Terroranschlag: Keine Einsatzbereitschaftsmeldung in Graz

Andre Wolf, 3. November 2020
Terroranschlag: Keine Einsatzbereitschaftsmeldung in Graz
Terroranschlag: Keine Einsatzbereitschaftsmeldung in Graz

Es ist ein bereits seit Jahren bekannte System: nach einem Terroranschlag tauchen häufig Falschmeldungen auf Social Media auf.

Am gestrigen Abend schaute die Welt fassungslos auf Wien. In der Innenstadt wurde ein furchtbarer Terroranschlag verübt, bei dem mehrere Menschen starben. Das nutzten wiederum andere Menschen aus, um auf Social Media Falschmeldungen zu verteilen.

Sind es Scherze, Trollereien oder bewusst irreführende Geschichten? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass es unsere Aufgabe ist, die Falschmeldungen von den echten Meldungen zu trennen und mit dem Finger auf die falschen Meldungen zu zeigen.

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Eine solche Falschmeldung behauptet, dass in der steirischen Landeshauptstadt Graz eine Einsatzbereitschaftsmeldung wegen eines bevorstehenden Terroranschlags vorliegen würde. Die Polizei der Steiermark spricht davon, dass diese ca. 16 Sekunden lange Sprachnachricht vornehmlich auf WhatsApp verbreitet wird. Hierzu liest man auf Twitter im offiziellen Account der Polizei Steiermark:

Achtung FakeNews: Dzt. kursiert via WhatsApp eine Sprachnachricht (16 Sek.) eines Unbekannten. Er gibt an, eine “Einsatzbereitschaftsmeldung” wegen eines bevorstehenden Terroranschlags in Graz erhalten zu haben. Es handelt sich definitiv um eine Falschmeldung!

Faktencheck Terroranschlag

Die folgenden Aussagen des Innenministeriums und der Polizei gelten als offiziell und gesichert:

Es gab im Zuge des Terroranschlages bislang drei Todesopfer, darunter zwei Männer und eine Frau. 15 weitere Personen sind teils schwer verletzt, darunter befindet sich ein Exekutivbediensteter (Polizist). Die genaue Anzahl der Täter steht nicht fest, aber es ist mindestens ein Täter gewesen, und das ist gesichert, weil dieser von den einschreitenden Polizeikräften erschossen wurde.

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Die Polizei geht auch davon aus, dass dem Terroranschlag offensichtlich ein islamistisches Motiv zugrunde liegt. Die Täter waren unter anderem mit Sturmgewehren bewaffnet, bei dem Sprengstoffgürtel, der in den Medien genannt wurde, handelt es sich lediglich um eine Attrappe. Mittlerweile wurde die Wohnung des erschossenen Täters durchsucht und zahlreiche Videoaufnahmen, die von der Bevölkerung eingesendet wurden, werden ebenfalls derzeit ausgewertet.

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