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YouTube ist ein Ort, an dem viele Menschen ihre Meinung in die Kamera sagen und damit teilweise Millionen Gleichgesinnte oder eben auch Gegner erreichen. Nach dem letzten Hassvideo des 700.000 Abonnenten starken YouTubers MERT führen zu einer großen Frage: Unterschätzen diese Menschen ihre Macht als »Influencer«?

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Der deutsche YouTuber Mert Eksi provozierte kürzlich in einem Video mit homophoben Äußerungen, die nicht Ohne waren: »Ich toleriere Schwule einfach nicht, ich akzeptiere das nicht« oder »Das ist unmenschlich sowas […]«, waren seine konkreten Aussagen in dem Video mit dem schillernden Namen »STATEMENT«. In dem inzwischen gesperrten Video pocht er vor allem auf seine Interpretation von Meinungsfreiheit: »Ok, ich sage, ich bin gegen Schwule. Akzeptiert das. Das müsst ihr akzeptieren, meine Meinung müsst ihr akzeptieren.«

Sagen wir es so: MERT, Du darfst sehr gerne Deine Kommentare zu Themen abgeben, die Dir auf dem Herzen liegen – aber Homosexualität als »unmenschlich« zu bezeichnen fällt nicht mehr als Meinungsfreiheit, sondern das ist Hetze!




Die Reaktionen

Eher reaktionär hat sich nun aber auch das zur RTL Group gehörende Netzwerk »Divimove« von diesem YouTube-Sternchen getrennt. Viel zu spät meinen einige User zum Statement des Unternehmens für sogenannte »Influencer«: Mert Eksi hatte schon in der Vergangenheit Hass und Intoleranz gegen homosexuelle Menschen geschürt – ganz abgesehen, dass er im Sekundentakt extrem hasserfüllte Beleidigungen nutzt.

Dazu kommt, dass Mert in einem »Statement II« sagt, dass er sich sowieso von Divimove trennen wollte – gleichzeitig feiert er sich, dass der Aufruhr um sein Video ihn jetzt zu einem Star gemacht hat: Momentan trendet das Video weit abgeschlagen bei YouTube. Danke Mert.

Mert VVPInfluencer sagen ihre Meinung … oder?

Das Prinzip ist extrem einfach: Du erstellst einen YouTube-Account, besorgst Dir eine Kamera (zur Not tut’s auch das Smartphone) und dann immer schön die eigene Meinung labern und auf Video bannen – Fakten oder eine objektive Betrachtung sind dabei meist zweitrangig. Ob Du damit zu einem Star wirst, hängt von sehr vielen Faktoren ab.

Aber wenn Du nun einen Kanal mit 700.000 oder mehr Followern hast, dann hast Du auch eine Verantwortung: Die Verantwortung keine Scheiße zu labern und Hass zu verbreiten!

Erst vor wenigen Wochen hat die Disney-Tochter »Maker Studios« den Vertrag mit dem weltweit berühmteste YouTuber PewDiePie (53.956.700+ Abonnenten) gelöst. Er hatte antisemitische Äußerungen verbreitet um »einen Witz« zu machen. In einer kurzen Erklärung lässt er allerdings jegliche Entschuldigung vermissen. Auch Mert Matan (999.000+ Abonnenten) hatte mit seinem »Gay Prank« vor rund einem Jahr heftigen Gegenwind bekommen und seinen Vertrag verloren.

Diese kleinen und großen Internet-Sternchen haben einfach vergessen, dass a) das Internet kein rechtsfreier Raum ist und b) nicht alles einfach unter die »Meinungsfreiheit« fällt und letztendlich c) eine wichtige Verantwortung gegenüber der Gesellschaft haben: Ihre Plattformen nicht dafür zu nutzen, Hass gegen Menschen zu multiplizieren.

In Zeiten, in denen rechte Parteien immer mehr Zulauf bekommen und Homophobie ein Alltags-Delikt zu sein scheint, sollten nicht nur YouTuber kurz darüber nachdenken, ob sie für ein paar Klicks und »Likes« alles tun sollten. Vor allem, wenn es um die Gefährdung von Menschen geht!

Übrigens gibt es auch einen Lichtblick heute: Die Regierung Finnlands entschied sich am 1. März dafür die Ehe für alle zugänglich zu machen. Damit haben homosexuelle Paare in Finnland nun einen mehr Gleichberechtigung und dürfen bspw. auch Kinder adoptieren.

Interessante Video-Antworten zu MERT:

»Merts Statement – Heider Hated«

»MERT – Homophob und asozial – #WirGegenHomophobie – WuzzUp Feedback«

Mario Burbach, Autor Volksverpetzer Visual Storyteller aus Berlin, setzt sich mit visuellen Mitteln für Tierbefreiung und Umweltaktivismus ein – manchmal macht er aber auch Dinge, die Spaß machen. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.