Andreas Scheuer sagt, unsere Verfassung sei „eine Meinung“, Obergrenzen für Flüchtlinge notwendig für Weltoffenheit und integrierte Ausländer seien „das Schlimmste.“ Bitte was?

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Eine Glosse von Falko Pietsch
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Das ist der Andreas Scheuer von der CSU. Der ist zwar gerade erst paarundvierzig, hat aber Ansichten als sei er um 1920 groß geworden.

Der Andreas sagt gern mal zu Reporter*innen, Grundrechte und Verfassung seien nur „ihre Meinung“. Das ist ganz schön ulkig, denn eigentlich hat er seinen Magister in Politikwissenschaften gemacht und sollte das besser wissen.

Der Andreas und seine Freundinnen und Freunde bei der CSU haben nichts gegen Ausländer. Nur bitt’schön nicht so viele, wenn’s geht. Da braucht es eine Obergrenze.

Dass man Grenzen auch mal Schutzsuchenden vor der Nase zumachen müsse, sieht der Andreas als notwendig an, um die Weltoffenheit bei uns zu gewährleisten. Da ist er ein richtiger Dialekzik… Dilate… Dilektan… na also einer, der von zwei Seiten um die Ecke denkt.

Ganz schön ärgerlich sind Andreas und seine Freund*innen darüber, dass so viele fremde Fremde kommen. Wenn das nun nur dänische oder amerikanische Fremde wären – geschenkt. Aber die Mohammedaner, wie das in Bayern gern noch heißt, kann man ja gar nicht in unseren Kulturkreis integrieren. Deswegen sollte man sie besser gar nicht erst reinlassen, findet der Andreas.

Noch schlimmer als die nicht-integrierbaren Ausländer findet Andreas nur die richtig gut integrierten Ausländer. Das gruselt ihn mächtig – denn am Ende bleiben die sogar und keiner stört sich dran! Weh und Ach!

»Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los.«

Böse Zungen behaupten, der Andreas und die, die ihn wählen sollen, mögen einfach *gar keine* Ausländer und das Gerede über Anzahl und Integrierbarkeit sei nur schlechte Ablenkung von einer glattweg rassistischen Haltung.

Aber das würden wir dem Andreas nie unterstellen. Vielleicht ist er einfach nur gereizt, dass die vielen Ausländer in der Bundesliga seinen Freunden, die beim Fußball über die eigenen Beinchen stolpern, die Arbeitsplätze wegnehmen? Und mag er sich schwarze Ministranten lieber nicht vorstellen, weil die Priester die weißen Knaben lieber haben?

Man weiß es nicht.

Vielleicht sollte mal jemand den Andreas ganz fest in den Arm nehmen und ihm sagen, dass er ein liebenswürdiger Mensch sein kann und einfach nicht so viel in Mikrofone reden soll?

Falko Pietsch, Autor bei Volksverpetzer Falko Pietsch studiert Philosophie & Germanistik und tut, was man von so einem erwarten würde: schreibt, hält Vorträge, moderiert, debattiert. Wenn es nach ihm ginge, gälten in einer idealen Welt Grundrechte auch für nicht-menschliche empfindungsfähige Lebewesen. Das Verbreiten von Aberglaube, Pseudowissenschaft und Esoterik würde mit Nachhilfestunden bestraft.
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