Ukraine Krise / Ukraine Krieg: Faktenchecks

Vier Tage Krieg kosten Russland 6,4 Mrd. Euro

Erste Schätzung des Wirtschafts-Consulters Civitta errechnet Gesamtkosten von 142,8 Mrd. Dollar.

Tom Wannenmacher, 10. März 2022

Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine hat das Land allein in den ersten vier Tagen laut Schätzung des Wirtschaftsberatungsunternehmens Civitta sieben Mrd. Dollar (6,4 Mrd. Euro) gekostet. Die Verluste beim Bruttosozialprodukt aufgrund der Kriegstoten beziffern die Berater auf 2,7 Mrd. Dollar, was eine „sehr konservative Schätzung“ sein soll. „Die täglichen Gesamtkosten des Krieges für Russland werden angesichts von Logistik, Personal, Raketenstarts und so weiter wahrscheinlich 20 bis 25 Mrd. Dollar übersteigen“, heißt es weiter.

Hohe Verluste durch Sanktionen

Infolge des Sanktionsdrucks hat der Finanzsektor Russlands irreparable Verluste erlitten, so die Analysten. Russische Unternehmen verlören rapide an Marktkapitalisierung. Neue Beschränkungen für den Handel mit Staatsanleihen und das Einfrieren von Zentralbankvermögen erschwerten die Aufrechterhaltung der makroökonomischen Stabilität und die Bedienung der Staatsschulden. Es könne für Russland noch schlimmer kommen, wenn alle Banken vom SWIFT-System und russische Unternehmen von den Kapitalmärkten ausgeschlossen würden.

Handelsbeschränkungen hätten bereits erhebliche Auswirkungen auf Russlands Wirtschaft. Das Importverbot für Hightech-Produkte werde Wertschöpfungsketten zerstören und die russische Wettbewerbsfähigkeit schwächen. „Hier sollte die Welt aggressiver sein“, fordern die Berater. Sie weisen auf die Möglichkeit von logistischen Einschränkungen, wie der Schließung von Häfen und Flughäfen für russische Schiffe und Flugzeuge sowie umfassende Öl- und Gasembargos hin. „Das wäre ein logischer nächster Schritt.“ Allein ein solches Embargo könne das Land bis zu 142,8 Mrd. Dollar an entgangenen Einnahmen kosten.

„Russland bereits ein ‚Paria-Staat'“

Schließlich würden die gewöhnlichen russischen Bürger ebenfalls leiden. Aufgrund des Verfalls des Rubels seien die Realeinkommen bereits um mehr als das Doppelte gesunken. Mit dem Einfrieren der Zentralbankvermögen werde Russland wahrscheinlich die größte Krise in seiner Geschichte erleben.

„Russland ist bereits ein Paria-Staat – begrenzte Flugverbindung, keine Sportveranstaltungen, Flaggen und Hymnen bei mehreren Veranstaltungen verboten, ausländische Unternehmen brechen freiwillig die Beziehungen zu Russland ab und so weiter.“

Quelle: pte


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