Twitter: Warum führt die Suche nach dem Stichwort „Racist“ zu Donald Trump?

Ralf Nowotny, 8. Juni 2020
Twitter: Warum führt die Suche nach dem Stichwort "Racist" zu Donald Trump?
Twitter: Warum führt die Suche nach dem Stichwort "Racist" zu Donald Trump?

Eines der großen Themen der letzten Tage und Wochen ist Rassismus, im Fokus stehen dabei die USA und Präsident Trump, den man bei der Twittersuche nach dem Wort an erster Stelle findet.

Seit wann das Ergebnis so aussieht, lässt sich nicht sagen, tatsächlich aber taucht Donald Trump an erster Stelle in der Personensuche bei Twitter auf, wenn man das Wort „racist“ (englisch für Rassist) eingibt:

Die Suche nach racist führt zu Trump
Die Suche nach racist führt zu Trump

Nachdem die englische Seite Independent über dieses Suchergebnis berichtete, explodierte die Anzahl der Nutzer, die das selbst probierten und das Ergebnis bestätigen konnten.

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Was sagt Twitter zu dem Suchergebnis?

Die Erklärung von Twitter, die natürlich auch darauf aufmerksam wurden und denen aufgrund dessen teilweise politische Manipulation vorgeworfen wird, ist einleuchtend: Wenn ein Konto häufig neben bestimmten Begriffen erwähnt wird, wird es aufgrund der Funktionsweise des Algorithmus in der Personensuche weiter oben angezeigt.

Wie kommt es wahrscheinlich dazu?

Wer einmal selbst das Suchergebnis testet, wird feststellen, dass dies natürlich keine Aufzählung rassistischer Personen ist, sondern sich dort auch sehr viele Account finden, die sich gegen Rassismus aussprechen, es ist also wirklich eine reine Verknüpfung des Suchbegriffes mit einem Account.

Jene Verbindung Trumps mit dem Begriff Racist kommt jedoch nicht von ungefähr. Bereits in der Vergangenheit wurden ihm häufig aufgrund zweifelhafter Tweets Rassismus vorgeworfen, er selbst wehrte sich dagegen:

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1151129281134768128

Doch erst jener unrühmliche Tweet mit dem Zitat „When the looting starts, the shooting starts“ (auf deutsch: Wenn die Plünderungen beginnen, wird geschossen), der von Twitter als Gewalt verherrlichend markiert wurde, brachte die Debatte um Trump und Rassismus wieder richtig ins Rollen.

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1266231100780744704

Der Grund dafür: Jene Worte sind geschichtlich belastet.
1967 verwendete der Polizeichef von Miami, Walter Headley, den Satz bei Anhörungen über Kriminalität in der Stadt Florida und rief wütende Reaktionen von Bürgerrechtsführern hervor, so ein damaliger Nachrichtenbericht. Insbesondere gegen die schwarze Bevölkerung waren die Worte gerichtet, die Anweisung des Polizeichefs lautete, „hart vorzugehen“.

Die NAACP (National Association for the Advancement of Colored People) und andere schwarze Organisationen beschwerten sich seit Jahren über die Behandlung der schwarzen Gemeinde durch die Polizei von Miami. Bei einer Anhörung über die Problematik sagte er, dass es nie Unruhen in Miami gegeben hätte, dieser aber nun von „Verbrechen, Schlägern und Bedrohungen durch junge Schwarze“ ausgehen und er hart dagegen vorgehen werde.

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Fazit

Es ist nachvollziehbar, dass manche Nutzer eine Absicht von Twitter dahinter vermuten, da Trump und Twitter sich in den letzten Wochen nicht unbedingt friedlich gesonnen sind, jedoch kann man in diesem Fall eher wirklich den Algorithmus der Twitter-Suchmaschine dahinter vermuten.


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