In meinem Bekanntenkreis spielt es keine Rolle, wer wen und wieviele Menschen liebt. Aber das ist eben mein Eindruck. Aber wie sich queere Menschen außerhalb dieser Bubble fühlen und im Alltag Diskriminierung erleben, das kann ich nur erahnen. Und deshalb ist das hier heute mal ein Aufruf zum Zuhören.

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Ich hatte ja darüber nachgedacht, so passend zum LSBTTIQ*-Monat Juni ein flammendes Plädoyer zum Thema LSBTTIQ*-Rechte zu schreiben.

Andererseits bin ich ja nun mal Hetero und kein Teil dieser LSBTTIQ*-Gemeinschaft.

Und ich rege mich auch immer furchtbar darüber auf, wenn sich Männer plötzlich an die Spitze der feministischen Bewegung setzen und mir erklären, wie ich richtig feministisch zu sein habe.

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Deshalb wäre es vermessen, jetzt als Hetero das Thema an mich zu reißen und zu erklären, was da das Beste ist.

 

Aber trotzdem ist es mir wichtig, mit meinen queeren Freunden solidarisch zu sein. Dazu gehört aber auch, ihnen zuzuhören, wenn es um ‚ihre‘ Themen geht.




In meiner Bekanntenkreis-Bubble spielt es gefühlt keine Rolle, wer wen und wieviele Menschen liebt. Aber das ist eben mein Eindruck. Aber wie sich queere Menschen außerhalb dieser Bubble fühlen und im Alltag Diskriminierung erleben, das kann ich nur erahnen.

Das höre ich aus ihren Erzählungen und das höre ich, wenn ich mit anderen Menschen rede, die queere Menschen immer noch ‚irgendwie eklig‘ finden. Ja, das passiert viel zu oft. Natürlich gebe ich dann Kontra. Aber trotzdem, solche Beleidigungen treffen mich nicht, weil ich nämlich zufälligerweise das ‚richtige‘ Geschlecht liebe. Sie machen mich aber traurig, weil sie viele Menschen treffen, die mir wichtig sind.

 

Und deshalb ist das hier heute mal ein Aufruf zum Zuhören.

 

Wenn es um Diskriminierung geht, von der ihr nicht betroffen seid, dann hört denen zu, die betroffen sind.

Das funktioniert übrigens bei allen Themen, nicht nur bei den Rechten von queeren Menschen.

 

Für mich sind Christopher Street Day (CSD) Veranstaltungen beispielsweise tolle Feste, bei denen ich als Frau praktischerweise meistens nicht von besoffenen Typen angequatscht werde, wie auf anderen Volksfesten. Ich bin da wirklich gerne! Die Stimmung ist meistens gut und alles ist wunderbar bunt:

Aber für die queeren Menschen sind diese Veranstaltungen natürlich sehr viel existenzieller!

 

Sicherlich, dass der CSD in Köln und in anderen Städten stattfinden kann, ist heute selbstverständlich. Und trotzdem gibt es immer noch genug Leute, die einen CSD anrüchig finden. Leute, die meinen, queere Menschen würden ihnen etwas ‚wegnehmen‘ wollen, wenn sie Gleichstellung und ein Ende der Diskriminierung fordern.

Da gab es beispielsweise kürzlich diese Äußerung von dem UFOlogen Herrn Däniken, der vielleicht einfach nur zu viele Chemtrails geschnüffelt hat.

Aber mir haben auch schon Arbeitskollegen gesagt, dass sie mit ihren Kindern nie zu einem CSD gehen würden, weil sie nicht wollen, dass die lieben Kleinen ’sowas‘ sehen.

Die Weigerung der Bürgermeister von Dresden und Chemnitz, zum CSD in ihren Städten eine Regenbogenflagge am Rathaus zu hissen, zeigt auch deutlich, wie weit es mit der Toleranz her ist.

 

Und dann fühle ich mich wieder sehr privilegiert und merke, wie wenig ich darüber weiß, wie es sich anfühlt, wegen seiner Sexualität oder Genderidentität diskriminiert zu werden.

Deshalb möchte ich mich im Monat Juni, genauso wie in jedem anderen Monat, vor allem an die Seite meiner queeren Freunde und alle LSBTTIQ*-Menschen stellen, ihnen zuhören und mit ihnen solidarisch sein.




Ich brauche meine Privilegien in Sachen Ehe, Adoption, Erbrecht und so weiter nicht. Wenn ihr gleichberechtigt seid, dann fehlt mir nichts, aber ihr gewinnt dazu! Das wünsche ich mir sehr!

 

Ich wünsche mir aber auch keine Welt, in der es egal ist, wer wen liebt. Denn Liebe ist nicht egal. Aber ich wünsche mir eine Welt, in der es normal ist, dass jeder liebt, wen er möchte. Denn Liebe ist etwas tolles. Jeder sollte lieben! Und geliebt werden!

 

Deshalb: Seid solidarisch und liebt einander! :*

Artikelbild: Shutterstock

FrauMaja, Redakteurin Volksverpetzer FrauMaja ist 31 Jahre alt, Bloggerin aus der Ruhrpottperipherie und hat ein Herz für das Bedingungslose Grundeinkommen und soziale Themen. Hier schreibt sie über ihren Traum von progressiver Politik. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.
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