Aktuelles

Unseriöses Gebaren? Vorsicht bei Bestellungen auf druckerpatronen .de!

Ralf Nowotny, 24. September 2021
Information
Information

Druckerpatronen werden immer wieder gebraucht, doch eine Seite mit einfach zu merkender Adresse trickst augenscheinlich und beauftragt ein Inkasso-Büro.

Mein Vater war verwundert: Vor einigen Wochen bestellte er mal wieder Patronen auf druckerpatronen. de, wo er schon vorher ohne Probleme einkaufte. Doch diesmal war etwas anders: Statt der Rechnung lag nur ein Beipackzettel in der Packung. Er dachte sich nichts weiter dabei, eine Rechnung wird vielleicht noch separat kommen.
Stattdessen jedoch bekam er Post von einem Inkasso-Unternehmen. Und er war und ist nicht der einzige Kunde, dem das passierte!

Mehrere Kunden bekommen Inkasso-Post

Bereits seit einigen Jahren steht die Seite unter Kritik, so berichtete beispielsweise im Januar 2019 ein Kunde in einem Forum (siehe HIER), dass er augenscheinlich keine Rechnung bekam, stattdessen bekam er aber Post von einer Anwaltskanzlei Pamela Menzel aus Iserlohn mit der Aufforderung, die Rechnung + Gebühren zu bezahlen – ohne vorherige Mahnung.

Die Sendung „Marktcheck“ des SWR berichtet ebenfalls von mehreren Kunden, denen dies passierte:

Weder per Post, noch per E-Mail kamen Rechnungen oder Mahnungen, stattdessen jedoch einige Wochen später Post von dem Inkasso-Büro.

Nicht illegal, aber ein „Geschmäckle“

Einen gewissen praktischen Nutzen hat die Verknüpfung der Seite mit dem Inkasso-Büro:
Der Inhaber von druckerpatronen .de mit Sitz in Iserlohn ist Frank Menze,  seiner Ehefrau Pamela Menze leitet die Rechtsanwaltskanzlei in Iserlohn, die die Schreiben verschickt.

Dagegen ist nichts einzuwenden, es ist auch nicht illegal. Kritischer wird es nun aber, wenn man sich ansieht, was denn nun mit den Rechnungen und Mahnungen geschehen ist…

Rechnungen und Mahnungen mit Absicht im Spam?

Einige Kunden geben an, dass sie auch im Spam-Ordner keine Rechnungen und Mahnungen gefunden hätten, was aber auch daran liegen kann, dass viele Mail-Anbieter den Spam-Ordner nach einer gewissen Zeit automatisch leeren.

Doch einige Mails wurden dort doch gefunden: Tatsächlich landeten die Rechnungen im Mahnungen im Spam. Doch warum, wen doch ansonsten alle Mails der Seite, wie Werbung oder Bestellbestätigungen nicht als Spam gewertet werden?

Um das herauszufinden, beauftragte „Marktcheck“ Torben Weis, einen Experten für IT-Sicherheit an der Universität Duisburg, und der entdeckte in den Mails ein interessantes Detail:

Der Absender ist kein Mailserver
Der Absender ist kein Mailserver, Quelle: Marktcheck, YouTube

Im Gegensatz zu den üblichen Mails werden die Rechnungen und Mahnungen von einer Adresse verschickt, die nicht als Mailserver konfiguriert ist, weswegen sie von den meisten E-Mail-Anbietern als Spam erkannt wird.

druckerpatronen .de weht sich gegen die Vorwürfe

Auf der Seite „Trustpilot“ häufen sich gerade nach der „Marktcheck“-Sendung nun die negativen Bewertungen, weswegen die Firma unter mehreren Bewertungen antwortete (hier auszugsweise):

„Wir widersprechen auch ganz vehement dem Vorwurf, E-Mails oder Sendungsverfolgungs-Links fingiert oder manipuliert zu haben.

Bestellbestätigung und Rechnung werden bei Bestelleingang direkt über unser System verschickt.

Zahlungsinformationen, Zahlungserinnerungen und Mahnungen werden über einen renommierten Zahlungsdienstleister mit dem wir zusammenarbeiten versandt.

Sobald eine Mail nicht zugestellt werden kann, werden alle Informationen per Post zugestellt.

[…]

Abschließend möchten wir noch darauf hinweisen, dass es sich bei den anfallenden Beschwerde-Fällen um lediglich 0,02 % des Bestellaufkommens handelt.

Von einer „Geschäftspraktik“ kann man also nicht sprechen.“

Fazit

Es ist gut möglich, dass schon viele Kunden auf jener Seite bestellten und noch nie ein Problem mit den Bestellungen hatten. Es ist jedoch schon seltsam, dass es schon seit Jahren Probleme in der Art gibt: Rechnungen liegen nicht bei, kamen auch nicht per Post, sondern landeten, zusammen mit den Mahnungen, im Spam-Ordner – woraufhin dann die Frau des Geschäftsführers ein Inkasso-Schreiben samt saftiger Gebühr verschicken kann.

Wir raten dazu, bei Bestellungen auf druckerpatronen .de demnach genau einen Blick auf den Spam-Ordner zu werfen oder direkt mit der Firma Kontakt aufzunehmen, wenn eine Rechnung nicht auffindbar ist – bevor das Inkasso-Büro handeln kann!


Auch interessant:
Betrüger haben es anscheinend leicht auf Facebook: Warum einzelne Nutzer anschreiben, wenn man auch einfach eine Werbung schalten kann?


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel