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Vorsicht! Diese Email kommt nicht von card complete!

Kathrin Helmreich, 16. Oktober 2018
Vorsicht! Diese Email kommt nicht von card complete!
Vorsicht! Diese Email kommt nicht von card complete!

Vorsicht, im Moment sind wieder Emails im Umlauf, die auf den ersten Blick von card complete stammen.

Die Email soll den Empfänger dazu bewegen, sich über einen in der Mail befindlichen Link einzuloggen und so die eigenen Daten zu bestätigen.

Angeblich soll die Kreditkarte vorsorglich gesperrt worden sein und man müsse eine Kreditkartensicherheits-App installieren, um die Karte wieder nutzen zu können.

Doch Vorsicht! Diese Email stammt gar nicht von card complete! Der gesamte Inhalt ist frei erfunden und das Corporate Design wird missbräuchlich verwendet.

So sieht die aktuelle Version der Phishing-Falle aus:

Sceenshot by mimikama.at
Sceenshot by mimikama.at

Sehr geehrter Kunde,

wir müssen Sie darüber in Kenntnis setzen, dass wir Ihre Kreditkarte vorsorglich sperren mussten. Um wieder wie gewohnt Ihre Kreditkarte nutzen zu können ist die Installation unserer neuen Kartensicherheits-App zwingend erforderlich. Mit Einführung unserer neuen Nutzungsbedingungen ist es für alle Kunden die über ein Kreditkartenkonto bei uns Verfügen verpflichtend unsere Kartensicherheits-App zu installieren. Bitte holen Sie dies schnellstmöglich über den Nachstehenden Button nach. Mit Abschluss wird unser System automatisch wieder alle Einschränkungen aufheben und Sie können wie gewohnt fortfahren. Um Bearbeitungskosten für Sie zu vermeiden, beachten Sie diesen Vorgang binnen 14 Tagen abzuschließen.

Weiter zur App

Wir danken für Ihr Verständnis und bitten die Unannehmlichkeiten zu verzeihen.

Mit freundlichen Grüßen

Card Complete

Der Faktencheck

Hierbei handelt es sich um eine Phishing-Falle!

Denn folgt man dem Button, gelangt man auf diese Seite:

Screenshot by mimikama.at
Screenshot by mimikama.at

Dies hat absolut nichts mit card complete zu tun! Loggt man sich rechts oben mit den persönlichen Daten ein, gelangen diese direkt in die Hände von Betrügern.

Ergebnis:

Falls ihr eine solche Mail bekommt, dann klickt bitte niemals auf einen Link in der Mail, sondern geht lieber direkt auf die Seite von Microsoft und loggt euch dort ein, denn diese Mail ist ein astreiner Phishing-Versuch.

P.S.: Checkt man die echte card complete Webseite, wird ebenfalls vor diesem Phishing-Versuch gewarnt!

Ich bin Opfer geworden – was kann ich tun?

Auch bei aller Vorsicht kann es passieren, dass man in eine Falle tappt. Ist das Passwort erst einmal bei den Betrügern, kann man trotzdem noch Schlimmeres verhindern:

  1. Nimm unverzüglich Kontakt mit dem Unternehmen auf, für das deine persönlichen Benutzer- oder Login-Daten geklaut wurden. Bitte telefonisch beim Kundendienst um Sperrung Deines Accounts. Speziell bei Banken ist rund um die Uhr eine Sperr-Hotline erreichbar, die genau für solche und ähnliche Fälle existiert. Schildere Deinen Fall und umgehend wird Dein Account bzw. Benutzerbereich mit den alten Login-Daten nicht mehr erreichbar sein.
  2. Melde Dich beim Benutzerkonto an und prüfe, ob Du Dich noch einloggen kannst. Ist dies noch möglich, gehe umgehend zu dem Bereich, in dem Du Deine aktuellen Login-Daten ändern kannst. Lege ein neues Passwort fest und ändere, wenn möglich, auch den Benutzernamen und die hinterlegte Kontaktadresse.
  3. Kontrolliere umgehend, ob bereits Kontoänderungen oder Transaktionen vorgenommen wurden, denn meist sind Kriminelle sehr schnell. Überprüfe, ob beispielsweise Waren gekauft oder Abbuchungen vorgenommen wurden, für die Du selbst nicht verantwortlich bist. Sollte dies der Fall sein, informiere sofort den Kundenservice des jeweiligen Anbieters.
  4. Dokumentiere alle Auffälligkeiten. Fertige Screenshots an, drucke Kontoauszüge und die Phishing-Mail aus bzw. leite die E-Mail an das Unternehmen weiter, in dessen Namen die Internetkriminellen die Phishing-Mail versendet haben.
  5. Kontaktiere einen auf Internetbetrug spezialisierten Rechtsanwalt, schildere ihm Deinen Fall und reiche alle Dokumente ein, die mit dem Betrug in Zusammenhang stehen. Du solltest den Anwalt auch dann kontaktieren, wenn du bis dato noch keinen Schaden verzeichnen konntest.
  6. Eine 2-Faktor-Authentifizierung (sofern angeboten) verhindert Zugriffe auch dann, wenn Betrüger durch Phishing an die Zugangsdaten gelangt sind.

Übrigens gibt es auch beim Phishing Hoffnung, dass gestohlene Gelder, beispielsweise beim Onlinebanking, durch Banken ersetzt werden. Grundlage dafür bildet das Bürgerliche Gesetzbuch. Nach § 675u BGB sind Zahlungsdienstleister verpflichtet, bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen die entwendeten Zahlungsbeträge zu ersetzen. Allerdings gilt dies nur, wenn der Betroffene seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Weitere Informationen zur Rechtsgrundlage im Schadensfall findest Du hier.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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