Wer hat denn jetzt schon wieder den Alkohol versteckt?

Jens | ZDDK | MIMIKAMA, 16. November 2016

Versteckter Alkohol in Lebensmitteln verursacht Unbehagen im Netz.

Auf „wize.life“ wird ein Artikel von „Wunderweib“ geteilt, der Panik in das Herz einer jeden Mutter tragen könnte, oder vielleicht auch wird, das kommt ganz darauf an.

Der Reihe nach, um was geht es in dem Artikel?

Einfach gesagt, um den vorgeblich versteckten Alkoholgehalt von Lebensmitteln und die damit verbundene Gefahr für Kinder. In Deutschland muss der Alkoholgehalt erst ab 1,2 Prozent gekennzeichnet werden. Dient der Alkohol im Lebensmittel lediglich als Hilfsmittel oder Trägerstoff, gilt er im Lebensmittelrecht nicht als Zutat und muss somit nicht auf der Zutatenliste ausgewiesen werden.

Dies sei nicht nur gefährlich für trockene Alkoholiker, sondern auch für Kinder, da diese an den Alkoholgeschmack gewöhnt werden würden.

Es folgt eine Auflistung von Lebensmitteln und dem darin „versteckten“ Alkoholgehalt:

  • „Du darfst“- Fertiggerichte: 0,2 bis 0,5 Gramm Alkohol pro Gericht
  • Malztrunk („Kinderbier“): rund 0,5 % Alkohol enthalten
  • Fruchtsäfte: dürfen bis zu 0,38 % Alk enthalten (z.B. im Apflesaft: 0,2 Prozent); in Traubensaft bis zu 1 % erlaubt
  • Kinder Pingui Schoko: 0,22 %
  • Ferrero Milchschnitte: 0,22 % (Rezeptur inzwischen geändert!)
  • Kinder-Bueno: 0,9 Gramm Alkohol (pro Kilogramm)
  • Kinder Maxi-King: 0,18 %

Das soll als Auszug aus dem Artikel genügen, denen, die jetzt in Grusel verfallen, sei aufmunternd ins Ohr geflüstert „Apfel, Bananen – schlichtweg jedes Obst enthält Alkohol.

Bananen je nach Reifegrad bis zu 0,6 %“. Wir sind uns aber doch alle einig, dass Obst an sich gesund ist. Wenn aber Obst gesund ist, warum sollen dann Lebensmittel mit einem ähnlichen Alkoholgehalt ungesund sein, unabhängig von ihrer weiteren Zusammensetzung, einzig auf den Alkoholgehalt bezogen.

Es werden Bedenken geäußert, dass die Kinder sich an den Geschmack von Alkohol gewöhnen würden, nun, welchen Geschmack?

Alkohol an sich ist geschmacklos, bis auf das charakteristische Brennen im Hals und der Wärme im Bauch.

Wenn er aber geschmacklos ist, würde ja die größte Gefahr von Wasser, was ebenfalls geschmacklos ist, ausgehen. Vermutlich ist vielmehr gemeint, die Kinder könnten sich an den Geschmack der gelösten Aromen gewöhnen.

Was bei einigen Produkten sogar ein nachzuvollziehender Gedanke ist, weniger bei einer Milchschnitte, aber bei einigen Getränken mag es durchaus so sein.

Nehmen wir die übersüße Blubberbrause, die in sektflaschenähnlichen Behältern als „Kindersekt“ verkauft wird. Die enthält extrem viel Zucker und suggeriert dem Kind „Sekt“ ist ok. Es könnten sich synaptische Verknüpfungen zwischen diesem „Kindersekt“ und dem Sekt mit Umdrehungen ergeben.

Also ja, es ist richtig auf die Ernährung zu achten, aber eine derartige Panik unter der Netzbevölkerung zu verbreiten, ist unnötig. Mit etwas Überlegung kommt eigentlich jeder selber drauf.

Quellen:

  1. http://wize.life/
  2. http://www.wunderweib.de/
  3. http://www.daserste.de/
  4. http://www.focus.de/

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