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Das deutsche Rentensystem funktioniert nur unter Bedingungen, wie sie heute nicht mehr gegeben sind. FrauMaja fordert eine Lösung, denn so kann es nicht weitergehen.

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Unser Rentensystem geht davon aus, dass wir 45 Jahre oder länger durchgängig in einem gut bezahlten Job arbeiten, neben der staatlichen Rente noch in eine private Altersvorsorge einzahlen und nebenbei ein paar Kinder kriegen, damit das Solidarsystem weiterhin stabil bleibt.

Die Frage ist nur: Wie genau soll das machbar sein?

Zunächst gehen die Allermeisten heute länger in die Schule als früher. Abitur muss schon sein, auch für Ausbildungsberufe. Und wenn man dann nur die Ausbildung macht und nicht mindestens nachher ein Studium obendrauf sattelt, gilt man beinahe als bildungsfern.

Kinder kriegen ist in dieser Zeit natürlich nicht drin. Grade als weibliche Angestellte zwischen 20 und 35 wirst danach in Bewerbungsgesprächen tausendprozentig gefragt und natürlich musst du dann treuherzig erklären, dass du da nichts geplant hast, du erstmal karrieretechnisch weiterkommen willst und du außerdem auch gar nicht so der Familienmensch bist.




Ob das jetzt stimmt oder nicht, ist egal. Die Frage ist ja eher: Wie sehen deine Chancen aus, einen Job zu bekommen, der ausreicht, um genug Geld in die Rentenkasse einzuzahlen, damit man später nicht auf Grundsicherung angewiesen ist.

Kürzlich las ich mal in einer Broschüre der IG Metall ein Rechenbeispiel mit einem Verdienst von über 3000€ Brutto, bei dem es nach derzeitiger Rentenlage am Ende sehr bitter aussieht und habe dann ziemlich laut und bitter gelacht. 3000€ Brutto. Haha.

Übrigens sind derzeit 40% aller Arbeitsverhältnisse atypisch, also Teilzeitjobs, Minijobs, befristete Verträge, Leiharbeit…

Wir überlegen mal kurz, wie gut die meisten davon wohl bezahlt werden und ob das wohl am Ende für eine gute Rente reicht.

Der Generationenvetrag kann gar nicht mehr funktionieren

Nicht nur, dass Kinder ein Karrierehemmnis besonders für Frauen sind, es ist auch immer schwieriger, eine Familie mit womöglich nur einem Einkommen zu ernähren. Und das, obwohl es schon heute immer mehr ältere Menschen und immer weniger Kinder gibt. Der Generationenvertrag frisst sich also selbst.

Das Dilemma der Menschen mit schlechtem Verdienst ist ja nicht nur, dass die gesetzliche Rente am Ende nicht sehr hoch ausfallen wird, sondern dass sie sich auch heute schon oftmals keine private Altersvorsorge leisten können.

Es bleibt ihnen also überhaupt nichts anderes übrig, als auf die vorprogrammierte Altersarmut zu warten, für die ihnen dann noch selbst die Schuld gegeben wird.

Dies ist ein weiterer Grund, warum ein Grundeinkommen dringend notwendig ist. Das Rentensystem, der Generationenvertrag, so wie er jetzt ist, funktioniert nicht mehr. Wer soll es schaffen, bis 70 oder länger zu arbeiten? Gerade in körperlich anstrengenden Jobs, die schlecht bezahlt sind, ist das schwerlich möglich. Ich denke hier beispielsweise an Jobs in der Pflege. Sollen hier die Alten die noch Älteren pflegen? Wohl kaum.

Es ist Zeit, dass progressive, fortschrittliche Lösungen gefunden werden, aber das ist nicht in Sicht. Das ist auch ein Grund, warum beispielsweise die SPD in den letzten Wahlen so schlecht abgeschnitten hat. Man erwartet von ihr Lösungen für die Sozialpolitik, weil das eigentlich ein Kerngebiet der Sozialdemokraten sein müsste – diese konnte sie aber in keinster Weise liefern. Dass es diese Lösungen auch bei CDU-geführten Regierungen nicht geben wird, das ist leider ein Dilemma unserer Zeit.

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FrauMaja, Redakteurin Volksverpetzer FrauMaja ist 31 Jahre alt, Bloggerin aus der Ruhrpottperipherie und hat ein Herz für das Bedingungslose Grundeinkommen und soziale Themen. Hier schreibt sie über ihren Traum von progressiver Politik. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.