Social Media machen Erwachsene depressiv

Tom Wannenmacher, 29. November 2021
Social Media: depressiv durch Facebook und Co.
Social Media: depressiv durch Facebook und Co.

Viele Nutzer reagieren laut Studie insbesondere schlecht auf Snapchat, Facebook und TikTok

Social Media machen Teens depressiv – das hat schon jeder gehört. Doch das Problem besteht womöglich auch bei Erwachsenen, wie eine im Mai 2020 gestartete US-Studie zeigt. „Wir haben Leute befragt, die wegen ihrer Social-Media-Nutzung nicht deprimiert waren“, so Erstautor Roy Perlis von der Harvard Medical School gegenüber „NC News“. Monate später hatten dann vor allem jene Probanden, die Snapchat, Facebook oder TikTok nutzen, deutlich eher Depressionen.

5.395 Social Media-Nutzer analysiert

Eigentlich wollten die Forscher mit ihren von Mai 2020 bis Mai 2021 monatlich erfolgten Befragungen von 5.395 erwachsenen Usern (Durchschnittsalter 56) ergründen, wie US-Nutzer mit der Corona-Pandemie umgehen. Doch mit der Zeit interessierten sie sich eher dafür, wie sich die Nutzung sozialer Medien auf das Gemüt auswirkt. So zeigte sich, dass jene Probanden, die Social Media nutzen, in späteren Befragungen eher depressive Symptome gezeigt haben als jene, die Social Media fern bleiben.

Zudem hat die Studie ergeben, dass verschiedene soziale Medien offenbar unterschiedliche Alterskohorten beeinflussen. So scheinen Menschen unter 35 mit Snapchat und TikTok keine Probleme zu haben, während die noch Älteren gerade bei der Nutzung dieser Plattformen eher in Depressionen abgleiten. Warum genau das so ist, bleibt unklar. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der Tatsache, dass es sich um stark visuelle Medien handelt oder damit, dass diese normalerweise eher auf jüngeres Publikum abzielen.

Facebook-Frust unter 35

Auch Facebook ist ein soziales Medium, das laut Studie relativ klar in Verbindung mit depressiven Symptomen bei Erwachsenen steht. Doch gilt das in diesem Fall besonders bei Unter-35-Jährigen, während ältere Facebook-User kaum betroffen scheinen. Auch hier bleibt unklar, woran genau das liegt. Die Forscher halten zudem fest, dass die Studie lediglich einen Zusammenhang von Depression mit Social-Media-Nutzung nachweist.

Die sozialen Medien sind aber nicht unbedingt tatsächlich der Auslöser. Es scheint ebenso denkbar, dass Menschen, die aus anderen Gründen zu Depressionen neigen, sich aus irgendeinem Grund zu bestimmten Plattformen hingezogen fühlen.


Zur Studie „Association Between Social Media Use and Self-reported Symptoms of Depression in US Adults“: http://bit.ly/311lzK0


Quelle: pte


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