„Söders Kasperletheater“: Der Aushang ist kein Fake!

Andre Wolf, 30. April 2020
Söders Kasperletheater
Söders Kasperletheater

Auf Social Media wird ein Foto eines Aushangs verbreitet, der sich lautstark gegen die Maskenpflicht im Handel (Söders Kasperletheater) einsetzt.

Söders Kasperletheater – In den letzten Wochen sind verschiedene Fotos von Zetteln und Botschaften in Läden aufgetaucht die, sich auf das Coronavirus beziehen.

Zwei dieser Fotos zeigten Zettel, die im Namen von Handelsketten dazu aufgerufen haben, aufgrund des Virus auf den Konsum tierischer Produkte zu verzichten. Diese Infozettel waren jedoch Fakes (siehe hier und hier).

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Doch im Gegensatz zu den anderen Aushängen handelt es sich bei diesem jüngst aufgetauchten Foto um keinen Fake. Die folgenden Sätze wurden wirklich in einer Fleischerei ausgehängt:

Allgemeiner Kundenhinweis

Achtung bei uns findet keine Vorstellung von Herrn Söders Kasperletheater statt. Sollten Sie uns unbedingt mit Masken sehen wollen kommen Sie im Fasching wieder.
Wenn ihnen das Angst macht oder Sie zu einer Risikogruppe gehören sollten Sie ab dem 27.4.2020 hier bitte nicht mehr einkaufen.

Söders Kasperletheater
Söders Kasperletheater

Faktencheck Söders Kasperletheater

Ein Aushang mit einer klaren Botschaft und deutlich erkennbarer Herkunft. Laut Briefkopf handelt es sich um eine Fleischerei aus Nürnberg.

Diese Firma existiert tatsächlich und es gibt bereits Medienberichte zu dem „Söders Kasperletheater“ Aushang. Ergo: Es handelt sich bei der Botschaft auf dem Zettel um keinen Fake.

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Das Redaktionsnetzwerk Deutschland, aber auch die Süddeutsche Zeitung berichten über die Fleischerei und den Aushang. Hier erfährt man, dass es sich um einen Betrieb handelt, der primär Großkunden beliefert, jedoch auf Vorbestellung auch Privatkunden Waren abholen können.

Konsequenzen?

Die Medienberichte erzählen davon, dass der Inhaber bereits auch einen Besuch von der Polizei bekommen habe. der Infozettel „Söders Kasperletheater“ kann dem Inhaber teuer kommen:

„Die haben uns an die 5000 Euro Bußgeld erinnert und mit einer Strafanzeige gedroht“

Der Betreiber teilte ebenso mit, dass er nicht mit der großen Viralität des Zettels nicht gerechnet habe und dass er sehr wohl die Coronakrise ernst nehme, jedoch von der Maskenpflicht nichts hält.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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