Aktuelles

Russland setzt offenbar intelligente „Kamikaze-Drohne“ in der Ukraine ein

Auf mehreren Fotos der letzten Tage aus der Ukraine sind offenbar „Kamikaze-Drohnen“ zu sehen, die sich selbst mit künstlicher Intelligenz ihr Ziel aussuchen können.

Ralf Nowotny, 24. März 2022
Russland setzt offenbar intelligente "Kamikaze-Drohne" in der Ukraine ein
Russland setzt offenbar intelligente "Kamikaze-Drohne" in der Ukraine ein

Im Februar 2019 wurde bekannt, dass der russische Rüstungskonzern Kalaschnikow, Lieferant von Infanteriewaffen für die russischen Bodentruppen, eine Drohne verkauft, die eine kleine Sprengladung in sich trägt, sich selbstständig ein Ziel aussuchen kann, sich dann auf dieses Ziel stürzt und dann sich und das Ziel zerstört: quasi eine „Kamikaze-Drohne“, die unter dem Radar herkömmlicher Luftabwehrsysteme durchschlüpfen kann.
Überreste dieser Drohnen wurden nun offenbar in der Ukraine gefunden.

Die „Kamikaze-Drohne“

Das Unternehmen Kalaschnikow hatte die Drohne mit dem unspektakulären Namen KUB-BLA auf der Internationalen Ausstellung für Waffen und militärische Ausrüstung IDEX-2019 in Abu Dhabi vorgestellt. Sie hat eine Nutzlast von drei Kilogramm, eine Flugzeit von 30 Minuten, eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde und eine Spannweite von 1,2 Metern. Bei der Nutzlast handelt es sich in der Regel um eine hochexplosive Ladung.

Nach Angaben von Kalashnikov greift KUB-BLA Ziele an, nachdem die Koordinaten in die Drohne eingegeben wurden. Alternativ kann sie ein Ziel auf der Grundlage eines in das Kontrollsystem hochgeladenen Bildes angreifen. Die Bediener können beispielsweise das Bild eines Militärfahrzeugs in die Drohne laden, diese sucht dann selbstständig nach ähnlich aussehenden Fahrzeugen und stürzt sich auf sie.

Die Fotos der Drohne

Exakt diese Drohnen werden nun offenbar von Russland in der Ukraine eingesetzt. Mehrere Fotos auf Telegram und Twitter zeigen Überreste der Drohnen.

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

Die Echtheit der Fotos wurden von offiziellen Stellen noch nicht bestätigt, bisher gibt es auch noch nicht allzu viele Fotos der Drohnen, sodass bis zum jetzigen Zeitpunkt nur klar ist, dass sie offenbar in geringer Zahl eingesetzt wurden. Der Einsatz der Drohnen stünde auch im Einklang mit der veränderten Strategie Russlands angesichts des unerwartet starken ukrainischen Widerstands, so Samuel Bendett, Experte für das russische Militär bei der Denkfabrik CNA.

Bendett bezweifelt auch, dass die KI-Techniken der Drohne in der Ukraine zum Zuge kommen. „Wenn die menschlichen Bodentruppen mit ihrer ausgefeilten Informationsbeschaffung nicht wirklich verstehen können, was am Boden passiert, wie soll es dann eine Drohne können?“, so der Experte.

Zachary Kallenborn, Mitglied des National Consortium for the Study of Terrorism and Responses to Terrorism (START), gibt zu bedenken:
Die Vorstellung von einem Killerroboter, bei dem künstliche Intelligenz mit Waffen verschmolzen wird, ist da, und sie wird eingesetzt“.

Quelle: Wired

Auch interessant:

Auf Social Media und diversen Websites findet sich ein Foto eines vermeintlichen russischen Soldaten, der als Gerät ein Tuk-Tuk, sowie ein völlig veraltetes MG bei sich hat. Dieses Bild sorgt für Lacher.
Russischer „Soldat“ mit veraltetem MG und Tuk-Tuk?


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

  • Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum. Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fake News, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt deine Unterstützung!

Mehr von Mimikama