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Als FrauMaja zum Hashtag #MannfuereinenTag sarkastisch twitterte, bekam ihr Tweet mehr Aufmerksamkeit als sie erwartet hatte – Und auch ganz andere Reaktionen.

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Freitagmittag. Soeben hat meine Mittagspause begonnen, ich checke Twitter, sehe dass der Hashtag #MannfüreinenTag trendet und rotze mal eben einen sarkastischen Tweet ins Netz.

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Das war der Tweet:

 

Warum wird ein Tweet, über den man lange nachgedacht hat, kaum retweetet und so ein Schnellschuss sehr oft? Man weiß es nicht.




Während viele Frauen ihn zustimmend retweeten und kommentieren bleiben die Reaktionen von empörten Männern auch nicht aus.

 

Die reichen von „Aber Männer mit viel Sex werden auch blöd angesehen“ bis hin zu „DICH WILL DOCH EH NIEMAND FICKEN!“ Letzteres hört Frau ja eigentlich bei jeder feministischen Diskussion, das ist jetzt nicht wirklich kreativ.

 

Mein Favorit ist die Antwort mit der „Sperrmüllfotze“. Ob dieser kreativen Wortschöpfung bin ich wirklich tief beeindruckt.

Ich war ja etwas erstaunt ob der Typen, die sich von dem Tweet angepisst fühlten. Hab ich irgendwo erwähnt, dass es nur Männer sind, die Frauen Schlampe nennen?

Tatsächlich kriege ich solches Gerede nämlich eher von Frauen mit, die sich über ihre Geschlechtsgenossinnen auslassen. Manchmal sind sich Frauen leider selbst die größten Feindinnen.

 

Aber alle Reaktionen zeigen mir eines: Wir leben im Jahr 2017. Es wird allen Ortens über Sex geredet. Nackte Haut ist allgegenwärtig. Im Kino wird bei 50 Shades of Grey gezeigt, wie SM Beziehungen nicht laufen sollten. Es gibt massenweise Artikel und Berichte über polyamore Lebensmodelle. Alles scheint möglich. Alles scheint offen.

 

Aber all das ist nur auf dem ersten Blick richtig.

 

In Wirklichkeit ist Sex offenbar immer noch etwas, was hinter vorgehaltener Hand passiert.

 

Sex ist immer noch ein Machtinstrument und Sex gilt immer noch als anstößig. Immer noch gelten Frauen (Oder Menschen im Allgemeinen?), die Sex mit verschiedenen Personen haben als ‚verbraucht‘ und ’schmutzig‘. Noch immer herrscht da unfassbar viel Prüderie.

Einfach mit anderen Menschen Spaß haben? Mit anderen Menschen Beziehungen eingehen, ob nun rein körperlich oder nicht? Ohne, dass einem jemand reinredet? Schwierig.

 

Dabei ist bei Beziehungen doch vor allem eines wichtig: Ehrlichkeit.

 

Klar, beim Sex macht man sich verletzlich, man gibt viel von sich Preis. Und wenn man in einer Partnerschaft und mit anderen Menschen schläft, ohne das mit dem Partner abzusprechen, dann ist schnell einer verletzt. Ebenso, wenn man miteinander schläft und sich ein Partner Hoffnungen auf mehr macht.

 

Insofern ist mein Kredo vor allem eines: Habt miteinander Spaß, aber seid auch ehrlich zueinander. Sprecht miteinander! Darüber was ihr euch erwartet, was euch wichtig ist, worauf ihr steht. Dann kann man man so viel entspannter an die Sache rangehen!

 

Oh, und wo wir schon dabei sind: Sich beim Sex zu schützen ist auch eine prima Idee, dann schwerwiegende Krankheiten braucht niemand.

 

Was mich an den Reaktionen auf meinen Tweet auch ziemlich amüsiert hat, war die Tatsache, dass viele für gegeben hielten, dass ich mich offenbar nach Lust und Laune durch die Gegend vögele, obwohl ich nichts darüber gesagt hatte.

Aber da muss ich sagen: Wenn euer Gehirn euch da so tolle Fantasien beschert, dann will ich euch mal in dem Glauben lassen. Mein Freund fand das übrigens auch ziemlich witzig.

 

Soviel zur Geschichte eines Tweets, der mich einiges über Prüderie gelehrt hat, und über die Reaktionen, die er auslöste, zum Teil sehr zum Lachen brachte.

Maja_TFrauMaja, Redakteurin Volksverpetzer FrauMaja ist 31 Jahre alt, Bloggerin aus der Ruhrpottperipherie und hat ein Herz für das Bedingungslose Grundeinkommen und soziale Themen. Hier schreibt sie über ihren Traum von progressiver Politik. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.