10 Jahre Tinder – und 5 Fakten zum Online-Dating 2022

Tinder: 6 von 10 Nutzern haben schon mal eine feste Beziehung durch Online-Dating gefunden.

Susanne Breuer, 9. September 2022

Swipe links, swipe rechts – Online-Dating hat sich mit der Einführung von Tinder stark verändert. Im September 2012 kam die Dating-App auf den Markt und aus Online-Dating wurde Mobile-Dating. Die Art, wie man per Internet neue Menschen kennenlernen kann, wurde durch Tinder von Grund auf revolutioniert. Derzeit ist ein Drittel der Internetnutzerinnen und -nutzer ab 16 Jahren in Deutschland auf Partnersuche im Netz. Das entspricht rund 20 Millionen Menschen.

Tinder – Mit einem Wisch zur großen Liebe?

Welche Erfahrungen machen sie, welche Angebote zum Online-Dating nutzen sie – und wer hat schon mal die große Liebe gefunden? Bitkom nennt die fünf wichtigsten Fakten zum Online-Dating in Deutschland.

Tinder ist eine wichtige Möglichkeit, einen Partner kennenzulernen, Bild: BITKOM

5 Fakten zu Tinder

  • Das Smartphone ist das Tor zur Dating-Welt: 84 Prozent derjenigen, die online flirten und daten, nutzen dafür ihr Smartphone. Unter den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren sind es sogar 93 Prozent. Die meisten, die online flirten, haben ein Profil in Dating-Apps: 7 von 10 (69 Prozent) wischen auf typischen Dating-Apps wie Tinder, Lovoo oder Bumble nach links und rechts. Etwa genauso viele (68 Prozent) sind auf Online-Singlebörsen oder bei Partnervermittlungen wie Parship, ElitePartner oder eDarling unterwegs. 50 Prozent flirten in sozialen Netzwerken.
  • Online-Dating ist nicht nur was für Jüngere: Alle Altersstufen tummeln sich auf dem Online-Dating-Markt. 34 Prozent der 16- bis 29-jährigen, 39 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 33 Prozent der 50- bis 64-jährigen Internetnutzerinnen und -nutzer suchen online nach Partnerschaften oder Begegnungen. Bei den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren, die das Internet nutzen, sind es noch 16 Prozent. Drei Viertel von ihnen (75 Prozent) halten Online-Dating jedoch oft für oberflächlich – deutlich mehr als in den anderen Altersgruppen.
  • Um One-Night-Stands geht es kaum – angeblich: Insbesondere Dating-Apps wie Tinder wird oft der Vorwurf gemacht, dass sie eine ungute Flirtkultur und Seitensprünge fördern. Viele Menschen suchten dort vor allem schnellen Sex, langfristige Beziehungen seien schwer zu finden, so das Klischee. Doch stimmt das? In einer Bitkom-Befragung Anfang 2022 gaben lediglich 6 Prozent der Nutzerinnen und -Nutzer von Online-Dating-Diensten an, es gehen ihnen vor allem um One-Night-Stands. 71 Prozent dagegen suchen vor allem eine feste Beziehung. Ein Viertel (25 Prozent) sucht auch lockere Flirts oder gelegentliche Dates.
  • Ja, es gibt sie, die große Liebe: Online-Dating ist häufig tatsächlich erfolgversprechend. 39 Prozent haben im Internet ihre große Liebe kennengelernt. Deutlich öfter kommt es zu Beziehungen und längerfristigen Partnerschaften, auch wenn es nicht die Liebe fürs Leben ist: 61 Prozent haben so schon einmal einen festen Partner oder eine feste Partnerin gefunden, bei gut der Hälfte war die Beziehung zum Befragungszeitpunkt Anfang 2022 sogar noch aktuell.
  • Achtung, Fake! Alles rosarot ist es dann aber doch nicht – das wissen viele Nutzerinnen und Nutzer von Online-Dating aus leidvoller Erfahrung. 56 Prozent sind schon einmal auf ein Fake-Profil hereingefallen. Frauen (61 Prozent) sind davon häufiger betroffen als Männer (51 Prozent). Fast die Hälfte (48 Prozent) hatte auch schon mal ein Date mit einer Person, die dann ganz anders war als im Online-Profil dargestellt.

Tinder hat die Online-Welt verändert

„Tinder hat nicht nur das Dating verändert. Beim Wischen nach links und nach rechts hat Tinder technische Standards gesetzt, die sich heute in zahlreichen Anwendungen finden, vom Mailprogramm bis zur Playlist beim Musikstreaming. Und auch in der Politik mischen Dating-Apps inzwischen mit. So bieten die Apps eine der wenigen verbliebenen Möglichkeiten, authentische Bilder von den Zerstörungen in der Ukraine nach Russland zu bringen.“

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:

Quelle: Bitkom

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