Präventiv rumänische Staatsangehörige melden: Schreiben der Polizei ist kein Fake!

Andre Wolf, 21. August 2019
Das Schreiben der Polizei Sachsen
Das Schreiben der Polizei Sachsen

Auf Social Media ist ein Schreiben aufgetaucht, in dem die Polizeidirektion Leipzig um die Meldung rumänischer Staatsangehöriger bittet.

Dieses Schreiben ging nach Angaben auf Facebook an Hotel- und Hostelbetreiber in Leipzig. Der Anlass: In Leipzig fand das Highfield Festival statt. In den Vorjahren war dieses Festival überschattet von mehreren Taschendiebstählen, welche nach Aussage der Polizei auf rumänische Banden zurückzuführen waren.

Um in diesem Jahr dem Taschendiebstahl einen Riegel vorzuschieben, verfolgte die Polizeidirektion Leipzig eine spezielle Methode: Man bat Hotels und Hostels um Hilfe, indem diese Auskunft geben sollten, ob rumänische Staatsbürger dort untergebracht sind. Dies geschah mit einem Brief, in dem man folgendes liest:

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Im Zuge des Highfield Festivals kommt es jedes Jahr vermehrt zu Taschendiebstählen. Die vorangegangenen Ermittlungen zeigen, dass diese in der Regel auf rumänische Banden zurückzuführen sind. Um diesem Phänomen Einhalt gebieten zu können bitten wie [sic] Sie um Unterstützung.
Sie können die Ermittlungen unterstützen, indem sie für den o.g. Zeitraum mitteilen, ob rumänische Staatsangehörige in ihrem Hause ein Zimmer beziehen.

Optisch taucht ein Foto dieses Briefs in folgender Form auf:

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Hierzu ist kein großer Faktencheck notwendig, denn die Polizei Sachsen hat in einem Kommentar auf Twitter die Echtheit des Schreibens eingeräumt. Hier liest man:

Weiter führt die Polizei aus, dass hier § 3 SächsPolG zur Anwendung kommen würde sowie die Befugnis an sich jedoch bereits durch den § 21 i.V.m § 18 SächsMeldegesetz gegeben sei.

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Weitere Medienberichte hierzu:

Leipziger Volkszeitung

MDR


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