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Sicherheitswarnung: Ihr Konto (Mailadresse) wurde gehackt.

Tom Wannenmacher, 28. Mai 2019
Immer wieder erhalten Nutzer erpresserische E-Mails /Artikelbild: Preechar Bowonkitwanchai - Shutterstock.com
Immer wieder erhalten Nutzer erpresserische E-Mails /Artikelbild: Preechar Bowonkitwanchai - Shutterstock.com

Per E-Mail wollen Abzocker Kohle machen. Sie behaupten Aufzeichnungen zu haben und erpressen ihn.

Angeblich wurde ein Video mitgeschnitten, als man eine Pornowebseite besuchte. Betrüger lassen sich dabei immer wieder etwas Neues einfallen und schrecken auch nicht vor Erpressungen zurück. Mit kreativen Geschichten versenden sie E-Mails und versuchen so Nutzer in die Falle zu locken.

Der Betrüger auf der besuchten Webseite hat eine Malware zum Einsatz gebracht und diese wiederum hat nun private Daten gesammelt! Damit der Betrüger schweigt, verlangt er, so wie in diesem Fall, 900.00 EUR

Es handelt sich im Moment um diese E-Mail:

Screenshot der E-Mail
Screenshot der E-Mail

Der Inhalt als Wortlaut:

Ich habe schlechte Nachrichten für dich.
26/09/2018 – an diesem Tag habe ich Ihr Betriebssystem gehackt und vollen Zugriff auf Ihr Konto erhalten
(E-Mailadresse) !
Es ist nutzlos, das Passwort zu ändern, meine Malware fängt es jedes Mal ab.
Wie war es:
In der Software des Routers, mit dem Sie an diesem Tag verbunden waren, lag eine Sicherheitsanfälligkeit vor.
Ich habe diesen Router zum ersten Mal gehackt und meinen Schadcode darauf platziert.
Als Sie ins Internet gingen, war mein Trojaner auf dem Betriebssystem Ihres Geräts installiert.
Danach habe ich einen vollständigen Speicherauszug Ihrer Festplatte erstellt (ich habe Ihr gesamtes Adressbuch, den Verlauf der Anzeige von Websites, alle Dateien, Telefonnummern und Adressen all Ihrer Kontakte).
Vor einem Monat wollte ich Ihr Gerät sperren und um einen kleinen Betrag zum Entsperren bitten.
Aber ich habe mir die Websites angesehen, die Sie regelmäßig besuchen, und bin zur großen Freude Ihrer Lieblingsressourcen gekommen.
Ich spreche von Websites für Erwachsene.
Ich möchte sagen – Sie sind ein großer, großer Perversling. Sie haben ungezügelte Fantasie !!!
Danach kam mir eine Idee.
Ich habe einen Screenshot von der intimen Website gemacht, auf der Sie Spaß haben (Sie wissen, worum es geht, oder?).
Danach machte ich einen Screenshot Ihrer Freuden (mit der Kamera Ihres Geräts) und verband alle miteinander.
Es ist wunderschön geworden, zweifle nicht.
Ich bin fest davon überzeugt, dass Sie diese Bilder nicht Ihren Verwandten, Freunden oder Kollegen zeigen möchten.
Ich denke, 900 EURO sind ein sehr kleiner Betrag für mein Schweigen.
Außerdem habe ich viel Zeit mit dir verbracht!
Ich akzeptiere Geld nur in Bitcoins.
Meine BTC-Brieftasche: 1HDhVLreEK6yneKRCZA2iRPsKSfhFqeEoP
Sie wissen nicht, wie Sie eine Bitcoin-Brieftasche auffüllen sollen?
Schreiben Sie in jede Suchmaschine, „wie Sie Geld an die BTC-Brieftasche senden“.
Es ist einfacher als Geld an eine Kreditkarte zu senden!
Für die Bezahlung haben Sie etwas mehr als zwei Tage (genau 50 Stunden).
Keine Sorge, der Timer startet in dem Moment, in dem Sie diesen Brief öffnen. Ja, ja … es hat schon begonnen!
Nach der Bezahlung zerstören sich meine Viren und schmutzigen Fotos bei Ihnen automatisch.
Narrative, wenn ich nicht den angegebenen Betrag von Ihnen erhalte, wird Ihr Gerät blockiert und alle Ihre Kontakte erhalten ein Foto mit Ihren „Freuden“.
Ich möchte, dass Sie umsichtig sind.

– Versuchen Sie nicht, meinen Virus zu finden und zu zerstören! (Alle Ihre Daten wurden bereits auf einen Remote-Server hochgeladen.)
– Versuchen Sie nicht, mich zu kontaktieren (dies ist nicht möglich, ich habe Ihnen eine E-Mail von Ihrem Konto gesendet)
– Verschiedene Sicherheitsdienste helfen Ihnen nicht. Das Formatieren einer Festplatte oder das Zerstören eines Geräts hilft ebenfalls nicht, da sich Ihre Daten bereits auf einem Remote-Server befinden.

P.S. Ich garantiere Ihnen, dass ich Sie nach Zahlungseingang nicht mehr störe, da Sie nicht mein einziges Opfer sind.
Dies ist ein Ehrenkodex für Hacker.

Sind die Kriminellen wirklich im Besitz von persönlichen Videoaufnahmen?

Im Falle der aktuellen Erpressungsversuche per E-Mail kann leider nicht eindeutig bewiesen werden, ob die Erpresser wirklich im Besitz von Videomaterial der Opfer sind oder nicht. Wir gehen davon aus, dass die Cyberkriminellen kein Videomaterial besitzen. Bis dato gab es nur einen ähnlichen Fall, in dem ein Nutzer wirklich erpresst wurde. Wir haben hier darüber berichtet.

Jedoch ist eine Infizierung mit Schadsoftware nicht auszuschließen. Denn beim Besuch von unseriösen Seiten kann es immer passieren, dass man sich Malware einfängt. Ein guter Virenschutz schützt Nutzer vor dieser potentiellen Gefahr.

Wenn ich bezahle, werde ich dann von den Erpressern nicht mehr belästigt?

Wir raten davon ab, bei solchen Betrugsmaschen den geforderten Betrag zu bezahlen!

Abgesehen davon, dass man sich auf das Wort eines Kriminellen nicht verlassen sollte, qualifiziert sich jeder Nutzer, der einer solchen Forderung nachgibt, als potentielles “Daueropfer”. Sinnvoller ist es, derartige E-Mails und andere Erpressungsversuche umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle oder online zu melden.

Das LKA Niedersachen hat auch einige Links veröffentlicht, unter denen man selbst checken kann, ob die eigene Mailadresse in geleakten Datenbanken auftaucht:

Doch Vorsicht: Die Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch werden geleakte Datenbanken oftmals erst Monate oder sogar Jahre später bekannt. Man kann sich daher leider nicht komplett in Sicherheit wiegen, wenn die eigene Mailadresse nicht in den Datenbanken auftaucht.

Ergebnis:

In den meisten Fällen handelt es sich bei solchen E-Mails um reine Betrugsversuche, und der Erpresser befindet sich nicht im Besitz pikanten Videomaterials seines Opfers. Leider kann man diese Möglichkeit aber nie komplett ausschließen. Darum ist es sinnvoll, die Erpressung auf jeden Fall der Polizei zu melden!

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Kamera seines Geräts mit einem kleinen Sticker abkleben und ihn bei Bedarf entfernen. Ein guter Virenschutz sollte trotzdem eine hohe Priorität haben.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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