Verbietet Berlin bereits seit 2013 Weihnachten?

Tom Wannenmacher, 18. Dezember 2015

Alle Jahre wieder um diese Jahreszeit taucht auf Facebook ein Statusbeitrag auf, der mittlerweile seit 2 Jahren immer wieder geteilt wird. Es geht um den Statusbeitrag mit der Überschrift “Berlin Verbietet Weihnachten” (sic!)

Es handelt sich hierbei um folgenden Statusbeitrag:

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Folgt man dem Verweis, der hinter dem Statusbeitrag liegt, dann bekommt man auf der Webseite folgenden Satz zu lesen:

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Weihnachten darf nur noch Zuhause stattfinden, damit religiöse Gefühle anderer nicht beeinträchtigt werden.

sowie

Das Bezirksamt Berlin Friedrichshain-Kreuzberg schafft Weihnachten ab. Die Behörden erlauben keine Weihnachtsfeiern mehr auf öffentlichen Plätzen oder Straßen.

Wie bitte?


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Der gesamte Text bezieht sich auf eine Bericht der Berliner Zeitung aus dem Jahre 2013.

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Was ist von dieser Schlagzeile “Berlin Verbietet Weihnachten” (sic!) zu halten?

Unserer Meinung nach wird hier nur eine Seite der Medaille gezeigt und viele Nutzer lesen einzig “Weihnachtsverbot” und sind empört.

ABER LIEST man allerdings den kompletten Artikel der B.Z., der am 30.8.2013 verfasst wurde), dann wird man rasch feststellen, dass es nicht um die ABSCHAFFUNG von WEIHNACHTEN geht, sondern es geht vielmehr um die Gleichbehandlung, denn für JEDES religiöses Fest, das in der Öffentlichkeit abgehalten wird,  sollten die gleichen Chancen bei der Genehmigung geschaffen werden.

Unser Fazit

Man sollte sich grundsätzlich selbst mit solchen Berichterstattungen beschäftigen und sich nicht auf einseitige Blog Artikel und übertriebene Schlagzeilen verlassen.

Ein Beispiel, das sehr gut aufzeigt, wie man noch an so einen Bericht herangehen kann, liefert  die TAZ:

Auszug:

Berlin hat einen neuen Aufreger – der Boulevardpresse sei Dank. „Kreuzberg verbietet Weihnachten“, schlagzeilte am Freitag die B. Z., „Feierverbot für Moslems und Christen“, titelte der Berliner Kurier: Das Bezirksamt lasse religiöse Feste im öffentlichen Raum nicht mehr zu. Erwartungsgemäß reagierten Christen und Muslime empört.

Alles ganz anders, versicherte der zuständige Ordnungsstadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Peter Beckers (SPD), am Freitag der taz. Keiner Religion solle das Feiern verboten werden. „Es geht nur darum, ein Verfahren zu finden, dass niemanden benachteiligt“.

Auch der “Lokalkompass.de” berichtet folgendes:

Berlin Kreuzberg: KEIN VERBOT RELIGIÖSER FESTE und VERANSTALTUNGEN! – Weihnachten darf gefeiert werden!
Grünes Licht für öffentliche Weihnachtsfeiern!
Die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann erklärte in einer Pressemitteilung, dass in Friedrichshain-Kreuzberg keine Veranstaltungen und Feste aufgrund religiösen Charakters verboten wurden.


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