Die FDP versteht es meisterhaft, sich zu inszenieren. Und sie hat die Gunst der Stunde genutzt, um direkt für den nächsten Wahlkampf als prominenteste Partei dazustehen.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Es wurde die letzten Wochen viel darüber geredet, dass es in diesen Zeiten vor allem darum ginge, Verantwortung für das Land und ihre Menschen zu übernehmen. Alle an den Sondierungsgesprächen beteiligten Parteien sprachen davon: Unsichere Zeiten, gesellschaftliche Gräben überwinden, Zukunft gestalten und Kompromisse eingehen. Die Welt und Deutschland bräuchten gerade jetzt eine stabile Regierung, die führt und Impulse setzt.

Was wir jetzt haben ist ein innenpolitisches Chaos, welches keiner wirklich bei Namen nennen will. Aber wie schon Peter Kleinfinger aus der Erfolgsserie Game of Thrones sagte: “Chaos ist eine Leiter.“ Die Frage letztendlich ist wer bzw. welche Partei aus diesem Chaos seinen Nutzen ziehen wird. Aber der Reihe nach.


Lindner und seine Strategie

Zunächst kann man auf jeden Fall den Ursprung unserer derzeitigen Situation zurückverfolgen: Lindner, der mitten in der Nacht verkündet, man steige aus den Gesprächen aus. Das sahen einige Kommentatoren nicht kommen, gerade weil auch der Fokus der Öffentlichkeit eher auf den Konflikten zwischen den Grünen und der CSU lag. Wenn Jamaika scheitert, so wäre die Schuld bei einer dieser Parteien zu suchen gewesen. Nun plötzlich ist die FDP am Ende der Spielverderber.

Einiges deutet darauf hin, dass Lindner diesen Move schon länger, wenn nicht sogar schon zu Beginn der Gespräche geplant hatte. Der von Lindner platzierte Ausspruch „Lieber nicht regieren als falsch.“ kreist durch die sozialen Medien und lässt Lindnerfans gleichermaßen jubeln wie FDP Kritiker haten. Die Grafiken zur groß angelegten Social Media-Kamapgne der FDP datieren auf den 16.11. Dass die FDP meisterhaft versteht, sich medial zu inszenieren, erklärt Kathrin Grote, Social Media Chefin Lindners, hier – Und der neueste Ausspruch ist wie geplant viral geworden.

Die FDP hat schon während den Sondierungen mit dem Wahlkampf begonnen

Polarisierung hatte Lindner schon im Wahlkampf genutzt, ob es nun um Flüchtlinge ging, die alle zurück in ihre Länder abgeschoben werden sollen oder die Annektierung der Krim zu akzeptieren. Denn die Polarisierung bietet 3 Effekte: Man kommt in die Medien, man gewinnt neue Wähler am entsprechenden Polarisierungspunkt und stärkt durch den Shitstorm der Gegenseite die Identifikation des eigenen Lagers mit der Partei. Nichts, was wir nicht schon aus dem US Wahlkampf kennen würden.

Lindner jedoch zwingt mit seiner Strategie einem ganzen Land seinen Willen auf. Man muss kein Politikexperte sein, um zu sehen, dass Lindner vor allem das Lager der Establishment-Kritiker und seine eigenen Wähler mit dieser Aktion gewinnen wollte. Mehr noch macht es zumindest für mich den Eindruck, als würden Lindners Ambitionen weitergehen als Minister im Regierungskabinett Merkels zu werden. Merkels Zeit neigt sich früher oder später dem Ende zu, Lindner hat diesen Umstand jedoch deutlich beschleunigt.

Entweder schwindet der Rückhalt in der Bevölkerung oder der in der eigenen Partei. Eine theoretisch gute Ausgangslage für einen Kanzlerkandidaten Lindner 2021. Was so ein „fresher“ „junger“ Politiker mit einer guten Marketingkampagne erreichen kann, zeigten ja schon Macron und Kurz. Wer ein solches Szenario für unwahrscheinlich hält, dem sei gesagt, dass die CDU in nächster Zeit sicherlich keine Koalition mit der FDP eingehen wird, solange ihr Vorsitzender Christian Lindner heißt. Lindner ist nicht der Typ für Zufälle und wie wir aus seinem Stern Beitrag aus dem Jahr 1997 wissen, plant er seine Zukunft schon immer weit im Voraus: „Probleme sind nur dornige Chancen.“

Ein Kommentar spiegelt die Meinung des Autors wider und nicht die Ansicht Mimikamas oder des Volksverpetzers als Ganzes. Auch wenn die Volksverpetzer-Kommentare ebenfalls auf überprüfbaren Fakten basieren, so stellt dieser Artikel die Meinung des Autors dar.

14111889_1826590450909615_604611310_n

-Mimikama unterstützen-