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Seelenhygiene in Zeiten einer Pandemie

Kathrin Helmreich, 22. Januar 2021
Depressionen und Panikattacken (Artikelbild: Shutterstock / Stanislaw Mikulski / saiful huda)
Depressionen und Panikattacken (Artikelbild: Shutterstock / Stanislaw Mikulski / saiful huda)

Du fühlst dich erschöpft, traurig und kommst nicht wieder in Schwung? Der Winter und der Lockdown fordern seinen Tribut – doch du kannst etwas für dich selbst tun.

Kennst du das? Du sitzt seit mehreren Wochen im Homeoffice, bist vielleicht noch Single, draußen herrscht eine Eiseskälte und dein liebstes Kaffeehaus hat seit Monaten geschlossen. Selbst wenn du in einem Familienverband wohnst, könnte es sein, dass du deine Freunde unheimlich vermisst und den Sport lässt du bereits seit Wochen aus, weil du einfach keinen Antrieb mehr hast. Deine Haustiere haben zudem schon genug von der Dauerbekuschelung und auf Netflix gehen dir die Serien aus.

Schon seit letztem Sommer warnen Stress- und Burnout-Experten vor den Folgen der andauernden beziehungsweise wiederholten emotionalen Belastung, die die Pandemie unvermeidlich mit sich bringt. Erhöhter Stress und Verunsicherung in der Arbeitswelt, anhaltende Lockdowns und die Angst davor, isoliert zu werden, rückt das Verständnis und Bewusstsein einer eigenverantwortlichen Seelenhygiene umso deutlicher in den Alltagsfokus.

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„Jeder erlebt Stress anders“, so Maximilian von Rossek gegenüber der Bayerischen Staatszeitung. Seines Erachtens nach, haben sich sogenannte Stressoren verschoben, das zeigen auch Umfragen unter Arbeitnehmern – darunter gehören die Angst vor Corona und auch die Isolation. Und auch wenn du relativ gut mit der Situation umgehst, kann es dir dennoch gut tun, selbst etwas für dein Seelenwohl zu tun.

Seelenhygiene – was kann ich für mich selbst tun?

Das „Deutschland-Barometer Depression“ der Stiftung Deutsche Depressionshilfe zeigt, dass Gesunde wie bereits depressive Menschen eine ähnliche Angst vor einer Ansteckung hegen. Depressiv Erkrankte empfinden zudem die Maßnahmen belastender, bewegen sich weniger und liegen tagsüber häufiger im Bett.

Die wichtigsten Punkte um emotional gesund zu bleiben betreffen vor allem Sport, Beruf, Freunde, Alltagsstruktur.

Struktur: Dabei rät die Stiftung Deutsche Depressionshilfe, seinen Tag beziehungsweise die Woche im Vorfeld zu strukturieren. Vom morgendlichen Aufstehen, bis hin zur Arbeits- oder Lernzeit sowie die Yoga- oder Entspannungsübungseinheit.

Bewegung: Auch wenn es bei kalten Temperaturen recht unattraktiv wirkt – gehe eine Runde spazieren. Bewegung kurbelt den Stoffwechsel an, alternativ kannst du auch kostenlose Angebote für ein Workout zu Hause in Anspruch nehmen. (zum Beispiel hier)

Kontakte: Auch wenn du Single bist, im Homeoffice arbeiten musst oder dich sogar in Quarantäne befindest – telefoniere mit Freunde und Familie. Auch Chats oder Onlineforen können Abhilfe schaffen, doch bitte achte auf die Netiquette.

Schlaf: Die Stiftung rät, sich nicht früher ins Bett zu legen oder sich tagsüber hinzulegen. Dadurch könntest du dich nämlich noch erschöpfter fühlen und eine Depression verschlimmern. Eine feste Tagesstruktur kann dabei helfen.

Therapie: Scheue dich nicht davor, Therapieangebote in Anspruch zu nehmen. Denn auch während der bundesweiten Kontaktsperre können psychotherapeutische Praxen aufgesucht werden, da der Besuch unter eine „notwendige medizinische Leistung“ fällt. Auch Video-Sprechstunden können helfen. Wenn du akut Hilfe benötigst, erreichst du die Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222. Auch dein Hausarzt ist eine Anlaufstelle.

Ein guter Leitfaden, wie du den Winter gut überstehst, findest du unter der Initiative „Ein guter Winter“. Das Tagebuch geht zwar bis zum März 2021 – kann jedoch mit etwas Kreativität bestimmt auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt werden. 😉

Weitere telefonische/digitale Unterstützungsangebote für psychisch erkrankte Menschen

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Artikelbild: Shutterstock / Stanislaw Mikulski / saiful huda


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