Shitstorm, Hundekot, Giftköder und ein genervter Restaurant-Betreiber

Andre Wolf, 9. April 2019
Einem Restaurantbesitzer aus Ansbach ist auf Facebook der Kragen geplatzt.
Einem Restaurantbesitzer aus Ansbach ist auf Facebook der Kragen geplatzt.

Kein Fake! Ein Restaurantbetreiber reagierte über und veröffentlichte eine Statusmeldung, in der er von Gift gegen Hunde schreibt.

Mittlerweile gelöscht, dennoch als Screenshot überall zu finden: Die Statusmeldung eines bayerischen Restaurantbesitzers erhitzt die Gemüter.

Das ist geschehen: Einem Restaurantbesitzer aus Ansbach ist auf Facebook der Kragen geplatzt. Er veröffentlichte eine Statusmeldung, die sich gegen unverantwortliche Hundebesitzer richtet.

Bei uns wird offt an der Gaststätte Hundekott hinterlassen, ab sofort werde ich Gift an meinen Eingängen anbringen [sic!]

Aus dieser, mittlerweile gelöschten, Statusmeldung resultierte ein Shitstorm gegen das Restaurant und auch den Betreiber. Nach Medienangaben veröffentlichte die Polizei Ansbach hierzu eine Pressemitteilung:

Am gestrigen Sonntag gegen 20.00 Uhr postete ein 54-jähriger Gastronom auf der Facebook-Seite der Gastwirtschaft, dass er zukünftig aufgrund entsprechender zahlreicher Hinterlassenschaften von Hunden vor seiner Gaststätte in der Innenstadt Gift an den Eingängen anbringen wird. Der Eintrag wurde binnen kürzester Zeit über 100mal geteilt, außerdem wurden zahlreiche wütende Kommentare gepostet. Nachdem die Polizei Ansbach davon erfuhr, nahm diese Kontakt mit dem Gastronom auf und führte mit ihm ein eindringliches Gespräch mit dem Ziel, dass er seiner Drohung keine Taten folgen lässt.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Hundekot immer wieder zu Beschwerden führt und jeder Hundebesitzer im Sinne eines guten gemeinschaftlichen Miteinanders die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners grundsätzlich zu beseitigen hat. (siehe: Ansbachplus.de)

Es existiert überdies mittlerweile eine Collage, die den Charakter eines Steckbriefs hat und den Betreiber, sowie Restaurant und Adresse abbildet.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Nicht gehackt, späte Reue

Anfangs kursierten Kommentare auf Facebook, dass die Seite des Restaurants vielleicht gehackt worden sei. Dies bestätigte sich nicht. Gegenüber der ortsansässigen Redaktion von Ansbachplus.de zeigte das Betreiberehepaar Reue. Dort liest man unter anderem:

Liebe Besucher, auf unserer Facebook-Seite wurde gestern für kurze Zeit ein Beitrag von mir veröffentlicht, dass Hunde ihr Geschäft vor unseren Eingängen hinterlassen. Dieser Beitrag wurde vielmals von unseren Facebook-Nutzern kommentiert. 

Der Beitrag war eigentlich nicht gegen Hunde, sondern gegen ihre unverantwortlichen Halter gerichtet, da wir unseren Gästen gerne unsere Speisen in einer angenehmen Atmosphäre bieten möchten. 

Mein Ärgernis darüber habe ich sicherlich sehr unüberlegt ausgedrückt. Wer unser Speiserestaurant kennt, weiß, dass wir mitgebrachten Hunden gerne Wasser geben und auch auf die Wünsche von Kindern eingehen. Der Post hätte eigentlich ein Appell an die Verantwortlichkeit von Hundehaltern sein sollen.

https://www.facebook.com/Ansbach.plus/posts/2096161503773099?__xts__%5B0%5D=68.ARCBfeTumaVt7XhHN8gSqD97WlCeEEjKIG0AopC409xrGX6HEGI6dD6SUm6PaBDaqRvpD4ryZHJQ3v9uc5rzswRZEJqDhTcvYBG7sWbyKcjpKfLmvnMAdpgWvIV9KymrsyH827z-VVl-48N10qSHxpg87lIXPqKhs-Qsa5T5HJP0BDJvU-lhHa3a5wdKQwvAlOGhbqVGVVSCpEHP1foAEWOhtPSvP67DWgbkk5eQbkqNAja_jqe-geFJOTy1RzZ2OKJWiBY4VjXiPSAQBblttIeq1zUysoPYdTZb92VoIaRn1jLqt40NGd_gMmhOaVh2Nwtvt8ixx7U53YXIIc-lJKC8DA&__tn__=-R

Weiterführende Inhalte:

  • Shitstorm um Bratwurst-Glöckle: Giftköder-Androhung in Facebook-Post, Ansbachplus.de
  • Nach Posting-Wirbel: Bratwurst-Glöckle-Betreiber entschuldigen sich, Ansbachplus.de


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