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US-Handelsbehörde will Facebook zerschlagen

Annika Hommer, 23. August 2021
Artikelbild: Von Primakov / Shutterstock.com
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In einer überarbeiteten Fassung reichte die US-Handelsbehörde FTC erneut eine Kartellklage gegen Facebook ein. Die Begründung: FTC wirft Facebook eine Monopolstellung und unfairen Wettbewerb vor. Die erste Version war im Juni wegen mangelnder Belege abgewiesen worden.

Die erste Klage

In der ursprünglichen Fassung der Klage warf die Handelsbehörde dem Tech-Riesen unter Mark Zuckerberg unter anderem vor, er habe Instagram und WhatsApp nur gekauft, um diese als Konkurrenten aus dem Weg zu schaffen. Dass es sich dabei um unfairen Wettbewerb handele, sah der zuständige Richter James Boasberg seinerzeit als nicht ausreichend belegt und gab die FTC letztendlich bis zum 19. August Zeit, die Klage nachzubessern.

Neue Argumente

In der neuen Fassung heißt es nun, Facebook habe auf illegale Weise Konkurrenz-Unternehmen aufgekauft, deren mobile Angebote jene abdeckten, die die eigenen nicht erreichen konnten. Holly Vedova, FTC-Vertreterin kritisierte hierzu, dass es bei Facebook an Geschäftsverstand und technischem Talent gefehlt habe, die für ein Überleben im Mobilen notwendig gewesen wären, da die Angebote des Unternehmens primär auf die Nutzung am PC ausgerichtet gewesen seien. Die FTC brachte im Rahmen der Klage eine Abspaltung Facebooks von Instagram und WhatsApp ins Gespräch.

Die neuen Argumente der FTC stützen sich zudem auf Analysen der Zeit, die User auf Facebook verbringen und die Entwicklung der Nutzerzahlen. Darüber hinaus bemühte sich die FTC um eine Definition sozialer Netzwerke. Im Gegensatz zu Twitter und Videoplattformen, wie YouTube und Tiktok, bei denen es hauptsächlich um die Nutzung von Inhalten gehe, sei ein soziales Netzwerk primär auf Kontaktpflege mit Freunden und Familien, sowie zum Teilen von Beiträgen und Erlebnissen ausgerichtet.

Facebook kontert

Das Tech-Unternehmen gibt an, unverändert keine marktbeherrschende Position innezuhaben, weswegen die Klage der Kartellbehörde unbegründet und „bedauerlich“ sei. Zudem seien die Übernahmen von WhatsApp und Instagram geprüft und genehmigt worden.

Tatsächlich hatten die US-Wettbewerbshüter die Übernahmen der Firmen seinerzeit freigegeben, wogegen neben der FTC auch ein Bündnis aus 40 Bundesstaaten Klage eingereicht hatte. Diese war im Juni von Richter Boasberg abgewiesen worden. Facebook hat WhatsApp im Jahr 2014 für rund 22 Milliarden und Instagram 2012 für etwa eine Milliarde US-Dollar gekauft.

Facebook betont, sich weiterhin gegen die Vorwürfe wehren zu wollen. Das Zuckerberg-Unternehmen beantragte zudem, den Ausschluss der FTC-Chefin Lina Khan aus den Wettbewerbsermittlungen gegen Facebook, da diese befangen sei. Khan war entscheidend daran beteiligt, die Klage gegen Facebook neu einzureichen, anstatt diese aufzugeben. Der Antrag Facebooks hierzu wurde abgelehnt.


Quelle: USA wollen Facebook zerschlagen! Verkauf von WhatsApp und Instagram gefordert (t-online.de)
Artikelbild: Von Primakov / Shutterstock.com

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