Vorsicht bei Rechnungen für Telefonsex

Tom Wannenmacher, 27. Mai 2019
Wer keine Leistung in Anspruch genommen hat, muss auch nichts bezahlen. (Artikelbild: Liderina - Shutterstock.com)
Wer keine Leistung in Anspruch genommen hat, muss auch nichts bezahlen. (Artikelbild: Liderina - Shutterstock.com)

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor Rechnungen und Mahnungen für Telefonsex-Services.

„Letzte außergerichtliche Zahlungsaufforderung“ oder „Aufforderung zur unverzüglichen Zahlung“ – mit solchen Betreffzeilen fordert die Firma VETOR Inkasso aus Prag Beträge von bis zu 280 Euro. Sie unterstellt Verbrauchern, eine Erotikdienstleistung für 90 Euro in Anspruch genommen zu haben und stellt neben Mahnkosten diverse Pauschalen in Rechnung. Absender der ersten Rechnung sind Firmen wie EUSTAR beziehungsweise DELTA, ebenfalls aus Prag.

  • Wer keine Leistung in Anspruch genommen hat, muss auch nichts bezahlen.
  • Keinesfalls sollten sich Betroffene durch Drohungen einschüchtern lassen.

Betroffene schilderten der Verbraucherzentrale, versehentlich die Nummer angewählt und nach einigen Sekunden das Telefonat abgebrochen zu haben. Durch Rückwärtssuchen im Internet gelangen die Betrüger an die Adressen der Verbraucher und verschicken Rechnung und Mahnungen. Sie drohen mit negativen Konsequenzen und gerichtlichen Maßnahmen bis hin zur Zwangsvollstreckung. „Wer keine Leistung in Anspruch genommen hat, muss auch nichts bezahlen“, so Jennifer Kaiser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Keinesfalls sollten sich Betroffene durch Drohungen einschüchtern lassen.“

Screenshot: vzrlp
Screenshot: vzrlp

Bereits im letzten Jahr warnte die Verbraucherzentrale vor ähnlichen Rechnungen der Firma WERSO. Die Liste der Firmennamen, die in der Vergangenheit mit dieser Masche bekannt wurden, wird immer länger. Bislang sind beispielsweise Firmen wie TRC Telemedia, MB Direct Phone Ltd. beziehungsweise Czech Media Factoring, Kaver Plus oder Euro Solutions s.r.o. in Erscheinung getreten.

Wer unberechtigte Forderungen erhalten hat, kann sich in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale beraten lassen. Termine können telefonisch unter (06131) 28 48 0 oder online unter https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/onlinetermine-rlp vereinbart werden. Telefonische Beratung ist montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr am landesweiten Beratungstelefon der Verbraucherzentrale unter 09001 77 80 80 1 möglich. Die Kosten betragen 1,50 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Preise aus den Mobilfunknetzen können abweichen. Mit den Telefongebühren sind die Kosten für die Beratung beglichen.


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