Schlag gegen organisierte Einbrecherbande durch Bonner Polizei und Staatsanwaltschaft (ZDDK24)

Janine Moorees, 25. Januar 2017

Bonn – Ein nachhaltiger Schlag gegen eine organisierte Einbrecherbande gelang einer Ermittlungsgruppe der Bonner Polizei in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft:

Die Fahnder des KK 21, die auf die Aufdeckung organisierter Kriminalitätsstrukturen spezialisiert sind, kamen im Rahmen der seit September 2016 geführten Ermittlungen auf die Spur einer Gruppierung aus dem ehemaligen Jugoslawien, die insbesondere auf dem Gebiet des schweren Bandendiebstahls, der bandenmäßigen Hehlerei sowie der Urkunden- und Kennzeichenfälschung hochaktiv war.

Verdeckt Ermittlungen führten bereits vor rund zwei Wochen zu Festnahmen und Durchsuchungen. Am 11.01.2017 vollstreckten die Ermittler bereits fünf Haftbefehle gegen Mitglieder der Bande – zwei weitere Personen wurden vorläufig festgenommen.

Am 24.01.2017 schlugen die Ermittler ein weiteres Mal zu: Unterstützt von Spezialkräften erfolgte neben der Durchsuchung von insgesamt sechs Wohnungen auch die Festnahme von zwei weiteren Tätern, gegen die bereits auf Antrag der Bonner Staatsanwaltschaft Haftbefehle erwirkt worden waren. Die intensiven, seit Monaten europaweit durchgeführten Ermittlungen wurden eng mit Staatsanwalt Dr. Andreas Riedel abgestimmt und führten auch zur Beschlagnahme umfangreichen Beweismaterials. Die im polizeilichen Fokus stehenden Personen sind hierbei nach dem aktuellen Ermittlungsstand überwiegend familiär untereinander verbunden.

Mitglieder der Gruppierung wohnen im Bereich Wachtberg, Köln und Gummersbach. Darüber hinaus sind weitere Beschuldigte in Frankreich wohnhaft oder haben familiäre Beziehungen dorthin. Die bandenmäßig begangenen Einbrüche fanden nach verdeckt geführten Ermittlungen im Bereich Niederrhein bis hin in das nördliche Rheinland-Pfalz statt. Die Beute wurde nach den bisherigen Feststellungen zumeist am nächsten Tag im Kölner Stadtgebiet an mögliche Hehler weitergegeben. Teile der Gruppe haben sich auf Einbrüche mit der Zielrichtung der Entwendung von Pkw (Home-Jacking) spezialisiert.

Die Ermittler fanden heraus, dass die entwendeten hochwertigen Fahrzeuge mit Doubletten-Kennzeichen, gefälschten Siegeln, TÜV-Stempeln, Fahrzeugscheinen und Fahrzeugbriefen ausgestattet und über die Internet-Plattform auf dem Markt angeboten wurden. Durch weitere Bandenmitglieder wurden aber auch Fahrzeuge, welche in Belgien, Frankreich und den Niederlanden durch Home-Jacking entwendet wurden, auf diese Art und Weise an arglose Käufer verkauft. Bei der Zulassung der entwendeten Fahrzeuge durch die Käufer, werden die Fahrzeuge als gestohlen erkannt und sichergestellt.

Bei den verdeckt durchgeführten Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Täter arbeitsteilig vorgehen. Während eine Tätergruppierung sich fast ausschließlich mit dem Verkauf von gestohlenen Fahrzeugen beschäftigt, arbeiten andere an der Fälschung von Fahrzeugpapieren, -briefen, TÜV-Stempel und Siegel. Wiederum andere Gruppierungen beschäftigen sich mit Einbruchsdiebstählen. Die Personen wechseln häufig ihre Telekommunikationsmittel bzw. nutzen zur Tatbegehung zuvor billig gekaufte, jedoch nicht umgemeldete Fahrzeuge. Das Einstellen der zuvor entwendeten Fahrzeuge in Internet-Plattformen erfolgt in Internet-Cafés mit Aliaspersonalien sowie kurzfristig angelegten E-Mail-Adressen.

Die Ermittlungen zu den vielfältigen und komplexen Tatgeschehen dauern weiter an.

Quelle: Polizei Bonn


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