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Spam-Mail mit PDF-Datei der „Loteria Primitiva“

Ralf Nowotny, 16. Oktober 2018

Bestimmt seid ihr auch solche Glückspilze: Ihr spielt zwar bei keiner Lotterie mit, gewinnt aber ständig Millionenbeträge.

So ergeht es vielen Nutzern. Derzeit kursiert wieder eine solche Mail, die an „Glaubwürdigkeit“ kaum zu unterbieten ist:

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

„Liebe Sieger,

Sie sind einer der glücklichen Gewinner des internationalen Lotto in Madrid Spanien gefeiert. öffnen Sie das beigefügte Dokument Ihr Mitteilungsschreiben anzuzeigen.
Herzliche Glückwünsche.

MARIA GARCIA“

Von einer (wahrscheinlich gefälschten oder gekaperten) polnischen Email-Adresse bekommen wir also mitgeteilt, dass wir bei einer internationalen spanischen Lotterie gewonnen haben.
Macht voll Sinn.
Im Anhang findet sich eine PDF-Datei, die uns Genauer informieren soll.  Wir wollen euch den Inhalt nicht vorenthalten, aber Vorsicht: das Design ist, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig:

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Das ist also eine „Finalle offiziell Gewinnbenachritigung“, laut der der Nutzer, einfach mal so, 3.5 Millionen Euro gewonnen hat. So eine Mitteilung kommt natürlich direkt vom Schreibtisch des Vizepräsidenten, der nicht nur selber keinen Namen hat, sondern den Namen des Nutzers auch nicht kennt, weswegen man ihm also alles mitteilen soll.
Zudem soll man zustimmen, 5% des Gewinnes abzutreten, weil… so halt. Weil das da steht.
Dazu soll man eine Telefonnummer im Ausland anrufen und ein Formular ausfüllen.

Kurz noch angemerkt sei, dass die Nummer, welche man anrufen soll, aus Portugal ist. Wenn man dort anruft, erreicht man ein Callcenter. Die Vorwahl und die ersten sechs Nummern finden sich in vielen Mails und Postings, in denen einem günstige Kredite angeboten werden. Auch Anrufe von diesen Nummern sind in Spanien und Portugal als Werbeanrufe bekannt.
Hier ein Beispiel:

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Stichwort: Vorschussbetrug

Seit mindestens 2012 kursieren diese Mails. 2014 berichteten wir von einer ähnlichen Mail, bei der fast exakt die gleiche Summe angeblich gewonnen wurde. Bei solchen Mails handelt es sich um den sogenannten „Vorschussbetrug“, eine krimonologische Bezeichnung für eine Betrugsunterart.

Charakteristisch für diese Art des Betruges ist es, große Gewinne zu versprechen, sei es das Erbe eines unbekannten Verwandten, ein Kronprinz, der sein Geld nach Europa schaffen möchte oder eben, wie in diesem Beispiel, ein Lottogewinn. Was bei einer Kontaktaufnahme passiert, ist Folgendes: Der Nutzer soll seine Daten übermitteln und einen Vorschuss im Rahmen von mehreren Hundert Euro als „Verwaltungsgebühren“ zahlen, damit er den Gewinn bekommt.

Nicht reagieren und löschen!

Selbst wenn man nur auf diese Mail antwortet, hat man ein Problem: Die Betrüger wissen, dass ihre Mail gelesen wurde und werden einen mit weiteren Mails bombardieren. Denn dann wissen sie, dass dort ein potentielles Betrugsopfer am Rechner sitzt, dem man vielleicht mit anderen Methoden das Geld aus der Tasche ziehen kann.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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