Vortäuschung einer Entführung in Grimmen

Janine Moorees, 13. Juli 2017

Grimmen – Am 12.07.2017, gegen 8:30 Uhr, erhielten zunächst die Einsatzleitstelle und schließlich das Polizeirevier Grimmen mehrere Anrufe von einem unbekannten Mann mit unterdrückter Rufnummer.

In gebrochenem Deutsch teilte dieser der Polizei mit, er hätte eine Frau als Geisel und verlange 50.000,00 EUR in bar. Diese sollen in einem von ihm genannten Ablageort deponiert werden. Zudem gab er an, die Frau mit einer Waffe zu bedrohen.

Aufgrund dessen war davon auszugehen, dass gegenwärtig eine Entführung stattfindet. Im Polizeipräsidium Neubrandenburg wurde unter Leitung des Polizeiführers Nils Hoffmann-Ritterbusch eine Besondere Aufbauorganisation gebildet. Im Zuge der sofort eingeleiteten Ermittlungen und Fahndungsmaßnahmen konnte der Anschlussinhaber des Handys festgestellt werden. Die Polizeikräfte begaben sich zur Wohnung in der bekannt gemachten Adresse. In der Wohnung trafen die Polizisten zwei Männer (26 und 33 Jahre) und eine 22-jährige Frau an. Alle drei Personen wurden zur Dienststelle in Grimmen verbracht. Dort werden sie derzeit vernommen. In der Wohnung wurden zudem drei Handys sichergestellt – darunter auch das Telefon des Anrufers.

Der 26-jährige Beschuldigte, welcher nach ersten Erkenntnissen die Anrufe bei der Polizei tätigte, wies 1,89 Promille auf. Er besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit, sodass zu vermuten ist, dass er einen Akzent vorgetäuscht hat. Ferner ist er bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten. Der 33-Jährige stand nach dem Ergebnis eines Vortests unter Einfluss von Betäubungsmitteln.

Insgesamt waren ca. 200 Polizeikräfte am Einsatz beteiligt. Die andauernden Ermittlungen hat die Kriminalpolizeiinspektion Anklam übernommen. Zur Motivation können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Diese wird im Rahmen der Vernehmungen geprüft. Bei Vortäuschung einer Straftat und versuchter Erpressung ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren zu rechnen.


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