Studie zu Facebook-Tracking

Tom Wannenmacher, 11. Januar 2022
Siebter NetzDG-Transparenzbericht von Facebook: Beschwerden stark gestiegen
Artikelbild: Von Rokas Tenys / Shutterstock.com

Mozilla startet Studie zu Facebook-Tracking. Partnerschaft mit The Markup soll mehr Klarheit über das Ausmaß der Sammelwut schaffen.

Der Firefox-Macher Mozilla hat eine Studie angekündigt, die mehr Klarheit darüber schaffen soll, in welchem Ausmaß Facebook wirklich Nutzerdaten sammelt, um Werbung und Inhalte zu personalisieren. Dafür arbeitet das Unternehmen mit den Non-Profit-Datenjournalisten von The Markup http://themarkup.org zusammen. Im Fokus der Untersuchung stehen die sogenannten Facebook-Pixel, mit denen die Datenkrake auf Webseiten von Drittanbietern Infos über Nutzer sammelt.

Jagd auf Datenjäger

Facebook-Pixel sind kleine Code-Schnipsel, die andere Webseiten einbinden können, um damit das Unternehmen ein Sammeln von Nutzerdaten auch dort zu ermöglichen. Für die Betreiber stellt dies Mehreinnahmen dank besser personalisierter Werbung in Aussicht, für Nutzer – auch jene, die nicht einmal ein Facebook-Konto haben – ist es ein potenzieller Datenschutz-Alptraum. Die jetzt startende Studie soll laut Mozilla helfen, etwas mehr Klarheit darüber zu schaffen, wo im Netz Facebook-Pixel welche Daten sammeln, wie verbreitet dieses Tracking wirklich ist und was die gesammelten Daten letztlich so alles über User verraten.
Zu diesem Zweck sind Firefox-Nutzer eingeladen, sich für „The Facebook Pixel Hunt“ anzumelden, welche die Mozilla-Plattform Rally http://rally.mozilla.org und die zugehörige Browser-Erweiterung nutzt. Diese sammelt dann bis 13. Juli 2022 Infos darüber, auf welchen Webseiten User mit Facebook-Pixeln in Berührung kommen, wie viel Zeit sie auf diesen Seiten verbringen und welche Daten die Pixel dabei für Facebook abgreifen. Die so gesammelten Infos sollen dann die Basis für investigativen Journalismus von The Markup zum Thema Facebook-Datensammlung bilden.

Gegen Intransparenz

Grund für die Studie ist laut Mozilla, dass FB nach wie vor reichlich intransparent ist, was seine Datensammel- und Werbe-Angewohnheiten betrifft – und sich auch verbissen gegen Versuche wehrt, dies zu ändern. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit etwa Werbetransparenz-Tools von ProPublica http://propublica.org blockiert, die Informationsgewinnung durch The Markups eigenen Citizen Browser ausgehebelt und ist gegen ein Projekt der New York University vorgegangen, das mithilfe von AdObserver http://adobserver.org politische Werbung auf Facebook untersuchen wollte. Die zynische Datenkrake berief sich dabei übrigens auf den Schutz der Privatsphäre.


Quelle: pte


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