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Veggie: Lässt du dich in die Irre führen?

Andre Wolf, 20. Oktober 2020
Symbolbild Veggie; Artikelbild von Polina Yanchuk / Shutterstock.com
Symbolbild Veggie; Artikelbild von Polina Yanchuk / Shutterstock.com

In dieser Woche entscheidet die EU, ob Veggie-Produkte Bezeichnungen wie „Wurst“ oder „Burger“ im Namen tragen dürfen. Spannend sind die Argumentationen.

Wurst und Fleisch als kulturelle Errungenschaften, die durch Veggie-Bezeichnungen gekapert werden. So lautet eines der Argumente für die Verbannung klassischer Fleischbegriffe auf den Veggie-Verpackungen.

Doch hierbei handelt es sich natürlich nicht um das Hauptargument zur Änderung der Produktbezeichnungen. Das große Argument liegt in den irreführenden Bezeichnungen. Darf sich ein vegetarisches Produkt eine Wurst nennen, wenn dort gar kein Fleisch enthalten ist. Ist ein Burger ein Burger ohne jegliche tierischen Anteile?

neben den fleisch- und non-Fleischprodukten stehen aber auch andere Produktbezeichnung in der Kritik. Darf sich eine Mandelmilch Mandelmilch nennen, wenn sie pflanzlich hergestellt wird? Und wie sieht das mit veganem Käse aus (Analogkäse hat man ja früher mal gesagt)?

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Das wäre eine Instanz in dieser Fragestellung. Eine zweite, und auf Konsumentenebene wohl wesentlich interessantere Frage liegt darin, ob man durch die Bezeichnung „Veggie-Burger“ so stark getäuscht wird, dass man anstatt zum klassischen Fleischprodukt fälschlicherweise zur fleischlosen Alternative greift?

Veggie keine Nische mehr

Vegetarische Produkte sind unlängst keine Nischenprodukte mehr, die in irgendeinem Öko-Markt in einem Regal angeboten werden. Nein, diese Veggie-Produkte sind schon unlängst so sehr Mainstream, dass auch Discounter wie Aldi/Hofer ein eigenes fleischloses vegetarisches und veganes Sortiment anbieten.

Wir reden hier also am Ende von wirtschaftlichen Interessen und somit auch von Lobbys auf beiden Seiten, die natürlich darum kämpfen, dass ihre Produkte nicht nur verständliche und assoziierbare Namen tragen, sondern diese deutlichen Namen auch eine Produktsonderstellung transportieren.

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Und tatsächlich dürften hier an erster Stelle die Interessen der verschiedenen Lobbygruppen stehen, denn wenn man sich außerhalb dieser Wirtschaftsblase mal umhört, ist es den meisten Menschen völlig egal, wie diese Produkte heißen.

Die EU wird entscheiden

Das alles wird also in dieser Woche entschieden. Übrigens ist es in Frankreich bereits nicht erlaubt, pflanzliche Analogprodukte so zu nennen, wie ihre fleischhaftigen Vorbilder. Also nix mit Veggie-Wurst.

Doch wenn dieses Verbot kommt, was wird sich denn ändern? Eigentlich nichts, außer dass neue Begriffe auf der Verpackung erscheinen und man vielleicht mit ein wenig Kreativität sogar tolle ansprechbare Begriffe erfindet. Und auf der anderen Seite: Was ist, wenn alles so bleibt, wie es ist? Wen täuschen denn Begriffe wie „Veggie-Burger“, wenn doch mehr als deutlich auf der Verpackung vermerkt ist, dass es sich um ein fleischloses Produkt handelt?

Dies ist ein Greenkama-Inhalt. Greenkama ist ein Projekt von Mimikama, denn der bewusste Umwelt- und Klimaschutz muss eine Frage der Verantwortung und Ermutigung sein! Mehr Greenkama-Inhalte hier!
Symbolbild Veggie; Artikelbild von Polina Yanchuk / Shutterstock.com


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