Schockanrufe – gefährliche Betrugsmasche boomt in verschiedenen Ortschaften Deutschlands

Kathrin Helmreich, 19. Januar 2021

Aus aktuellem Anlass warnt die Gießener Kripo vor sogenannten Schockanrufern, die sich unter anderem als Enkel ausgeben.

Auch wenn die Betrüger bislang keinen Erfolg mit der Masche hatten, wurden im Landkreis Gießen bereits über zwei Dutzend Personen angerufen. Gerade gute Aufklärung hilft dabei, nicht in die Falle der vermeintlichen Enkel oder Microsoft-Mitarbeiter zu tappen.

Die Gießener Kripo warnt ausdrücklich vor diesen Anrufern. Hierbei handelt es sich um eine besonders perfide und verwerfliche Variante des bekannten Enkeltricks, also um Betrug. Der Anrufer ist einzig und allein auf das Geld aus. Die wie auch immer dargestellte Notsituation ist frei erfunden und entbehrt jeder Grundlage.

In den bisher bekannten Gesprächen hatten sich die Betrüger zumeist als Enkel ausgegeben und behauptet, dass man dringend nach einem Unfall Geld für eine Kaution benötige.

Die Polizei rät dringend:

  • Gehen Sie nicht auf die Forderungen ein, prägen Sie sich jedoch Stimme und sprachliche Besonderheiten des Anrufers ein.
  • Notieren Sie die angezeigte Telefonnummer.
  • Wenn Sie zu einem Rückruf aufgefordert werden: rufen Sie nicht zurück.
  • Wenden Sie sich unverzüglich an Ihre nächste Polizeidienststelle.

Im Zweifel beenden Sie stets das Gespräch und rufen Sie über die 110 die Polizei an. Informieren Sie Ihre Angehörigen über die gegenwärtigen Betrugsmaschen und überweisen bzw. händigen Sie in keinem Fall Geld aus.

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Hinweise bitte an die Kriminalpolizei in Gießen unter der Rufnummer 0641 – 7006 2555.

Im Internet unter www.polizei.hessen.de oder unter www.polizei-beratung.de stehen wertvolle Informationen zum Thema Betrug am Telefon (Enkeltrick/Schockanrufe).

Falsche Microsoft-Mitarbeiter

Auch im Landkreis Bad Dürkheim kam es zu Betrugsfällen via Telefon. Hier versuchten die Betrüger als vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter getarnt, zwei Senioren aus Haßloch hinters Licht zu führen.

In englischer Sprache versuchten Sie einem 67-jährigen Mann und eine 80-jährige Frau davon zu überzeugen, ihr Computer müsse per Fernzugriff gewartet werden. Während der Mann mit dem Hinweis, er habe keinen Computer, auflegte, erhielt die Dame gleich mehrere Anrufe. Auch sie ließ sich auf nichts ein und legte jedes Mal auf.

Die Polizei Haßloch warnt vor dieser immer wiederkehrenden Masche, bei der die Betrüger am Telefon ein Computerproblem vorgeben und sich Zugang zum Rechner der Angerufenen verschaffen wollten. Betroffene sollten sich bei ihrer örtlichen Polizeidienststelle melden.

Quellen: Polizeidirektion Neustadt/Weinstraße, Polizeipräsidium Mittelhessen – Pressestelle Gießen
Artikelbild: fotoliza / Shutterstock

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