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Wann immer ein schreckliches Ereignis im Westen passiert, bei dem Menschen sterben, gehen die Medien in den Breaking-News-Modus: Eilmeldungen, Sondersendungen, Live-Ticker. Auch in den sozialen Medien versucht jeder, mehr zu wissen, als der andere. So entstehen Fake News und Hass. Wir geben eine Einleitung, wie man am besten (nicht) reagiert.

Bei Anschlägen oder Amokläufen in Europa oder Nordamerika gehen alle (sozialen) Medien in den Ausnahmezustand: Eilmeldungen, Sondersendungen, Live-Ticker. Auf Twitter, Facebook und auf allen Kanälen wird über alles berichtet, was man weiß, aber auch über Dinge, die man nicht weiß. Die Gerüchteküche explodiert, Fake News und Fehlinformationen verbreiten sich rasant. Nach dem Massaker in Las Vegas wurde ein Mann, der nicht mal in Las Vegas gewesen war, fälschlicherweise im Netz als Schütze bezeichnet, er und seine Familien bekamen tausende Morddrohungen.



Damit nicht auch du dazu beiträgst, Panik, Fake News und Desinformation zu verbreiten und damit du einen geschärften Blick für die Qualität und den Wahrheitsgehalt einer Meldung erhälst, geben wir dir diese Tipps, mit denen du lernst, Informationen kurz nach einem Anschlag richtig einzuordnen.

1. Direkt nach dem Ereignis brauchst du erstmal nichts glauben

In unmittelbarer Folge nach dem Ereignis weiß niemand, was passiert ist, wer dafür verantwortlich war oder irgendwelche Details. Auch keine großen Medien. Deswegen brauchst du den ersten Meldungen über Opferzahlen, Identität des Täters oder dessen Motiv erst einmal überhaupt gar keine Aufmerksamkeit schenken, es wird falsch sein.

Große Medienhäuser berichten üblicherweise nur das, was sie wissen, was meistens nicht viel ist, nur dass etwas passiert ist und vielleicht erste Opferzahlen. Zuverlässig sind höchstens die ersten Meldungen der örtlichen Polizei, doch auch diese sind nur erste Stellungnahmen. Wenn die Meldung ganz frisch ist: Abwarten. Erst einmal nichts teilen oder glauben, dass den Täter, das Motiv oder sonst irgendetwas betrifft.

2. Glaube keinen anonymen Quellen, verdächtigen Blogs oder Websiten

Das Internet ist voller Fake News und Leuten, die aus politischen oder finanziellen Gründen oder einfach nur aus Schadenfreude Falschinformationen streuen möchten. Anonyme Quellen sind stets misstrauisch zu betrachten, ebenso wie Blogs oder Websiten, die du nicht kennst, oder die verdächtig unverdächtige Namen wie „Daily News“ oder ähnliches haben. Wenn du dir unsicher bist, suche ein Impressum! Ansonsten wende dich lieber an Medien, die du kennst.

3. Sei vorsichtig, wenn Medien andere Medien als Quelle angeben

Wenn Medien andere Medien als Quelle angeben, solltest du ebenfalls misstrauisch sein. Das ist meistens für das jeweilige Nachrichtenmagazin nur eine Gelegenheit, eine Information zu verbreiten, ohne sich dafür verantwortlich zu fühlen, falls man Fake News verbreitet. Es besteht die Gefahr einer stillen Post: Versteht ein Medium etwas falsch oder macht einen Fehler, kann es sein, dass bald alle sich auf diese Falschmeldung berufen.

Versuche idealerweise, den Ursprung der Meldung herauszufinden und zu erfahren, woher die erste Information stammt. Ansonsten: Zuerst einmal abwarten und misstrauisch bleiben, bis gesicherte Informationen existieren.

4. Vergleiche mehrere Quellen

Egal, ob es eine Meldung eines Facebook-Freundes ist, eines Blogs oder einer großen Nachrichtenagentur: Bevor du eine Meldung glaubst, google danach und sehe nach, ob andere auch davon berichten (und ob nur dir unbekannte Seiten davon berichten, oder auch große Medienhäuser). Pass auf, dass du nicht auf eine Fake News Seite hereinfällst, die mit ihrer sensationellen Meldung die Gunst der Stunde ausnutzen will!

5. Passe auf die Sprache auf, die Reporter verwenden

Es gibt bestimme Floskeln, die Reporter benutzen, wenn sie über ein kürzlich stattgefundes Ereignis sprechen: „Berichten zu folge“ kann alles bedeuten, „… laut [anderes Medium]“ heißt, dass sie nur andere Meldungen weiterverbreiten oder „Wir warten noch auf eine offizielle Bestätigung“ heißt, dass sie eben keine Bestätigung für das haben, was sie dir gerade erzählen. Die Medien berichten hier gerne schon irgendetwas, weil sie etwas berichten müssen, doch das heißt nicht, dass alles wahr ist, also aufpassen!

6. Passe auf Fake News und gefälschte Bilder auf!

Solche Breaking News sind gefundenes Fressen für Fake News Seiten, Photoshopper und Leute, die ihre politische Agenda mit Angst verbreiten möchten: Es wird viele Falschmeldungen, Anschuldigungen und gefälschte Bilder geben. Denk daran: Jede Meldung und jedes Bild könnte eine Fälschung sein oder von einem ganz anderen Ereignis stammen. Sei also stets sehr vorsichtig mit der Meldung, die du siehst! Selbst wenn sie in deinen Augen sehr wahrscheinlich sein könnte.

7. Sei vorsichtig mit dem Teilen, Retweeten oder Posten!

Ein Großteil des Schadens von Fake News und Falschmeldungen entsteht dadurch, dass sehr viele Menschen die erstbesten Meldungen zum Ereignis, die sie sehen, teilen, liken und weiterverbreiten, ohne auf die hier aufgezählten Dinge zu achten. Es ist wichtig, stets wachsam zu sein und sich nicht verarschen zu lassen, denn wenn du im Reflex eine Meldung teilst oder retweetest, dann bist du Mitschuld an Fake News und Panik. Nehme dir einfach ein paar Sekunden Zeit, bevor du eine Meldung teilst, und denke an die Dinge, die hier aufgezählt wurden. Hilf auch du mit, das Internet und unser gesellschaftliches Klima gefasst, solidarisch und wahr zu halten.

Ja, so eine Eilmeldung über ein schreckliches Ereignis mag einen emotional aufwühlen. Es ist schrecklich, wenn man von Toten hört und davon, dass es kranke Arschlöcher gibt, die andere mit Absicht töten und uns Angst machen wollen. Und es ist in Ordnung, Angst zu haben und verunsichert zu sein. Aber genau dann sind wir verwundbar für Leute, die unsere Angst oder unsere Aufregung missbrauchen wollen, um Geld zu verdienen oder eine politische Agenda voranzutreiben.

Ja, vielleicht möchte man „dabei“ sein, als erster etwas Teilen, es ist aufregend, man ist ungeduldig und möchte endlich wissen, was wirklich passiert ist und deswegen nimmt man jede Meldung, die einem nähere Informationen liefert, dankend an, erst Recht, wenn sie die eigenen Vermutungen bestätigt: Doch ich bitte dich, dass du diese 7 Dinge beherzigst und das nächste Mal im Hinterkopf behälst, wenn wieder etwas passieren sollte.

Du willst doch nicht, dass falsche Personen oder Personengruppen beschuldigt werden, dass noch mehr Menschen noch mehr Angst bekommen? Dass andere zynisch Geld mit dir verdienen, weil sie die Gunst der Stunde nutzen. Du willst dich doch nicht verarschen lassen? Dich zu einem Handlanger dieser Menschen machen, denen die Tragödie und die Menschen egal sind, die nur an den Profit denken, sei es nun politisch oder finanziell?

Wenn nicht, dann merke dir diese 7 Punkte und teile diesen Artikel, damit mehr Menschen lernen können, kompetent Meldungen einzurodnen, auch wenn gerade die Eilmeldungen und die Emotionen hochkochen. Danke!

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Thomas_LThomas Laschyk, Chefredakteur Volksverpetzer Journalist, Blogger, und Onlineaktivist aus Augsburg. Auf dem Volksverpetzer beschäftigt sich Laschyk auf kritische und kreative Weise mit Themen aus Bundes- und Weltpolitik, bis zu Wirtschaft, Finanzen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Unterstützt den Volksverpetzer doch mit einem kleinen monatlichen Beitrag!
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