Faktencheck zu „5G Installation in Scheinkaminen“

Kathrin Helmreich, 20. April 2020
Faktencheck zu "5G Installation in Scheinkaminen"
Faktencheck zu "5G Installation in Scheinkaminen"

Mobilfunkanlagen werden als Kamin „getarnt“? Ja, seit Jahren kaschieren Hauseigentümer und Mobilfunkanbieter derartige Anlagen und das hat Gründe.

Ein Foto zeigt die Verkleidung eines Mobilfunkanlagen im „Kamin-Design“

Seit Jahren werden Mobilfunkanlagen teilweise verkleidet.
Dies hat unter anderem optische Gründe.

Wir erhielten Anfragen zu einem Foto, das einen Arbeiter dabei zeigt, wie er eine Mobilfunkanlage als Kamin „tarnt“. Es geht dabei um folgende Aufnahme:

5G Installation in „Scheinkaminen“.

Der Faktencheck

Dass Mobilfunkmasten als Schornsteine kaschiert werden, ist nichts Neues. (wir berichteten)

Bereits 2004 berichteten unter anderem der „Stern“ und der „Focus“ über Mobilfunkmasten, die als Kamine, Nistkästen und sogar als Kirchenkreuze getarnt werden. Das oben angefragte Foto stammt aus dem Jahr 2019 und zeigt einen Arbeiter, der eine Mobilfunkanlage auf einem Würzburger Wohn- und Geschäftshaus als Kamin verkleidet.

Der Grund ist einfach – Funklöcher will fast niemand, aber Mobilfunkmasten auch nicht. Die Lösung gefällt natürlich nicht jedem, und auch für Betreiber sei laut Mainpost ein unverkleideter Standort die erste Wahl. Denn eine Verkleidung mache die Wartung aufwändiger.

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Gemeinden und Grundstückseigentümer entscheiden aber mit und unter den Bürgern sind Mobilfunkanlagen nicht gerade beliebt. Immer wieder protestieren Einwohner gegen geplante Masten in ihrer Umgebung und auch in Städten ist der Ruf nach einem flächendeckenden Netz laut.

Du kannst übrigens nachsehen, ob ein Mobilfunkmast in deiner Nähe steht. Die Bundesnetzagentur hat hierfür eine Online-Karte gestellt. Es sei jedoch angemerkt, dass die Anzeige nicht immer exakt ausfällt. Der Standort kann bis zu 80 Meter versetzt angezeigt werden. Für das Würzburger Haus spuckt die Datenbank beispielsweise die Information aus, dass sich eine 2016 genehmigte Anlage, 20 Meter über dem Boden befindet.

Fazit:

Seit Jahren werden Mobilfunkmasten „getarnt“ und das nicht erst seit 5G-Zeiten. Die Verkleidung hat größtenteils optische Gründe, denn viele Bürger wollen nicht unbedingt in der Nähe eines Mobilfunkmasten wohnen und fühlen sich teilweise auch unwohl in der Nähe eines solchen.

Dennoch wird kein Geheimnis daraus gemacht. Über eine Online-Karte kann eingesehen werden, wo sich Mobilfunkmasten befinden – egal ob kaschiert oder frei stehend.

Passend zum Thema: Kopfschmerzen von Mobilfunkmasten – Was ist da dran? (Faktencheck)

Weitere Quellen: t-online


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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