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Gemeinsam gegen Fakes, Fake-News und anderen Unwahrheiten im Internet. Bitte hilf mit!

Eine amerikanische Studie hat sich die Arbeit von Aufklärungsseiten angeschaut und festgestellt, dass die meisten Menschen, die Fake News glauben, nicht von den Richtigstellungen erreicht werden. Was wir machen müssen, um das zu ändern.

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Nicht nur hier bei Mimikama klären wir seit Jahren Fake News, Betrügereien, Lügen und urbane Legenden auf, weltweit machen sich Menschen unermüdlich daran, Fakten herauszufinden und diese gegen die Flut an Desinformationen zu stellen. Was wir uns dabei natürlich alle fragen: Bringt das was? Macht unsere Arbeit einen Unterschied?

Einer neuen Studie zu Folge leider nicht: Die Beiträge werden fast ausschließlich von unserer eigenen „Filterblase“ gelesen – Also allen denjenigen, die die Mythen sowieso nicht glauben. Und die wenigen, die wir aufklären wollen und die unsere Artikel lesen, scheinen nicht überzeugt zu werden, im Gegenteil, der Glaube an den Fake verstärkt sich.

Wie die Studie aufgebaut ist, habe ich hier ausführlicher erklärt.


3 Dinge, die man beachten muss, wenn man Fake News effektiv widerlegen will

Um also effektiver zu werden, müssen wir folgende Dinge beachten:

1.) Versuche, Menschen außerhalb der Filterblase zu erreichen

Da nur weniger als 1 von 10 Interaktionen mit Aufklärungsposts von Leuten stammen, die aufgeklärt werden sollen, muss versucht werden, mehr davon zu erreichen. Ansonsten verstärkt man nur Glauben der eigenen Fanbase. Es ist wichtig, dass die Nachricht dort ankommt, wo sie hin soll. Die Aufmachung und die Verbreitung sollte also so gestaltet sein, dass die Zielgruppe geneigt ist, die Aufklärung zu lesen.

2.) Sei so respektvoll und tolerant wie möglich

Wird sich über diejenigen lustig gemacht, die die Fake News glauben, oder ist der Aufklärer arrogant und herablassend, wird ihn niemand ernst nehmen, der ihm nicht sowieso schon glaubt. Instinktiv wird sich der Aufzuklärende angegriffen fühlen und egal wie gut die Argumente sind, sie werden auf taube Ohren stoßen. Ein freundlicher und toleranter Ansatz, der bescheiden versucht, Barrieren abzubauen, hat die besten Chancen, ernst genommen zu werden und ist der erste Schritt, Desinformationen im Internet zu bekämpfen.

Keine aggressiven Wörter benutzen, keine Großschreibung, keine Satzzeichen wiederholen, kein Sarkasmus.

Sei freundlich und verständnisvoll, nimm den Leser, der deine Recherche und deine Ergebnisse in Frage stellen wird ernst und geh auf seine Bedenken ein, du wolltest ihn manipulieren und nimm ihm diese Ängste. Passe deine Argumentation an das Weltbild desjenigen an, den du überzeugen musst. Klingt das für den Leser glaubwürdiger, ist er eher geneigt, die Inhalte anzunehmen und weiterzuverbreiten

3.) Bringe sofort und ausschließlich dein bestes Argument

Wer zuvor schwache Argumente gegen seine Position gehört hat, die ihn oder sie nicht überzeugt haben, wird dadurch auch gegen starke Argumente “immunisiert” und festigt den Irrglauben.

Es ist sinnvoller, zwei gute Argumente zu präsentieren, als fünf, wovon drei schlecht sind. Der Aufzuklärende kann dann nämlich drei der fünf Argumente entkräften und hat das Gefühl, die anderen beiden nicht mehr so ernst nehmen zu müssen. Deshalb ist es sinnvoll, direkt das beste Argument zu präsentieren, um den Immunisierungseffekt zu umgehen und am Effektivsten zu sein.

Denk daran, die Aufklärung kurz und leicht verständlich zu halten und nur das Wichtigste zu schreiben und eventuell die Argumentation auf Thesen aufzubauen, die im ursprünglichen Fake nicht erwähnt werden, um somit das Konfliktpotential zu verringern.

Alle weiteren Ergebnisse, die Methodik und weitere Hintergründe zur Studie gibt es hier.

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Artikelbild: Shutterstock

Thomas_LThomas Laschyk, Chefredakteur Volksverpetzer Journalist, Blogger, und Onlineaktivist aus Augsburg. Auf dem Volksverpetzer beschäftigt sich Laschyk auf kritische und kreative Weise mit Themen aus Bundes- und Weltpolitik, bis zu Wirtschaft, Finanzen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.