Der europäische Gerichtshof hat entschieden, dass veganer Käse nicht „Käse“ und Sojamilch nicht „Milch“ heißen darf. Leberkäse und Kokosmilch dürfen wohl weiter so heißen? Weil… ach keine Ahnung, weil VeganerInnen scheiße sind, deshalb!

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So ein Käse. Die vegane Community ist empört und die Presse melkt das Thema.. äh, ich meine schlachtet das Thema … ah mist, ihr wisst was ich meine!

“Tofubutter”, “Veggie-Cheese” und “Sojamilch” müssen sich umbenennen. Warum? Also es ging um eine Klage, da laut EU-Normen genau definiert ist, was Käse und was Milch ist und unter diese Definition fallen die veganen Alternativen eben nicht. Und alles andere sei Verbrauchertäuschung.

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Millionen Menschen endlich von einer alltäglichen Qual erlöst!

 

Wer kennt es nicht? Wie oft greift man nach Milch und Käse und stellt dann erst zu Hause fest – Es war nur die vegane Variante! Und erst beim genaueren Hinsehen stellt man fest, dass vorne fünf Mal das Wort „vegan“ steht, hinten noch drei Mal und in den Inhaltsstoffen fehlt auch jeder tierische Ursprung. Wie hätte man es ahnen können!




(Also, das mit der Anzahl des Wortes “vegan” auf der Packung ist tatsächlich keine Übertreibung, steht so auf meinem veganen Käse. Äh ich meine… Gary.)

 

Aber endlich wissen die Verbraucher auch wirklich, was in den Produkten drin ist, die sie kaufen. Wie in der Lasagne. Da weiß man immer genau, was im Hackfleisch drin ist.

Leberkäse? Scheuermilch? Bärchenwurst? WURSTSALAT??

 

Ich meine, ich sehe den Sinn schon darin, genau zu definieren was Käse (und Milch etc.) ist und was nicht. Sonst kannst du ja alles Mögliche zusammen panschen und es als Käse verkaufen. Und in gewisser Weise ist ja auch genau das das, was vegane Produkte machen – Irgendwas zusammen panschen, das nach Käse schmecken soll und so aussehen soll.

 

Man könnte natürlich die Definition von „Käse“ auch so schreiben, dass auch veganer Käse mit eingeschlossen ist. Und halt meine hausgemachte Sägemehlpampe halt nicht. Aber beides wird halt als Käse beim Essen verwendet. Also nicht meine Pampe, ich meine den veganen Käse. Darf ich jetzt noch von Käsefüßen sprechen?

 

Jetzt ist halt die Frage, ob Wurstsalat, Scheuermilch, Kokosmilch, Fruchtgummis (Sie sehen aus wie Früchte, sind aber aus gemahlenen Schweineknochen – Verbrauchertäuschung!!1) und Leberkäse etc. auch umbenannt werden müssen und wenn nein, wie das denn begründet wird. Welche Begründungen treffen auf diese nicht zu, die gleichzeitig aber auf den veganen Käse zutreffen?

‪Der EuGH entscheidet, veganer Käse darf nicht "Käse" genannt werden, weil das die Verbraucher täuschen könnte. Währenddessen, im Supermarkt:‬

ruthe.de 发布于 2017年6月14日

Die gute alte Tradition

 

Das Urteil bezieht sich jetzt erstmal nur auf Molkereiprodukte und nur auf Lebensmittel, womit zum Beispiel Begriffe wie Sonnenmilch und Scheuermilch wegfallen dürften und andere Bezeichnungen aufgrund von “Tradition” bleiben könnten, wie Leberkäse oder Mandelmilch. Wenn man mit “Verbraucherschutz” argumentiert, ist ein „Traditionsprodukt“ weniger leicht zu verwechseln.

Naja, macht schon irgendwie Sinn, aber.. meh? Sojamilch gibt es seit 1913 in Deutschland. Ist das nicht traditionell genug? Ab wann ist etwas Tradition? Aaah.

Jetzt mal ehrlich… ist doch egal, oder?

 

Was regen sich die VeganerInnen eigentlich auf? Ich meine, ist das nicht genau das, was sie wollen? Sie wollen eben NICHT Milch trinken und Käse essen. Also… win?

Und die Produkte selbst ändern sich ja auch nicht. Was ist dann das Problem?

 

Na, wir VeganerInnen pöbeln halt gerne!

Nein, Scherz, das Problem liegt darin, dass die meisten VeganerInnen eben halt gern weiter Wurst, Milch und Käse essen wollen. Aber aus diversen Gründen die Tierprodukte nicht essen wollen. Und dann könnte man halt zu den pflanzlichen Alternativen greifen. Viele Menschen wissen sowieso nicht, dass man sich auch etwas anderes ins Müsli oder in den Kaffee schütten könnte statt Kuhmilch.

 

Und nicht nur Sojamilch! Auch Hafermilch, Mandelmilch, Reismilch, Hanfmilch (Ja wirklich!), Haselnussmilch, Lupinenmilch, und so weiter. Und das ist auch kein chemisches Hexenwerk sondern halt zum Beispiel einfach nur: Soja und Wasser. Ende. Wirklich, mehr nicht.

 

Aber ich schweife ab: Den meisten VerbraucherInnen wird es schwerer fallen, zum Beispiel mit dem “Pizzaschmelz” eine gesunde, umwelt- und tierfreundliche Alternative zu Käse zu assoziieren. Irgendwelche Fantasienamen klingen fremd, künstlich und … eklig. (Und ja, es gibt ein paar eklige veganen Käsesorten, aber hey, auch nicht jede Wurstsorte schmeckt jedem…)

 

Das ist tatsächlich also einfach ein Wettbewerbsnachteil.

 

Aber ja, bei aller Liebe zum EuGh, das wirklich eine sinnvolle Institution ist: Das war eine unnötige Entscheidung, und lediglich ein kleines Geschenk an die Agrarindustrie. Das betraf zwar jetzt nur Molkereiprodukte, aber vegane Wurst und Schnitzel stehen als nächstes auf der Speisekarte der Lobbyisten. Oder halt eben nicht.

 

Mein Alternativvorschlag: Nennen wir Kuhmilch doch Eutererzeugnis!

 

Aber wenn das Urteil explizit sagt, dass sich nur Produkte so nennen dürfen, die aus einem Euter stammen: Warum nennen wir sie dann zum Wohle des Verbrauchers nicht viel treffender “Eutererzeugnisse”? Na… na…?

Thomas_LThomas Laschyk, Chefredakteur Volksverpetzer Journalist, Blogger, und Onlineaktivist aus Augsburg. Auf dem Volksverpetzer beschäftigt sich Laschyk auf kritische und kreative Weise mit Themen aus Bundes- und Weltpolitik, bis zu Wirtschaft, Finanzen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.
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