Keine Toten und keine Razzia von Serverfarmen (Faktencheck)

Kathrin Helmreich, 2. Dezember 2020
Es sind keine US-Soldaten bei einer Razzia von Serverfarmen ums Leben gekommen.
Es sind keine US-Soldaten bei einer Razzia von Serverfarmen ums Leben gekommen.

Angeblich seien US-Soldaten bei einer Razzia von deutschen Serverfarmen ums Leben gekommen. Bei der Behauptung wurde einiges durcheinander geworfen.

Aktuell erhalten wir wieder Anfragen zum Thema „Razzia von deutschen Serverfarmen“. Angeblich seien fünf US-Soldaten beim Einsatz gestorben. Es geht dabei um Behauptungen, wie diese hier:

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Analysis

REPORT: Lt Gen McInerney Reports US Special Forces Attacked CIA Server Farm In Germany In Server Seizure Operation, 5 Soldiers Killed, Servers Secured

by CD Media StaffNovember 28, 2020114166178

Nachricht: HAMMERNACHRICHT ZU FRANKFURT UND DEN SERVERN BERICHT: Generalleutnant McInerney berichtet, dass US-Spezialeinheiten die CIA-Server-Farm in Deutschland bei einer Server-Beschlagnahme-Operation angegriffen haben, 5 Soldaten getötet, Server gesichert Generalleutnant Thomas McInerney und Generalleutnant Michael Flynn gaben heute dem WVW-Rundfunknetz Interviews. Es war Flynns erstes Interview seit seiner Begnadigung. In einer beeindruckenden Zeugenaussage gab McInerney an, seine Quellen hätten ihm gesagt, dass Spezialeinheiten der US-Armee, möglicherweise die berühmte Delta Force, die von der CIA betriebene Serverfarm in Frankfurt, Deutschland, überfallen hätten. Bei dem anschließenden Feuergefecht wurden 5 Soldaten getötet, ebenso wie ein paramilitärischer CIA-Soldat. Das CIA-Personal wurde Berichten zufolge angeblich aus Sicherheitsgründen aus Afghanistan eingeflogen. Nachfolgende Überprüfungen der gesicherten Server ergaben Beweise dafür, dass China, Iran und Russland in den Putschversuch gegen Präsident Donald Trump verwickelt waren, der einen überwältigenden Sieg für das amerikanische Volk errungen haben soll, enthüllte McInerney. \“Diese Menschen haben Hochverrat begangen\“, erklärte McInerney. Er flehte Präsident Trump an, sein Amt nicht zu verlassen, bis der Verrat aufgedeckt ist, sonst wird Amerika tödlich verwundet und reif für die Übernahme durch unsere Feinde sein. McInerney erklärte auch, dass er glaubt, Präsident Trump habe gewusst, dass der Diebstahl bevorstehe, und deshalb habe er einen Exekutiverlass mit Sanktionen wegen Einmischung ausländischer Mächte in unsere Wahlen erlassen. Seiner Biographie zufolge war McInerney während des Vietnamkriegs als Fluglotse und Kampfpilot tätig und hatte während seiner vier Dienstzeiten 407 Kampfeinsätze geflogen. Mit anderen Worten, er war ein Patriot und vertrauenswürdig. Inzwischen kursieren Berichte, wonach General Flynn dem Präsidenten bei einer privaten Geheimdienstoperation behilflich ist. Quelle: https://ishort.ink/ vnYv und: https://ishort.ink/ sG9r @Q_D_R_A

Der Faktencheck

Erst vor wenigen Tagen haben wir über den Fall der angeblich beschlagnahmten deutschen Dominion-Server berichtet. Die Behauptungen wurden aber weder von den beteiligten Unternehmen noch Behörden bestätigt.

Und auch die Behauptung über angeblich während einer Razzia in Frankfurt/Main getötete Soldaten stimmt den Faktencheckern der AFP zufolge, nicht. Die betreffenden Soldaten starben bei einem Helikopter-Unfall, zudem gab es die angesprochene Razzia überhaupt nicht.

Angefangen hat alles mit Gerüchten, die Server eines spanischen Anbieters von elektronischen Abstimmungssystemen „Scytl“ seien von der kanadischen Firma Dominion verwendet worden. Diese soll angeblich Technologie zur Stimmabgabe bei der US-Wahl geliefert haben und so sei es zu einem illegalen Austausch von Stimmen zwischen den Kandidaten Joe Biden und Donald Trump gekommen.

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Im Zuge dessen hätten Soldaten der US-Army mit Amtshilfe des deutschen Bundesjustizministeriums belastendes Material in einer deutschen Server-Farm sichergestellt. Gegenüber AFP bestätigt sowohl das Landeskriminalamt (LKA) in Hessen, als auch das Bundesjustizministerium, dass es keinen Einsatz von US-Soldaten auf deutschem Boden gegeben und auch, dass kein Rechtshilfeersuchen für einen solchen Einsatz vorgelegt wurde.

Auch Scylt distanziert sich öffentlich von der Behauptung über eine angebliche Razzia und ein Sprecher der US-Armee teilte ebenfalls mit, dass die Anschuldigungen falsch seien.

Die fünf Soldaten kamen jedoch tatsächlich ums Leben. In einer Mitteilung der US-Army wird über den Unfall eines UH-60 Helikopters am 12. November in Ägypten berichtet.

Fazit:

Es gibt keine Belege über eine Razzia in Bezug auf deutsche Dominion-Server. Die Soldaten starben zwar tatsächlich, aber bei einem Helikopterabsturz in Ägypten und nicht wie behauptet, bei der angeblichen Razzia.

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Weitere Quellen: Lead Stories Factcheck

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