Unbekannte verteilen Datenträger in Briefkästen!

Tom Wannenmacher, 4. Oktober 2019
Unbekannte verteilen Datenträger in Briefkästen!
Unbekannte verteilen Datenträger in Briefkästen!

Der Moment wo sich mögliche FAKTEN mit FAKES vermischen!

Unbekannte verteilen Datenträger in Briefkästen: Es ist nicht das erste Mal, dass wir vor dem Problem stehen, dass es zu einem Thema eine wahre Polizeipressemeldung gibt und zum anderen aber auch Falschmeldungen die Runde machen, welche am Ende von Nutzern kombiniert werden. Dies Kombination bedingt, dass wir zu einem Thema mehrere Anfragen von verunsicherten Nutzern bekommen.

Beginnen wir zuerst mit der Polizeimeldung, die am 3.10.2019 vom Polizeipräsidium Südhessen veröffentlicht wurde! Diese lautet:

Unbekannte verteilen Datenträger in Briefkästen – die Kriminalpolizei ermittelt.

Am Donnerstag (03.10.) wurden in mehreren Briefkästen im Darmstädter Ortsteil Eberstadt Datenträger aufgefunden. Unbekannte hatten diese vermutlich im Laufe der Nacht eingeworfen. Mehrere Bürger hatten die Polizei darüber informiert, die die in Plastikfolie eingeschweißten CD’s und Speichermedien sichergestellt hat. Teilweise vorhandene Aufkleber auf der Verpackung deuten dem ersten Anschein nach auf mögliche rechte Inhalte auf den Datenträgern hin. Der Staatsschutz des Polizeipräsidium Südhessen hat die weiteren Ermittlungen in diesem Zusammenhang übernommen. Diese dauern an. Aktuell kursieren in den sozialen Medien Meldungen, dass von den Datenträgern eine gesundheitliche Gefahr ausgehen könnten. Dies konnte sich bislang nicht bestätigen. Die Polizei bittet betroffene Bürger, die ebenfalls eine CD in ihrem Briefkasten finden oder aufgefunden haben, die Verpackung nicht zu öffnen und die nächste Polizeidienststelle zu informieren. (Quelle)

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Und nun die Falschnachricht, die zwar schon ein paar Jahre alt ist, aber im Moment wieder zeitgleich auf Facebook die Runde macht:

Dies wird auch in der aktuellen Pressemeldung der Polizei gesondert erwähnt: „Aktuell kursieren in den sozialen Medien Meldungen, dass von den Datenträgern eine gesundheitliche Gefahr ausgehen könnte. Dies konnte sich bislang nicht bestätigen.“ Es handelt sich um diese Meldung:

Achtung.: Es werden Umschläge in Briefkästen verteilt. Der Inhalt ist eine CD mit Liedern und Aussagen aus dem Koran. Die CD ist mit chemischer Substanz bearbeitet, die die Attemwege [sic!] lähmen. Bitte nicht öffnen und sofort die Polizei informieren. In Weilheim sind betroffene schon im Krankenhaus. Bitte weiter sagen. (Hier geht es zum Faktencheck)

Die Falschnachricht beinhaltet neben der Behauptung auch noch ein Image, welches dem Text hinzugefügt wurde:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

UPDATE 4.10.2019

CD-Verteiler schnell ermittelt

Nachdem mehrere Bürger am Donnerstag (03.10.2019) in Eberstadt im Bereich Süd 3 CDs und Disketten mit merkwürdigen Beschriftungen in ihren Briefkästen gefunden hatten und nicht auszuschließen war, dass aufgrund der Aufschriften möglicherweise rechte Inhalte auf den Datenträgern waren, hatte der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Südhessen die weiteren Ermittlungen übernommen (wir haben berichtet).

Bereits am Freitagmittag (04.10.2019) hatten die Beamten den Verursacher ermittelt und konnten Entwarnung geben. Ein Frührentner hatte die CDs verteilt, um diese loszuwerden und gleichzeitig Aufmerksamkeit zu erwecken. Bislang haben sich keine Hinweise auf einen strafrechtlichen Inhalt der CDs ergeben. Auch die Durchsuchung der Wohnung des Mannes verlief negativ. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Bis Freitagmittag hatten die Beamten rund 40 CDs und 7 Disketten, die der Mann verteilt hatte, sichergestellt. (Quelle)

Fazit:

Laut einer aktuellen und offiziellen Presseaussendung der Polizei haben am 03.10.2019 unbekannte Personen Datenträger in mehreren Briefkästen im Darmstädter Ortsteil Eberstadt verteilt. Dazu ermittelt auch die Kriminalpolizei. (Update: Bereits am Freitagmittag (04.10.2019) hatten die Beamten den Verursacher ermittelt und konnten Entwarnung geben.)  Zeitgleich jedoch macht eine Falschmeldung aus dem Jahre 2016 die Runde auf Facebook. Die beiden Sachen haben jedoch NICHTS miteinander zu tun.

Artikelbild: Shutterstock / Von Cineberg

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