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Supermarkt verweigert Geimpften und Maskenträgern Zutritt? Der Faktencheck

Andre Wolf, 26. März 2021
Symbolbild Supermarkt, Artikelbild von 13_Phunkod / Shutterstock.com
Symbolbild Supermarkt, Artikelbild von 13_Phunkod / Shutterstock.com

Supermarkt sperrt Geimpfte und Menschen mit Maske aus? Jüngst sind Artikel aufgetaucht, in denen das behauptet wird.

Ein Supermarkt will also Menschen mit der Corona-Impfung oder Schutzmasken nicht mehr hereinlassen. Es handelt sich angeblich um die Schweizer Supermarktkette Migros. Darin wird eine Presseerklärung des Konzerns zitiert:

«Ab Sommer 2021 werden wir Menschen, die gegen Corona geimpft sind, keinen Zutritt mehr zur Migros gewähren. Auch Menschen, die eine Gesichtsmaske tragen, werden wir freundlich bitten, diese beim Eingang an den Maskenständer zu hängen. Die psychischen Erkrankungen unserer Mitarbeitenden sind in den letzten Monaten stark angestiegen – zeigen Sie wieder Gesicht und schenken sie den Migros-Mitarbeitenden ein Lächeln, sie brauchen das jetzt dringend.»

Die Menschen werden quasi ausgesperrt, so der Text.

Supermarkt und Geimpfte
Supermarkt und Geimpfte

Faktencheck Supermarkt lässt keine Menschen mit Impfung rein

Der Faktencheck gestalte sich an dieser Stelle im Grunde recht einfach. Mittlerweile gibt es zu diesem Original-Artikel auf der Webseite Gnueheudunge.ch ein Update. Augenscheinlich wird der Inhalt des Artikels für ernster gehalten, als er gemeint war. Denn dieses Update sagt recht deutlich, dass es sich bei dem Inhalt um eine Satire handelt. Wir können mittlerweile dort lesen:

Ps 2. Achtung Satire. Es war nicht meine Absicht, mit diesem Beitrag Stimmung gegen jemanden zu machen. Aber seit einem Jahr wird gegen Andersdenkende gehetzt – „Impfgegner“, „Corona-Leugner“, „Verschwörungstheoretiker“, „Massnahmen-Skeptiker“ und viele weitere Kraftausdrücke, welche die Runde machen. Genauso gut könnte es auch andersrum sein, und dies ist mit obenstehendem Text bewusst überspitzt formuliert. Es wäre wünschenswert, wenn wir auch in Zukunft Menschen bleiben, die frei und ohne Diskriminierung entscheiden können, an was sie glauben und wie sich ein jeder selbst schützen möchte.

Dieser Absatz am Ende der Geschichte wurde nachträglich eingefügt. Augenscheinlich wurde die Geschichte zu sehr missverstanden und auch von tendenziösen Webseiten als „Wahrheit“ weiterverbreitet. Allein die Dynamik, dass der Text augenscheinlich auch über Messenger verbreitet wird, zeugt davon, dass er von vielen Menschen für plausibel gehalten wird.

Und was lernen wir aus der Geschichte? Inhalte mit dramatischen Aussagen und Inhalte, über die sonst niemand berichtet, immer bis zum Ende lesen oder vergleichen, was andere darüber schreiben.

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Symbolbild Supermarkt, Artikelbild von 13_Phunkod / Shutterstock.com

 

 

 


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