Einige Bauern rufen jetzt zum Boykott des Wurstherstellers Rügenwalder Mühle auf. Weil Geschäftsführer Rauffus gesagt hat, Fleisch sei zwar „lecker, ernährungsphysiologisch jedoch nicht sehr wertvoll.“ Die Zukunft gehöre der Wurst ohne Fleisch.

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Um den Wurst- und Fleischwarenerzeuger “Rügenwalder Mühle” gab es in den letzten Jahren großen Presserummel. Als einer der ersten bekannten Fleisch-Giganten kreierte die Rügenwalder Mühle, in Zusammenarbeit mit einer großen Vegetarier- und Veganerorganisation, nicht nur vegetarische Fleischalternativen, sondern bewarb diese auch in einem Umfang, wie er sonst nur für unvegetarische Wurst- und Fleischprodukte bekannt ist.

Die Werbekampagne war erfolgreich und die Produkte hatten auch geschmacklich Erfolg bei den Konsumenten. Nach wenigen Monaten übertrafen die Verkäufe alle Erwartungen. Neue, auch vegane Produkte, wurden kreiert, die Pläne für ein neues Werk mit zahlreichen neuen Mitarbeitern entstanden.




Das Ende der Fleischproduktion?

Heute stellt sich Christian Rauffus, Inhaber und Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle, gar die Frage, ob sein Unternehmen in Zukunft womöglich mehr und mehr vegetarische und vegane Produkte, bis hin zum Ende der klassischen Fleischproduktion, erzeugen wird.

Rauffus nennt einen guten Grund, warum sich unser Einkaufs- und Konsumverhalten in der Zukunft womöglich verändern wird. Die Wurst sei lecker, ernährungsphysiologisch jedoch nicht sehr wertvoll. Alternativen sieht er z.B. in den Hülsenfrüchten.

Neben dieser Tatsache wären auch noch das Leid der Tiere, die Belastung der Umwelt, der Veredelungsverlust wertvoller Ressourcen und die Zoonosengefahr (derzeit bangt alles wegen der Vogelgrippe) zu nennen.

Vegetarische und vegane Produkte werden auch von Bauern produziert

Rauffus Vorstoß überrascht anscheinend nicht nur, sondern ruft auch Boykottaufrufe einiger Landwirte hervor. Einige Schweineerzeuger erklären nun, keine Rügenwalder-Produkte kaufen zu wollen.




Reichlich polemisch fällt man nun den Kollegen in den Rücken. Denn in Zukunft wird die Rügenwalder Mühle ihre Produktion nicht einstellen, sondern nur Verändern und somit anderen Produkten aus der Landwirtschaft beziehen. Hühnereier statt Schweinefleisch, Hülsenfrüchte und Getreide statt Putenfleisch.

Rügenwalder erschafft damit nicht einen Trend, sondern bedient diesen nur. Schon länger stehen nicht nur Erzeuger von Schweinefleisch unter Preisdruck, sondern die ganze tiererzeugende Branche, während der Kauf von explizit vegetarischen Produkten auch bei Menschen zunimmt, die nicht vegetarisch leben. Einfach, weil heute die Verbreitung von Informationen über die Tierproduktion und ihre Nebenwirkungen zunimmt.

Jetzt ist es an den Produzenten, eine Bewegung, die sie ohnehin nicht aufhalten können, abzulehnen oder die Produktion auf zukunftsfähige Erzeugnisse umzustellen.

Hella Martin, Redakteurin Volksverpetzer Tagsüber im Tierschutz arbeitend, weiß sie auch mit ihren mehr als halben siebzig Jahren nicht, wann Feierabend ist und belästigt den Volksverpetzer mit Texten und Textandrohungen. Obwohl ihr Hauptaugenmerk den Tierrechten gilt, treiben sie auch viele andere Themen, wie z.B. Ernährung, Menschenrechte, Rassismus, Lookismus, Sexismus, BDSM, Feminismus um.
– Titelbild: Corradox; (CC BY-SA 3.0)
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