Vorsicht, wenn dein Tinder-Match über lukrative Investitionsmöglichkeiten spricht

Kathrin Helmreich, 1. Juli 2020
Tinder - Werbung für dubiose Handelsplattformen
Tinder - Werbung für dubiose Handelsplattformen

Der Watchlist Internet sind schon sehr viele Fälle bekannt, wo Menschen auf unseriösen Investment-Plattformen sehr viel Geld verloren haben. Nicht zuletzt werben Betrüger sogar über Tinder.

Aufmerksam wird man auf derartige Plattformen durch gefälschte Zeitungsbeiträge oder E-Mail-Angebote. Kriminelle bewerben ihre Plattformen aber auch vermehrt über Tinder-NutzerInnen, die von sehr gewinnbringenden Investitionsmöglichkeiten schwärmen und zu Zahlungen animieren.

Wer Geld investieren möchte, sollte sich vorab intensiv mit den unterschiedlichen Möglichkeiten auseinandersetzen, denn im Internet gibt es zahlreiche unseriöse Investment- bzw. Trading-Plattformen. Investieren NutzerInnen bei einer unseriösen Plattform, verlieren sie sehr viel Geld. Es besteht auch keine Chance, dieses wieder zu bekommen. m.hoidex. com ist beispielsweise eine betrügerische Plattform, wo Sie besser kein Geld investieren sollten, denn Gewinne werden nie ausbezahlt!

Verlockende Werbung führt zu unseriösen Plattformen

Wer im Internet nach Investitionsmöglichkeiten oder Handelsplattformen für Kryptowährung sucht, landet möglicherweise auf einer unseriösen Plattform. Kriminelle fälschen zum Beispiel bekannte Online-Nachrichtenportale wie ORF.at, DerStandard.at oder krone.at und veröffentlichen dort Fake-Berichte über Promis, die angeblich mittels einer Investmentplattform hohe Gewinne erzielt haben. Auch auf Facebook und Instagram werden falsche Berichte veröffentlicht und beworben. Ein Watchlist Internet Leser berichtete uns kürzlich, dass die Kriminellen sogar Tinder-Profile einsetzen, um Matches zu Investitionen zu bewegen.

LiebesbetrügerInnen verleiten zu unseriösen Investitionen

Geraten Sie beispielsweise via Tinder oder anderen Dating-Plattformen an einen Liebesbetrüger oder eine Liebesbetrügerin, werden diese zuerst versuchen Ihr Vertrauen zu gewinnen. Nach ausführlichen Gesprächen – natürlich nur online, per WhatsApp, Skype und Co – wird die Bekanntschaft Ihnen dann vermeintliche Investitionsplattformen schmackhaft machen und Sie zu Investitionen überreden.

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Vorsicht: Vertrauen Sie niemals einer fremden Person, die schon nach kurzer Zeit mit Ihnen Geldangelegenheiten oder Investitionsmöglichkeiten besprechen möchte. Sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um Love-Scam!

Die unseriöse Plattform

Auf einer unseriöse Investment-Plattform werden Sie nach Ihrer Registrierung – die zahlreiche persönliche Daten erfordert – meist von einem persönlichen Investmentberater bzw. einer Investmentberaterin angerufen und aufgefordert, einen Mindestbetrag zu investieren. Somit kann das automatisierte Trading beginnen.

Sie gewinnen in der Regel auch etwas, was Sie zu weitere Investitionen anregen sollte. Auch Ihr Berater bzw. Ihre Beraterin rät Ihnen weiterzumachen und verspricht Ihnen hohe Gewinnwahrscheinlichkeiten.

Problematisch wird’s dann, wenn die einbezahlten Beträge ausbezahlt werden sollten. Die Kriminellen werden Ihnen unterschiedliche Begründungen nennen, warum das gerade nicht möglich oder sinnvoll ist. In Wahrheit werden Sie Ihr Geld nicht wiederbekommen!

Sie haben bei einer unseriösen Plattform investiert?

Leider gibt es keinen realistischen Weg, das investierte Geld zurückzubekommen. Es ist auch sehr unwahrscheinlich, durch weitere Investitionen zu einem Gewinn zu kommen. Investieren Sie somit keinesfalls wieder Geld. Der finanzielle Schaden wird dadurch nur noch größer!

Das können Sie tun:

  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Lassen Sie sich von der vermeintlichen Investmentberatung nicht unter Druck setzen.
  • Wurde Geld per Banküberweisung transferiert, gibt es die Möglichkeit, die Bank mit einer Rückholung zu beauftragen. Die Erfolgschancen sind jedoch nicht allzu hoch. Informieren Sie sich darüber bei Ihrer Bank.
  • Wurde per Kreditkarte bezahlt, ist die Chance Zahlungen zurückzubekommen größer. Kontaktieren Sie Ihren Zahlungsdienstleister und besprechen Sie mögliche Optionen.

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Quelle: Watchlist Internet
Artikelbild: Shutterstock / Von Tero Vesalainen

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