer im Zusammenhang mit Kinder- oder Cyberpornografie, Pädophilie und Exhibitionismus. Im April 2022 beging wegen so einer gefälschten E-Mail ein Nutzer sogar Suizid. Wir haben HIER darüber berichtet. In einem Abschiedsbrief gab der Mann an, er könne mit dieser Anschuldigung nicht leben. Als dieser im April tot aufgefunden wurde, war die E-Mail noch auf dem Bildschirm.

Erneut machen solche gefälschten E-Mails die Runde! Diesmal ist der Absender die „Generaldirektion der Staatspolizei“ bzw. „Brigade Jugendschutz

Dem Empfänger wird unter anderem Pädophilie vorgeworfen. Sollte der Empfänger nicht innerhalb von 72 Stunden antworten, werden seine Kontaktdaten veröffentlicht. Zudem soll er in allen europäischen Behörden als Sexualstraftäter registriert werden.

Es handelt sich dabei um solche und ähnliche Schreiben. Im Kopfbereich erkennt man die „“

Screenshot: Im Kopfbereich erkennt man die „Brigade Jugendschutz“

Bei genanntem Vorfall handelt es sich um einen sogenannten“Authority-Scam“

Dieser Begriff lässt sich mit „Behörden-Betrug“ übersetzen. Kriminelle schlüpfen in die Identität einer Behörde, um deren Autorität für sich zu nützen und damit Daten abzugreifen, Geld zu ergaunern oder sonstige Verbrechen durchzuführen.

So erkennen Sie Authority-Scams

  • E-Mail-Adresse des Absenders: Sehen Sie sich die E-Mail-Adresse genau an. In diesem Fall kommen die E-Mails von gmail.com oder libertymail.co-Adressen. Dabei handelt es sich um keine offizielle E-Mail-Adresse der Polizei.
  • Fehlende Anrede: Wenn es keine Anrede gibt, Sie nur mit einem „Guten Tag“ oder mit „Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr“ angesprochen werden, können Sie davon ausgehen, dass das Schreiben massenhaft an unzählige Personen versendet wurde.
  • Keine konkrete Beschreibung der Straftat: Sie werden einer Straftat beschuldigt. Worum es sich aber genau handelt, wird nicht ausgeführt – also wann, was, wo konsumiert oder geteilt wurde.
  • Zeitdruck und zahlreiche Drohungen: Das Schreiben erzeugt Druck, sofort zu antworten. Wenn Sie nicht innerhalb von 72 Stunden antworten, wird angeblich ein Haftbefehl gegen Sie ausgestellt. Außerdem wird gedroht, dass Sie als „Sexualstraftäter“ erfasst und Ihre persönlichen Daten veröffentlicht werden. Hierbei handelt es sich um kein offizielles Vorgehen, die Kriminellen wollen Panik bei den Empfänger:innen der Nachricht auslösen.

Was ist zu tun, wenn Sie so ein E-Mail bekommen haben?

  • Sie haben ebenfalls eine dieser Nachrichten empfangen? Es besteht kein Grund zur Sorge. Löschen Sie die Nachricht einfach oder verschieben Sie die E-Mail in Ihren Spam oder Junk-Ordner.
  • Sie haben auf die Nachricht geantwortet? Auch hier besteht noch kein Grund zur Sorge. Bedenken Sie, dass die Kriminellen Ihnen in Zukunft vermehrt Fake-Mails senden werden. Seien Sie aufmerksam! Sollten Sie Geldforderungen von den Kriminellen erreichen, raten wir Ihnen diese einfach zu ignorieren.
  • Sie haben bereits Geld überwiesen? In diesem Fall sollten Sie sich umgehend an die Polizei wenden und Anzeige erstatten. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier. Wenn die Überweisung des Geldes noch nicht lange zurückliegt, können Sie ebenfalls versuchen das Geld zurückholen zu lassen – leider sind die Erfolgschancen hier sehr gering.

Antworten Sie nicht auf solche E-Mails und ignorieren Sie diese, es handelt sich dabei um Fälschungen!

Hinweis

Solche gefälschten E-Mails werden wahrscheinlich jeden Tag zu Hunderttausenden versandt. Während die meisten Internetnutzer den Betrug dahinter erkennen und diese E-Mails löschen, könne es jemanden auch „genau im falschen Moment, in einer belasteten Lebenssituation“ erreichen, schreibt die „Kleine Zeitung“. Umso wichtiger sei es zu wissen, dass Menschen auch durch solche vermeintlich offensichtliche Betrugs E-Mails in Extremsituationen kommen könnten. An dieser Stelle ein Appell des Experten der Kleinen Zeitung: 

„Wenn im Rahmen von Krisensituationen, unabhängig vom Auslöser, Suizidgedanken auftreten, raten wir dringend dazu, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ 

Wichtige Kontakte und Beratungsstellen:

Deutschland

Österreich

  • Psychiatrische Soforthilfe (0-24 Uhr): 01/313 30
  • Kriseninterventionszentrum (Mo-Fr 10-17): 01/406 95 95
  • Rat und Hilfe bei Suizidgefahr: 0810/97 71 55
  • Sozialpsychiatrischer Notdienst: 01/310 87 79
  • Telefonseelsorge (0-24 Uhr, kostenlos): 142
  • Rat auf Draht (0-24 Uhr, für Kinder & Jugendliche): 147
  • Sorgentelefon für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Mo-Sa 14-18 Uhr, kostenlos): 0800/20 14 40


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