Aktuelles

Social Media unsicher für LGBTQ-Community

Soziale Medien sind unsichere, diskriminierende Orte für Nutzer aus der LGBTQ-Gemeinschaft. Das belegt der jüngst erschienene „Social Media Safety Index“ der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD).

Claudia Spiess, 18. Juli 2022

In der GLAAD-Bewertung, die auf einer Umfrage unter LGBTQ-Personen basiert, schneiden alle großen Social-Media-Plattformen in dieser Hinsicht schlecht ab.

Mangelhafte Bilanz

Von möglichen 100 Prozent für eine optimale Sicherheit, Privatsphäre und Meinungsfreiheit für Nutzer aus der LGBTQ-Community sind alle Player weit entfernt: Mit mageren 48 Prozent schnitt Instagram noch am besten ab, gefolgt von Facebook (46 Prozent), TikTok und YouTube (je 45 Prozent) sowie Twitter mit 43 Prozent. Dabei sind LGBTQ-Menschen als positive Werbeträger für Marken für Social-Media-Konzerne auch geschäftlich interessant (pressetext berichtete HIER).

Die GLAAD bemängelt, dass die Plattformen zwar selbstverpflichtende Richtlinien zum Schutz von LGBTQ-Nutzern aufgestellt hätten. Diese seien jedoch unzureichend. Während TikTok und Twitter ihre Nutzer etwa daran hinderten, Personen falsch zu bezeichnen oder zu benennen, sei dies bei Facebook, Instagram und YouTube nicht der Fall. Jede Plattform verfüge über Verbote, um schädliche Anti-LGBTQ-Werbung zu verhindern, aber alle fünf würden schlechte Arbeit leisten, wenn es darum geht, die Demontierung und Entfernung von LGBTQ-Inhalten zu verhindern.

Viele Hassreden

Ein weiterer Bericht von der Anti-Defamation League zeigt auf, dass 66 Prozent von befragten LGBTQ-Personen äußerten, online mit Hass belästigt worden zu sein. Außerdem berichteten 54 Prozent von ihnen von „schweren Belästigungen“, zu denen körperliche Gewalt-Androhungen, Stalking, sexuelle Belästigung und Doxing gehören.

Ergebnisse des „Social Media Safety Index“
Quelle: Pressetext

Das könnte auch interessieren: Facebook und Instagram: Meta-Datenrichtlinie im Faktencheck!


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

  • Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum. Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fake News, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt deine Unterstützung!

Mehr von Mimikama