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Spiegel Online, aber auch das Manager-Magazin schreiben, dass die Supermarktkette Veganz Insolvenz angemeldet habe. Verkaufen sich vegane Produkte also doch nicht?

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Spiegel Online und das Manager Magazin schreiben, Veganz sei mit seinem Konzept eines rein veganen Supermarktes „gescheitert“. Weiterhin heißt es „mindestens vier der […] Filialen“ sollen geschlossen werden. Durch die Art der Artikel und Titel wie „Anti-Fleisch Guru erklärt vegane Supermärkte für gescheitert“ bekommt man den Eindruck, vegane Produkte würden sich nicht verkaufen.

Das stimmt so nicht, sagt das Unternehmen.




Das Unternehmen selbst erklärte auf Facebook :

„Wir haben für eine unserer Retailgesellschaften (beinhaltet unsere 6 Filialen außerhalb Berlins) ein Schutzschirmverfahren initiiert, welches es Unternehmen, die eben noch nicht insolvent sind, ermöglichen soll, die betreffenden Unternehmensteile zu sanieren

Update: Das Unternehmen hat seinen Beitrag editiert und zugegeben, dass es sich bei einem „Schutzschirmverfahren“ tatsächlich auch um eine Planinsolvenz handelt.

Bis auf die Standorte in München und Frankfurt bleiben alle Geschäfte bestehen, sie werden lediglich „saniert“, heißt es.

Wie das Unternehmen weiter ausführt, wächst der Markt für vegane Produkte weiterhin rasant an, so konnte Veganz seinen Umsatz im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Sie schreiben dazu:

Durchgängig alle Lebensmittelhändler und Drogerieketten bieten heute eine breite Range an veganen Alternativen und kennzeichnen bzw. platzieren diese Produkte sehr prominent im Laden. Damit verringert sich die Nachfrage in den rein veganen Läden und Onlineshops und die Wirtschaftlichkeit muss unter den geänderten Rahmenbedingungen neu auf den Prüfstand gestellt werden, was in letzter Konsequenz auch die Aufgabe von Standorten zur Folge haben kann.

Veganz sei weiterhin Marktführer und verkaufe seine Produkte aktuell in mehr als 7000 Läden in ganz Europa:

Wir ziehen aus den letzten Jahren eine positive Bilanz und sehen uns für die zukünftige, weiterhin auf Wachstum ausgerichtete Entwicklung der Veggie Produktkategorien im Handel, sehr gut gerüstet.“

Die Meldung selbst bezeichnet das Unternehmen als „Fake News“.

Update 17.01 17:45: Das Manager Magazin stellt in den Kommentaren zum Post von Veganz fest:

Wir haben noch einmal beim Berliner Gericht nachgebohrt. Eine Gerichtssprecherin bestätigte dabei gegenüber manager-magazin.de offiziell: „Die Geschäftsführung der Veganz Retail GmbH hat beim Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt.“ Das Aktenzeichen lautet demnach 36 v IN 6446/16.

Fazit: Die Überschriften der Artikel suggerierten einigen Usern vielleicht ein vollständiges Aus der Supermarktkette und dass sich vegane Produkte nicht verkaufen würden, was so nicht stimmt. In den Artikeln selbst steht aber nichts Falsches. Jan Bredack und sein Unternehmen haben es anscheinend lediglich versäumt, selbstständig rechtzeitig transparent und offen das Thema zu thematisieren und versuchen jetzt, die Berichterstattung darüber mit dem Schlagwort „Fake-News“ zu diskreditieren. Im Kern stimmen diese doch: Das Unternehmen schrumpft, einige Filialen schließen. Veganz-Produkte wird es jedoch weiterhin zu kaufen geben.

Thomas_LThomas Laschyk, Chefredakteur Volksverpetzer Journalist, Blogger, und Tierrechtsaktivist aus Augsburg. Auf seinem Blog Der Volksverpetzer beschäftigt sich Laschyk auf kritische und kreative Weise mit Themen aus Bundes- und Weltpolitik, bis zu Wirtschaft, Finanzen und ethischen Fragestellungen. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.