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SLUB: Keine Aufforderung, russische Bücher für Heizzwecken zu spenden

Fake News zur SLUB (Sächsische Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) in den sozialen Netzwerken

Tom Wannenmacher, 4. September 2022

Die Behauptung

Seit dem 1.9.2022 kursiert in sozialen Netzwerken bewusste Falschinformation, die im Namen der SLUB und der SLUB-Generaldirektorin Katrin Stump dazu aufruft, der Bibliothek russische Bücher zu Heizzwecken zu spenden.

Unser Fazit

Es handelt sich hierbei um eine gezielte Desinformationskampagne und es wurde bereits wegen des gefälschten Schreibens Strafanzeige erstattet.

Auf verschiedenen Plattformen, u.a. Telegram, TikTok, Facebook und Twitter, wird das Foto eines gefälschten Schreibens mit Logo der SLUB, Absender der Bibliotheksverwaltung und Kontakt der SLUB-Generaldirektorin verbreitet, welches den Eindruck erwecken soll, die SLUB hätte dieses Schreiben erstellt. SLUB hat wegen des gefälschten Schreibens bereits Strafanzeige erstattet.

Es handelt sich dabei um dieses gefälschte „SLUB-Schreiben“ mit folgendem Inhalt (sic!)

„Sehr geehrte Leserinnen und Leser. Die Auseinandersetzung mit der russischen Aggression ist unsere gemeinsame Sache. Russische Literatur hat in ihrem Bücherregal nichts zu suchen. Aufgrund der voraussichtlichen Heizungskürzung im Herbst und Winter bitten wir Sie, Bücher russischer Autoren zu spenden, die für Heizung in der Bibliothek verwendet werden sollen. Auf diese Weise können Sie auch dann noch gute Bücher lesen, wenn Putin die Gaslieferungen unterbricht. Bibliotheksverwaltung“

Screenshot des gefälschten Schreibens auf Facebook vom 1.9.2022

Katrin Stump, Generaldirektorin der SLUB Dresden sagt dazu

„Als Bibliothek stehen wir für demokratische Grundwerte, verlässliche Informationen und einen sachlichen Diskurs zu gesellschaftspolitischen Themen. Ich bin erschüttert, dass in den vergangenen Tagen bereits mehrere Bibliotheken von manipulativer Desinformation betroffen waren und die Drahtzieher auch vor persönlichen Angriffen nicht zurückschrecken. Das zeigt einmal mehr, welche Gefahren dies für unsere demokratisch verfasste Gesellschaft birgt. Die SLUB geht entschieden gegen Falschinformation wie diese vor und wird u.a. mit Veranstaltungen und Ausstellungen auch weiterhin für den verantwortungsbewussten und wachsamen Umgang mit Desinformation sensibilisieren.“ 

Bereits in den vergangenen Tagen waren die Bücherhallen Hamburg von ähnlichen Angriffen betroffen. Wir haben HIER darüber berichtet.

Quelle: SLUB (Sächsische Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)


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